Das Milliardengeschäft mit Hobbits, Orks und Zwergen

Das Milliardengeschäft mit Hobbits, Orks und Zwergen

Der demnächst startende Film „Der kleine Hobbit“ lässt nicht nur Fans und Kinobesitzer jubeln. Rund um die fantastische Welt des J.R.R. Tolkien hat sich längst eine ganze Industrie etabliert – nicht alles ist wirklich geschmackvoll und gefällt den Tolkien-Erben.

„In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit.“ Mit diesem Satz beginnt das Buch „Der kleine Hobbit“, das der englische Literaturprofessor J. R. R. Tolkien vor 75 Jahren verfasste. Tolkien konnte nicht ahnen, dass er nicht nur die Gattung der Fantasy-Literatur begründete (besser gesagt: der hochwertigen Fantasy) und noch Jahrzehnte später für Begeisterung bei Lesern, Kinobesuchern und auch bei Unternehmen vieler Branchen sorgen würde.

Derzeit lässt sich mit Mittelerde - das ist die fiktive Welt, in der Tolkien seine Hobbits, Zwerge, Orks, Trolle und Drachen kämpfen ließ - wieder ordentlich Geld verdienen. Am 13. Dezember kommt der Film „Der kleine Hobbit“ in die österreichischen Kinos; die beiden weiteren Teile der Filmtrilogie folgen 2013 und 2014. Regisseur Peter Jackson hat mit einem Budget von rund insgesamt rund 450 Millionen Dollar nach Ansicht der ersten, inoffiziellen Kritiken (in Neuseeland feierte der Film vor kurzem Premiere) erneut ein bildgewaltiges Epos geschaffen. Seine „Herr der Ringe“-Trilogie, die auf dem noch berühmteren Tolkien-Buch dieses Namens beruht, hat fast drei Milliarden Dollar und 15 Oscars eingespielt.

Filme und mehr

Time Warner hofft auf einen ähnlichen Erfolg des „Hobbits“; zuletzt musste der Filmkonzern ein Minus beim Umsatz hinnehmen. Ein Blockbuster käme jetzt zur rechten Zeit, außerdem würde ein wirtschaftlicher Erfolg die nachfolgenden Filmteile ankurbeln und bis 2014 milliardenschwere Einnahmen garantieren. Hier ein offizieller Trailer zu dem Film:

Aber nicht nur die Filmindustrie schlachtet das Tolkien-Buch, das Schätzungen zufolge bisher rund 100 Millionen mal verkauft wurde, weidlich aus. Auch die Hersteller von höchst unterschiedlichen Produkten wie Brettspielen, Videospielen, Flipperautomaten, Naschereien, Bastelbögen, Zinnfiguren, Kaffeetassen, T-Shirts, Pullovern, Musik-CDs, Kalender, Hörspielen, Handtaschen, Uhren, Ringen, Füllfedern und all dem anderen möglichen (und unmöglichen) Zeugs freuen sich über das Interesse an fantastischen Ideen und Geschichten. Alleine Amazon
Amazon listet mehr als 3000 Suchergebnisse auf, gibt man das Wort „Hobbit“ ein. Auch wer bei eBay sucht , darf auf rund 2000 entsprechende Produkte zählen.

Streit um die Rechte

Die Rechte an den Tolkien-Büchern gehören im Prinzip den Nachfahren des Autors; der auch schon 88jährige Christopher, Sohn von J. R. R., ist literarischer Nachlassverwalter und hat selbst auch schon schriftstellerisch zur Ausweitung der Mittelerde-Geschichten beigetragen ( etwa mit „Nachrichten aus Mittelerde“ , die er herausgegeben hat). Nicht immer läuft das ganz reibungslos: So haben die Tolkien-Erben vor kurzem einen Prozess gegen Time Warner begonnen, weil sie Verstöße gegen einen Vertrag aus den 1960ern orteten. Demnach hätte das Filmstudio zwar das Recht, Produkte wie Figuren, Kleidung und Papierwaren zu verkaufen, nicht aber digitale Waren, wie Online-Spiele und Klingeltöne. Doch gerade letztere Produkte sind wichtig.

Die Rechtslage ist einigermaßen kompliziert. Inhaber der filmischen Rechte ist „MIddle-earth Enterprises“ , vormals „Tolkien Enterprises“ genannt. Das kalifornische Unternehmen gehört dem Produzenten Saul Zaentz, der Filme wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Der englische Patient“ produzierte. Zu den Abnehmern der Middle-earth-Lizenzen gehört neben Warner unter anderem auch der Spielehersteller Electronic Arts (EA), der diverse „Herr der Ringe“-Spiele im Angebot hat. Auch Weinhändler und Hersteller von Mini-Figuren finden sich auf der Lizenzierungsliste.

Das Recht auf die Tolkien-Werke selbst gehören aber „Tolkien Estate“ ,
die unter anderem von Christopher Tolkien verwaltet wird. Diese hat die erwähnte Klage gegen Warner angestrengt. Es ging dabei unter anderem um die Verwendung des geistigen Eigentums für Flipperautomaten.

Die Heimat der Hobbits

Ein besonders gutes Geschäft ist das anhaltende Interesse an Hobbits für Neuseeland. Der Tourismus des Landes profitiert völlig zu Recht und völlig ungehemmt davon, dass die Mittelerde-Filme dort gedreht wurden. Das Auenland liegt übrigens nahe der Stadt Matamata; von Auckland ist man in nicht einmal drei Stunden dort, wo Hobbingen „originalgetrau“ nachgebaut wurde:


Größere Kartenansicht

Auch die übrige neuseeländische Wirtschaft profitiert, etwa die Fluggesellschaft Air New Zealand – und die hat mit einem ganz speziellen Sicherheitsvideo das Marketing rund um die Hobbit-Begeisterung klug angekurbelt:

Übrigens: Wer für seine Kinder oder sich selbst ein Weihnachtsgeschenk in dieser Richtung sucht: Von Lego gibt es nettes Spielzeug zum Thema . Da hätte wohl nicht mal J. R. R. etwas dagegen gehabt…..

LINK-TIPPS

Namensgebung: Dieser Artikel stammt von „Grigory Sackville-Bracegirdle“ – so würde mein Name lauten, wäre ich ein Hobbit. Wer für sich selbst herausfinden will, wie er im Auenland heißen würde: Diese Website macht es möglich .

Buchtipp: Und wer nicht nur im Kino das Tolkien-Abenteuer erleben, sondern das Buch genießen will: Klett-Cotta gibt das Werk in neuester deutscher Übersetzung heraus.

Robert Prazak

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