Django Unchained – Auf der Blutwiese

In "Django Unchained“ zieht Christoph Waltz als deutschstämmiger Zahnarzt Dr. King Schultz durch den Wilden Westen der USA. Alles Tarnung, denn der Doktor ist ein ausgefuchster und mit allen Wassern gewaschener Kopfgeldjäger.

Django Unchained – Auf der Blutwiese

Um in einem Film von Quentin Tarantino mitzuspielen, braucht es nicht viel. Zumindest, wenn es nach dem amerikanischen Regisseur geht. "Ich muss dich mögen, und du musst am Leben sein“, fasst er seine Besetzungsregeln mit lakonischem Understatement zusammen.

Besonders scheint der 49-jährige Filmemacher zurzeit Christoph Waltz zu mögen. Dem gebürtigen Wiener, der im letzten Tarantino-Streifen "Inglourious Basterds“ als dämonisch-charmanter SS-Offizier Hans Landa zu Oscarehren kam, hat er nämlich nun eine Nebenrolle auf den Leib geschrieben. In "Django Unchained“ zieht er als deutschstämmiger Zahnarzt Dr. King Schultz durch den Wilden Westen der USA. Alles Tarnung, denn der Doktor ist ein ausgefuchster und mit allen Wassern gewaschener Kopfgeldjäger.

Süffisant und mit einer gesunden Portion Arroganz, schließlich ist man ja Europäer und durchaus kultiviert, pflückt er die Bösewichte im ganzen Land. Sein Pferd heißt Fritz, angestoßen wird mit "Prost“, und wenn er rüde aufgefordert wird, sich gefälligst eines ordentlichen Englischs zu befleißigen, kommt es zur doppelbödigen Demutsgeste. "Verzeihen Sie, es ist meine Zweitsprache.“

Ein Schuss Freiheit

Dass Waltz in seiner Rolle überzeugt, zeigt seine Oscar- sowie Golden Globe-Prämierung. Und ja, eigentlich ist die Rolle des Dr. King Schultz gar nicht einmal so weit weg von dem, was Waltz in "Inglourious Basterds“ aufgeführt hat. Mit einem entscheidenden Unterschied - diesmal ist er eindeutig der Gute. Denn Bösewichte gibt es im Wilden Westen ohnehin schon genug. Und im Süden des Landes, wo noch Sklaverei und barbarische Zustände herrschen, scheint alles noch viel blutrünstiger zu sein.

Dort wimmelt es nämlich von schießwütigen und gefährlich hirnlosen Sadisten, die Menschen in Ketten legen, ausbeuten und quälen. Die Rollen sind also klar verteilt, und dort, im Wilden Süden der USA, trifft der Zahnarzt nun auf den Titelhelden Django.

Jamie Foxx spielt den Sklaven Django, den Schultz freikauft und der sich als Naturtalent an Colt und Gewehr entpuppt. Ketten, die fallen, geben die schönste Musik, bei Tarantino werden diese Klänge vom Knallen der Waffen begleitet. Die beiden werden also Partner und Freunde. Schultz hilft Django dabei, seine Frau zu finden, von der er getrennt wurde. Broomhilda (Kerry Washington) heißt die Angetraute, und die Spurensuche nach der Lebensliebe führt das Killer-Duo zu Calvin Candie, widerlich schmierig verkörpert von Leonardo DiCaprio.

Der residiert mit seiner Schwester auf einem üppigen Anwesen ("Candie-Land“) und ist im Besitz der hübschen Broomhilda, die mit einem Trick freigekauft werden soll. Dummerweise durchschaut Candies loyaler, durchtriebener Hausdiener Stephen (Samuel L. Jackson) recht bald, weswegen Django und Schultz gekommen sind. Es kommt zum aberwitzig inszenierten Showdown. Der entschädigt für die eine oder andere Länge vor allem im zweiten Teil des zweieinhalb Stunden langen Films.

Typisch Tarantino

Quentin Tarantino begibt sich also wieder wie zuletzt auf historisches Terrain, wenn er seinen Western dezidiert in der blutigen Spätphase der Sklaverei ansiedelt und diese zum Thema macht. Unverkrampft geht er dabei ans Werk, wenn er sich durch die cineastische Welt der Spaghettiwestern zitiert und unübersehbare Anleihen bei den Blaxploitation-Filmen der späten 1960er- und 1970er-Jahre nimmt.

Selbst Franco Nero, der im Original-"Django“ des italienischen Regisseurs Sergio Corbucci den schweigsamen Titelhelden gab, kommt zu seinem Gastauftritt. Und zum gelungenen Filmsoundtrack, wie immer von Tarantino zusammengestellt, steuerte auch Ennio Morricone drei Songs bei.

Wie schon so oft vermanscht Tarantino in seinem Universum aus Referenzen und Reminiszenzen Genres und destilliert hochprozentig Blutrünstiges daraus. Er demoliert und durchlöchert mit viel Freude kitschig-verherrlichende Filmklischees aus diversen Kostümschinken. Und dass zahlreiche Anspielungen und überhöhte Gewaltstilisierung wahrscheinlich gar nicht einmal so weit von den Gepflogenheiten der damaligen Zeit entfernt sind, kommt einem dabei nicht nur einmal in den Sinn.

Es gilt als historisch gesichert, dass Sklaven in "Mandingo-Fights“ zur allgemeinen Unterhaltung der rassistischen Herrscher im noblen Salon auf Leben und Tod kämpfen mussten. Ebenso, dass man auf Sklaven, die beim Fluchtversuch ertappt wurden, die Hunde hetzte oder man Aufsässige nicht selten kastrierte. "Wenn du einen Film über Sklaverei machst, dann wirst du einige Dinge hören und sehen, die hässlich sind. Man soll die Brutalität sehen, mit der die Amerikaner die schwarzen Sklaven behandelt haben“, rechtfertigt Tarantino einmal mehr eine seiner kunstvollen Gewaltorgien.

Dass die Filmpremiere in den USA wegen des Schulmassakers von Newtown abgesagt werden musste und sich der Regisseur wieder zur schon uralten Debatte "Gewalt im Film und ihre Auswirkungen auf die Realität“ äußern musste, ist zudem ein galliger Treppenwitz. Erklärt doch "Django Unchained“ implizit, wo mitunter die Wurzeln des amerikanischen Waffennarrentums zu suchen und finden sind.

Abgesehen davon leistet Regisseur Tarantino aber mit seinem neuen Werk exakt 150 Jahre nach dem gesetzlichen Ende der Sklaverei in den USA einen Beitrag zur Geschichtsaufarbeitung. Man debattierte das Thema in den Vereinigten Staaten. Zudem lief beinahe zeitgleich Steven Spielbergs Biopic "Lincoln“ in den Kinos an, der - allerdings mit Anspruch auf zumindest teilweise historische Wahrheit - ebenfalls die Befreiung der afroamerikanischen Sklaven zum Thema hat. Tarantino machte im Mainstream etwas sichtbar, und für diese Form der Aufklärung kann man schon ein paar Blutspritzer in Kauf nehmen. Ab 17. 1. im Kino.

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