Das System Lidl

Diskonter wie Lidl profitieren von der Schere zwischen gestiegenen Ansprüchen und sinkenden Einnahmen der Menschen.

Das System Lidl

Pferdefleisch in Tortelloni: Mit dieser Schlagzeile ist Lidl auch in Österreich Ende voriger Woche ins Rampenlicht gerückt und hat den Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch auch nach Österreich gebracht. Es ist nicht das erste Mal, dass der Diskonter negative Schlagzeilen produziert: Qualität der Lebensmittel, Behandlung der Mitarbeiter und Datenschutz sind immer wieder Themen, die die deutsche Kette unschön darstellen.

Mitte Jänner etwa hatte Lidl Österreich Lebensmittel zurückrufen müssen (Kümmelbraten, Knoblauchspeck der Firmen Weiser/Stastnik), weil bei internen Qualitätskontrollen ein erhöhter Wert an Listerien gefunden worden war. Und ebenfalls Mitte Jänner wurde bekannt, dass Lidl in Deutschland Geldstrafen von insgesamt 1,5 Millionen Euro zahlen muss, da man beim Skandal um verseuchten Käse aus Österreich (Firma Prolactal) vor drei Jahren gegen das Lebensmittelrecht verstoßen habe. Allerdings betonte Lidl Österreich, die Kette sei hierzulande nicht von dem Urteil betroffen; die Sorte sei damals nicht im Sortiment gewesen.

Enormes Wachstum

Der deutsche Konzern, gegründet von Dieter Schwarz, ist traditionell äußerst zurückhaltend in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Dafür wird umso eifriger im Hintergrund am Ausbau der Marktstellung gearbeitet – und zwar mit Erfolg: Durch eine Mischung aus Eigenmarken und bekannte Markenartikeln, mit rigoroser Billigstpreispolitik, ebensolcher Personalstrategie und strenger Kostenkontrolle wird das Wachstum unbarmherzig vorangetrieben: Laut einer Prognose des Informationsdienstes Planet Retail wird Lidl den Konkurrenten Aldi schon 2016 als weltgrößten Diskonter abgelöst haben. Lidl soll dann knapp 68 Milliarden Euro umsetzen, Aldi um eine Milliarde weniger. Schon zuvor soll Lidl die Metro-Kette als größten Handelskonzern ablösen. Und könnte auch außerhalb Europas, etwa in der Türkei und in den USA, expandieren.

Ständig in der Kritik

Lidl hat derzeit rund 11.000 Filialen in 20 europäischen Ländern und beschäftigt mehr als 300.000 Mitarbeiter. In Österreich sind es rund 200 Filialen und rund 3200 Mitarbeiter.

Dass billige Arbeitskräfte eine Voraussetzung für Billigpreise sind, leuchtet ein. Bei Lidl kommt es aber immer wieder zu Debatten um die Personalpolitik – so 2008, als Detektive mit Kameras auf die eigenen Mitarbeiter losgelassen wurden. Auch sonst ist Lidl ständig im Visier der Gewerkschaften, die vor allem in Deutschland die Zustände beklagen, etwa niedrige Löhne.

Auch die Zustände bei Lidl-Zulieferern wurden schon wiederholt kritisiert. Für Aufregung sorgte etwa eine Undercover-Recherche von Günter Wallraff, der 2008 in einer Fabrik anheuerte, die für Lidl Brötchen backt. Sein anschließender Bericht verdarb so manchem den Appetit:

Den Kunden ist es egal

Pferdefleisch, Bespitzelung, etc: Die Kunden kaufen trotz allem weiter ein bei Lidl. Weil der Diskonter symptomatisch für die Zustände im Lebensmittelhandel ist, wo es zu einem immer brutaleren Preiskampf kommt. Wobei es den typischen Diskonter mit offensichtlichen Billigsprodukten gar nicht gibt: Markenartikel und Eigenmarken mit hochwertiger Anmutung gibt es längst auch bei Hofer, Lidl & Co. Schließlich sind die Ansprüche quer durch alle Bevölkerungsschichten gestiegen.

Lidl trägt dem nicht nur mit Markenartikeln Rechnung, sondern auch mit Fairtrade-zertifizierten Produkten und mit (echten) Bio-Lebensmitteln. Auch in das Auftreten wurde zuletzt deutlich mehr investiert; der Konzern bemüht sich um ein freundliches Gesicht. Auf der Website gibt es sogar einen eigenen Unterpunkt "Datenschutz", wo entsprechende Grundsätze aufgelistet werden.

Das System Lidl funktioniert, weil sich die Gesellschaft verändert: Viele Menschen – auch im Wirtschaftsmusterland Österreich – haben immer weniger Geld für immer mehr Anspruch zur Verfügung.

Ganzjährig Gemüse, Schafkäse aus Griechenland, Fleisch in allen möglichen und unmöglichen Sorten, Alkoholika mit gut klingendem Namen: Das alles wollen wir haben. Diskonter wie Lidl sorgen dafür, dass sich das auch Menschen mit geringen und geringsten Nettolöhnen leisten können.

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