Die Kolonie auf dem Mars wird Wirklichkeit

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2012. Vergessen Sie Richard Bransons geplante 6-Minuten-Flüge ins All. Es gibt ehrgeizigere private Raumfahrt-Entrepreneure. Die einen wollen Bergbau auf Asteroiden betreiben, die anderen gleich den Mars mit Wohnkolonien bevölkern.

Die Kolonie auf dem Mars wird Wirklichkeit

In den Tiefen des Weltraums, mehr als 18 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, rast die Raumsonde Voyager 1 mit 61.000 km/h einem astronautischen Meilenstein entgegen: Dieser Tage durchbricht der vor genau 35 Jahren gestartete Flugkörper die Heliopause, die Grenze zwischen unserem Sonnensystem und dem interstellaren Raum. Allzu bald dürfte die 722 kg schwere, atomgetriebene und immer noch funktionierende Sonde der US-Raumfahrtbehörde NASA wohl weder Gesellschaft noch Konkurrenz in ihrer Region des Alls bekommen.

Hier auf der Erde sieht das anders aus. Bis vor kurzem war der Weltraum rund um den Erdball Hoheitsgebiet nationaler Raumfahrtorganisationen. Flugkörper in der Umlaufbahn waren entweder "einer von unseren“ oder "einer von ihren“. Nach Russland und den USA drängen jetzt nicht nur China, Japan und Indien verstärkt in den Weltraum. Auch immer mehr private Unternehmen wollen im Geschäft mit Trägerraketen, Raumkapseln und Landefähren mitmischen.

Schon jetzt ist die private Raumfahrtindustrie ein Multi-Milliarden-Dollar- Geschäft. Das Potenzial ist heute nicht mal ansatzweise abschätzbar: Der Bedarf an Satellitenstarts wächst jedes Jahr, im Weltraumtourismus wartet zahlungskräftiges Publikum nur noch darauf, endlich sein Ticket to Space lösen zu können, und sogar raumfahrerische Megaprojekte wie Mond- und Marsmissionen scheinen heute in greifbarer Nähe.

Autos und Raketen

Kaum ein anderer Unternehmer kann in der noch kurzen Branchenhistorie der privaten Raumfahrt auf mehr Erfolge verweisen als Elon Musk. Reich werden muss der 41-jährige Kalifornier mit seinen Weltraumambitionen nicht - sein heute 2,4 Milliarden Dollar schweres Bankkonto verdiente er als Gründer des Online-Bezahldienstes PayPal. Lieber steckt er sein Vermögen in alles, was schnell ist. So hat Musk nicht nur den Elektroauto-Hersteller Tesla gegründet, sondern auch sein eigenes Raumfahrtunternehmen SpaceX ins Leben gerufen.

Letzteres wurde, entgegen allen Erwartungen, nicht zum Milliardengrab: Mit einem Budget von insgesamt einer Milliarde Dollar schaffte es SpaceX in den zehn Jahren seit seiner Gründung 2002, von der belächelten Fantasterei eines IT-Milliardärs, der oft als "sympathische Version von Steve Jobs“ beschrieben wird, zur treibenden Kraft in der bemannten und unbemannten US-Raumfahrt zu werden. An der NASA ist Musk mittlerweile vorbeigezogen: Die US-Behörde verfügt seit der Ausmusterung ihrer Space-Shuttle-Flotte über keine eigene Möglichkeit mehr, Personen und Nachschubgüter zur Internationalen Weltraumstation (ISS) zu schicken.

Den freien Platz im amerikanischen Weltraumfuhrpark füllt SpaceX mit seiner Trägerrakete "Falcon 9“ und der Raumkapsel "Dragon“ gerne. Das junge Unternehmen hat bereits jetzt mehr als 50 unterzeichnete Launch-Aufträge für die nächsten Jahre in der Tasche - von Versorgungsflügen zur ISS bis hin zu Satellitenstarts und wissenschaftlichen Missionen. Allein die von der NASA abgetretenen ISS-Flüge spülen 440 Millionen Dollar in die Kassen von SpaceX.

Gegenüber SpaceX mit seinen mittlerweile 1.800 Angestellten scheint das Weltraumprojekt von Virgin-Gründer und Extremsport-Junkie Richard Branson geradezu bescheiden: In einer 6.000 Quadratmeter großen Montagehalle in der Mojave-Wüste werken 160 Ingenieure an Flugobjekten, die auf den ersten Blick gar nicht als Raumschiffe zu erkennen sind. Raketenstufen, monströse Startrampen und gigantische Treibstofftanks sucht man bei The Spaceship Company vergeblich.

Das Konzept von Branson ist anders als das herkömmlicher Startsysteme: Mit einem vergleichsweise konventionellen Flugzeug ("WhiteKnight“) wird ein kleiner, an der Unterseite befestigter Raumgleiter ("Spaceship Two“) zuerst in die obere Atmosphäre gebracht. Dort zündet der Gleiter sein Triebwerk, das ihn schließlich auf eine Höhe von 110 Kilometer bringt. In eine Umlaufbahn schafft es das Raumschiff dabei nicht - Passagiere können jedoch rund sechs Minuten lang Schwerelosigkeit und den atemberaubenden Blick aus dem Weltraum auf die Erde genießen. Sehr viel mehr als eine raketenbetriebene Achterbahn für Superreiche ist Bransons Huckepack-Raumschiff allerdings nicht.

Wer einen Platz für einen Kurztrip ins Weltall ergattern will, sieht sich neben sechsstelligen Ticketpreisen auch mit einer langen Warteliste konfrontiert: Mehr als 500 Personen haben den Boardingpass für einen der ersten kommerziellen Personenflüge ins All bereits in der Tasche. Zu den Frühbuchern zählen unter anderem Stephen Hawking, Tom Hanks, Ashton Kutcher, Katy Perry, Brad Pitt und Angelina Jolie. Im Ticketpreis von 200.000 Dollar könnte so auch ein interessanter Sitznachbar enthalten sein.

Neben der Rolle als Veranstalter von Vergnügungsfahrten außerhalb der Erdatmosphäre will sich The Spaceship Company auch als kommerzieller Launch-Anbieter für kleine Satelliten etablieren. Bis 2016 soll WhiteKnight mit einer auf den Bauch geschnallten Rakete ("LauncherOne“) zumindest kleinere Lasten bis 100 kg in einen niedrigen Orbit schießen können.

Ein kleiner Schritt

Für Branson und Musk ist das Raketenbusiness in der Erdumlaufbahn nur der erste Schritt. Beide haben ein Ziel im Visier, das im wahrsten Sinne des Wortes weit darüber hinausgeht. "Ich bin zuversichtlich, in 12 bis 15 Jahren die ersten Menschen auf den Mars schicken zu können“, legt Elon Musk seine Pläne dar. "Mars ist der einzige Ort im Sonnensystem, der das Potenzial hat, menschliches Leben zu ermöglichen“, so Musk. "Wir könnten den Mars zu einer zweiten Erde machen - eine Art Backup unserer Biosphäre.“ Ähnliche Ansagen hört man von Richard Branson: "Eine Kolonie auf dem Mars zu etablieren ist noch zu meiner Lebenszeit absolut realistisch. Es wird passieren.“

Die beiden Unternehmer kommen zwar aus unterschiedlichen Ecken der Wirtschaft, eines verbindet sie aber: Sie haben die Eigenschaft, ihre Ankündigungen tatsächlich umzusetzen - so unrealistisch sie heute auch klingen mögen.

Der Enthusiasmus für eine bemannte Marsmission wird durch technologische Herausforderungen gedämpft: Eine der größten Hürden für bemannte interplanetare Flüge ist die schiere Menge an Treibstoff, die für einen Trip notwendig ist - oder genauer gesagt: diesen Treibstoff erst einmal von der Erde in den Weltraum zu bekommen. Um ein Kilogramm Last von der Erdoberfläche in den Orbit zu bewegen, sind neun Kilogramm Treibstoff nötig. Ein ohnehin schon großes und schweres Raumschiff, das den Weg zum Mars mit menschlicher Besatzung zurücklegen und anschließend auch wieder von dort zurückkehren kann, muss daher erst mit dem zehnfachen Energieaufwand in die Erdumlaufbahn gehievt werden. 90 Prozent der beförderten Last sind Treibstoff. Dieses Problem will das US-Unternehmen Planetary Resources komplett umgehen: Weshalb den ganzen Sprit mühsam von der Erde holen, wenn man im All zwischentanken kann?

"Auf der Erde sitzen wir am Boden eines Gravitationsschachtes. Selbst kleine Lasten in die Erdumlaufbahn zu bringen ist mit einem riesigen Aufwand verbunden“, erklärt Planetary-Resources-Mitgründer Peter H. Diamandis. "Wir holen all den Sprit mühsam von der Erde, wo er doch eigentlich in gigantischen Mengen schon im Weltraum vorhanden ist.“

Als Weltraumtankstellen sollen Kometen und Asteroiden dienen (bzw. der auf ihnen in großer Menge vorhandene Wasserstoff und Sauerstoff), die mit kleinen Raketen aus ihrer Umlaufbahn um die Sonne in die Nähe der Erde bewegt werden. Was nach Science-Fiction klingt, soll bereits im kommenden Jahr starten: Eine kleine Flotte an Sonden soll Kometen und Asteroiden auf ihren "Treibstoffgehalt“ prüfen. Schon 2016 könnten die ersten unbemannten Bohr- und Bergbaumissionen beginnen.

Weltraumshow

Einen anderen Weg zum Mars schlägt der Niederländer Bas Lansdorp mit seinem Unternehmen Mars One ein. Er verfolgt nicht nur einen interessanten Lösungsansatz zur technischen Umsetzung, sondern beschreitet auch bei der Finanzierung des Projekts völlig neue Wege. "Unser Ziel ist es, im Jahr 2023 die ersten vier Menschen auf die Oberfläche des Roten Planeten zu bringen“ - eine Aussage von Lansdorp, die sich so weit noch nicht von anderen unterscheidet, wohl aber die nächste. "Das Projekt wird als weltweites Medienspektakel vermarktet: Raumfahrt als Reality-TV. “ Allzu leicht könnte man Lansdorp als fantastischen Spinner abtun. Ein Blick auf das Team, das er um sich geschart hat, lässt das Marsprojekt in deutlich ernsterem Licht erscheinen. Hier findet sich neben dem Physik-Nobelpreisträger Gerard ’t Hooft auch Paul Römer, Erfinder der Fernsehsendung "Big Brother“.

Ähnlich einer Castingshow beginnt im Sommer 2013 die Auswahl der Astronauten-Teams: Weltweit werden in nationalen Sendungen potenzielle Astronauten für die ambitionierte Mission gesucht . Verträge und Absichtserklärungen mit mehr als 50 TV-Stationen hat Lansdorp schon in der Tasche. Dann folgt ein neun Jahre dauerndes Trainingsprogramm, in dem die 150 übrig gebliebenen Kandidaten in Viererteams zusammengeschweißt werden. Eine zehn Jahre laufende Realityshow, an deren Ende ein Team den Marsboden betreten soll.

Was dieses Unterfangen technisch erst möglich machen soll: Die Expedition zum Mars ist ein One-Way-Trip - damit spart sich Mars One den technischen Aufwand, eine Rückkehrrakete mit auf den Mars zu bringen. Die Astronauten werden den Rest ihres Lebens auf dem Roten Planeten verbringen - eine Rückkehrmission ist nicht vorgesehen.

Das mit 6 Milliarden Euro bezifferte Budgetziel von Mars One scheint bereits in greifbarer Nähe. "Die Finanzierung läuft besser als in unseren optimistischen Vorhersagen“, so Lansdorp. "Und auch das Interesse ist gewaltig. Schon jetzt bekommen wir mehrere Tausend Bewerbungen aus der ganzen Welt - jede Woche.“

Während sich die staatlich finanzierte US-Raumfahrt mit dem Verlassen des Sonnensystems von Voyager 1 also ein Denkmal setzt, vollzieht sich ein Generationenwechsel auf der Erde. Ums Geld geht es nur den wenigsten: Ob Branson, Musk oder Lansdorp, sie alle wollen die Menschheit eigentlich nur mit einem neuen "kleinen Schritt“ einen großen Sprung nach vorn bringen.

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