Der Spanien-Traum ist vorbei: Massenflucht der Immigranten

Der Spanien-Traum ist vorbei: Massenflucht der Immigranten

Sandra Gómez stehen die Tränen in den Augen. Die 48 Jahre alte Ecuadorianerin sitzt auf dem Madrider Flughafen Barajas neben ihrem Koffer. "14 Kilogramm Gewicht, das ist alles, was ich nach zwölf Jahren Spanien mit nach Hause nehmen", sagt die Frau weinend.

Sie teilt das Schicksal der mehreren zehntausend lateinamerikanischen Immigranten, die in den vergangenen Monaten wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise Spanien verlassen haben. Ihr Traum von mehr Wohlstand und einer besseren Zukunft für ihre Kinder ist geplatzt.

Für Sandra Gómez und ihre Familie haben die Probleme vor zwei Jahren angefangen. Ihr 52-jähriger Ehemann verlor seinen Job als Elektriker und musste Arbeitslosengeld beantragen. In Spanien gibt es diese Hilfe für zwei Jahre, dann bekommt ein Arbeitsloser nur noch etwa 430 Euro im Monat ein halbes Jahr lang - danach nichts mehr. Spanier können in diesem Fall oft noch mit der Hilfe ihrer Eltern rechnen, die Immigranten jedoch nicht. Am Ende konnte die Familie aus Ecuador die Hypothek ihrer vor acht Jahren gekauften Wohnung in Leganés, einem Vorort von Madrid, nicht mehr bezahlen. Für die Frau selbst gab es nur noch befristete Arbeit in einer Gärtnerei.

Ähnlich wie Sandras Schicksal ist die Geschichte tausender Lateinamerikaner, die in den 90er Jahren und im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts nach Spanien auswanderten. Die gemeinsame Sprache und die historischen Beziehungen machten Spanien zu einem logischen Migrationsziel. Angelockt wurden Emigranten vor allem vom Boom des Bausektors, dem Aufschwung der Tourismusbranche und dem umfangreichen Arbeitsangebot im Dienstleistungsgewerbe.

Als die spanische Immobilienblase 2008 platzte, verloren tausende Immigranten ihren Job. Durch die Ausweitung der Krise in den nachfolgenden Jahren wurden zahlreiche Erwerbstätige in Spanien arbeitslos, zurzeit sind es 24,4 Prozent. Bei den Immigranten sind es sogar mehr als 36 Prozent.

Die Ecuadorianer bilden mit rund 480 000 Landsleuten nach den Rumänen (810 000) und den Marokkanern (735 000) die drittgrößte Migrantengruppe in Spanien. In den vergangenen Monaten sind nach Angaben der Regierung in Quito etwa 15 000 Ecuadorianer aus Spanien heimgekehrt. Behördenangaben in La Paz zufolge ist im gleichen Zeitraum eine ähnliche Anzahl von Bolivianern zurückgekehrt. Nur die Wenigsten schaffen es, sich in einem anderen Euro-Land eine neue Zukunft aufzubauen.

Freiwillige Heimkehr wird gefördert

Die spanische Regierung hatte 2008 ein Programm zur Förderung der freiwilligen Heimkehr arbeitsloser lateinamerikanischer Immigranten in Gang gesetzt. Ihnen wurde die Möglichkeit geboten, den Gesamtbetrag des Arbeitslosengeldes für zwei Jahre sofort zu kassieren. 40 Prozent in Spanien und 60 Prozent nach Ankunft im Heimatland. Im Gegenzug müssen sie eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich verpflichten, innerhalb von drei Jahren nicht nach Spanien zurückzukehren.

Bis 2011 hatten nur ganz wenige Lateinamerikaner die Regierungshilfe in Anspruch genommen. Die meisten wollten unbedingt ausharren in der Hoffnung, dass sich die Lage bald verbessern würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Statt abzuflauen hat sich die Krise immer mehr verschärft.

Spanien steht im Sommer 2012 vor dem Abgrund. Das Land kann sich nicht mehr zu tragbaren Zinsen finanzieren. Die Arbeitslosigkeit bricht einen Rekord nach dem anderen. Die Wirtschaft befindet sich in einer Rezession, die nach den - immer optimistischen - Schätzungen der Regierung bis Ende 2013 dauern wird. Immer mehr Immigranten geben auf und treten die Heimreise an.

Für Sandra Gómez kommt die Heimkehr einem Eingeständnis des Misserfolgs gleich: "Vor allem schäme ich mich. Scham wegen der zwölf Jahre meines Lebens, die ich hier investiert habe. Daraus hätte ich in meinem eigenen Land mehr Nutzen ziehen können." Zusätzlich schmerzhaft für die Frau ist die Tatsache, dass sie mehr an Spanien hängt als sie gedacht hätte: "Jetzt, da ich meine Sachen einpacken muss, habe ich entdeckt, dass ich an meiner Wohnung hänge und dass ich hier Freunde habe." Außerdem sind ihre zwei Kinder - ein 24-jähriger Sohn und eine 14-jährige Tochter - in Spanien aufgewachsen. Für sie bedeutet die Heimkehr nach Ecuador eine soziale Entwurzelung.

Im selben Flugzeug Richtung Quito sitzen María Díaz und ihr Ehemann Juan Carlos. Nach 13 Jahren verlassen sie Spanien mit ihren zwei Kindern im Alter von 14 und elf Jahren. María spricht manchen Schicksalsgenossen aus der Seele, wenn sie sagt: "Wenn es mir sowieso schlecht gehen muss, dann lieber in Ecuador. Das ist mein Heimatland, dort liegen unsere Wurzeln, dort ist unsere Familie."

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