Die Männer hinter den Social Media-Aggressionen von Frank Stronach

Die Männer hinter den Social Media-Aggressionen von Frank Stronach

Volksbegehren-Initiator und Vermögenssteuern-Freund Rudolf Fußi macht mit seiner Agentur Stimmung für das Team von Frank Stronach. Mit dabei ist auch ein Grüner.

Seit einigen Tagen dürfen sich die Benutzer von Twitter über eine stetig steigende Zahl von Nachrichten aus dem Lager von Frank Stronach freuen. Der offizielle Twitter-Account des Team Stronach hat nicht nur seinen Output radikal erhöht, sondern auch an der Tonalität geschraubt. Nun wirken die Tweets offensiv bis aggressiv. Beispiele: „Wie Ihr den Staat führt sieht man ja: 300 Mrd Schulden. Rekordarmut. Rekordkluft zwischen Arm und Reich. Bravo, SPÖ!“ Neben Angriffen auf Regierungsparteien und andere Verdächtige wird über die jüngsten Aussendungen von Robert Lugar und anderen Stronach-Parteigängern berichtet und es wird auf Kritiken geantwortet, letzteres meist mit einer Mischung aus Häme und Belehrung: “Sein Vermögen ist nicht in Österreich. Er schafft hier Arbeitsplätze, während SPÖ Arbeitsplätze vernichtet.“ darf beispielsweise ein User erfahren.

Ein Faktor für den Wahlkampf

Social Media ist für Stronach offenbar ein Faktor im Kampf um Wählerstimmen. Das ist erstaunlich, denn erstens scheint die Schnittmenge zwischen den Gruppen „Social-Media-affin“ und „potenzielle Stronach-Wähler“ auf den ersten Blick nicht allzu groß zu sein und zweitens sind etablierte Parteien auf Twitter und anderen Plattformen verhältnismäßig hoppatatschig unterwegs. Wer aber steckt hinter der Stronach´schen Web-Offensive? Es ist unter anderem die Wiener Agentur Mindworker , die nach eigenen Angaben auch für andere Parteien beratend tätig ist.

Erstaunlich wäre diese Tatsache nicht – wohl aber die Aufstellung des Mindworker-Teams . Darin findet sich beispielsweise Rudi Fußi, in Österreichs Internet-Szene nicht unbekannt und auch in politischer Hinsicht kein unbeschriebenes Blatt: Der ehemalige SPÖ-Mitstreiter lancierte 2002 ein Volksbegehren gegen Abfangjäger und tat sich als vehementer Bekämpfer der FPÖ hervor. Im Frühjahr machte er mit einem „Volksbegehren Steuergerechtigkeit“ für Vermögenssteuern mobil.

Von der Leidenschaft zur Schickeria

Dass Fußi ausgerechnet für Milliardär Stronach die Werbetrommel rührt, wie Ende Oktober bekannt wurde, stößt einigen sauer auf – Fußi darf sich auf Twitter derzeit nicht gerade als einer der Beliebtesten fühlen. Aber er selbst ist auch nicht zimperlich, wenn es ums Austeilen geht: „Dass sich die linksintellektuelle Schickeria auf Twitter über Stronach empört, war zu erwarten. Aber die wählen ja nicht Stronach.“ meinte er laut Kleiner Zeitung Anfang des Monats zur Kritik an den ORF-Auftritten seines Auftragsgebers. Immerhin hatte sich Fußi laut Kurier noch 2010 selbst als „leidenschaftlicher Linkssozialist“ bezeichnet.

Rudolf Fußi selbst schreibt auf eine Anfrage von FORMAT, dass er das Team Stronach in Social Media-Angelegenheiten betreue. Die Strategie dabei will er nicht verraten, das "wäre ja nicht besonders klug", schreibt Fußi. Ihn stört es auch nicht, dass viele Menschen seine Tätigkeit für Stronach kritisieren. "Das finde ich völlig ok", schreibt Fußi. Sein Team arbeite ja für sehr viele Unternehmen und auch verschiedenste Parteien und Interessensorganisation.

Dass er für die unterschiedlichsten Motive begeisterungsfähig ist, hat er indes schon des Öfteren bewiesen: Fußi war unter anderem als CEO des Internet-Unternehmns webfreetv.com tätig, später übernahm er die Öffentlichkeitsarbeit des Hedgefonds-Spezialisten Superfund. Auch damals konnte er Privatvergnügen und Arbeit durchaus sauber trennen: Parallel zur Superfund-Arbeit konnte er eine Plattform namens „SPÖ-Linke“ aufbauen.

Kein Wunder, dass Fußis Referenzliste laut Mindworker-Homepage alle Farben enthält: Bundeskanzleramt, BMI, BMUKK, BMEIA, Österreichischer Gemeindebund, Wirtschaftskammer Österreich, GPA, Lebensministerium, SPÖ, ÖVP, BZÖ, diverse Landesparteien und Vorfeldorganisationen werden da genannt.

Ein Grüner im Team

Erstaunlich ist auch die politische Einbindung eines weiteren Mindworkers-Mitglieds: Hans Arsenovic ist der „Netzwerker“ in Stronach Fußi-Truppe. Das hindert ihn nicht daran, auch Leiter der Grünen Wirtschaft Wien zu sein und etwa „gegen Gier und Gewinnstreben“ aufzutreten, wie profil in einem Portrait von Alt-Grünen im November 2011 berichtete .

Auch Michael Gitzi, der dritte Gesellschafter von Mindworks, engagiert sich bei den Grünen.

Robert Prazak

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