Das neue BondAge

Das neue BondAge

Am 1. November startet das neue James-Bond-Abenteuer "Skyfall“ in den heimischen Kinos. Die Promotion zum Jubiläumsfilm läuft auf Hochtouren. Warum und wie der ewige Gentleman-Agent seit 50 Jahren im knallharten Moviebiz als Cashcow überlebt.

Sein Auto: ein Aston Martin DB5. Sein Offroadbike: von Honda. Seine Uhr: eine Omega Seamaster Planet Ocean. Das Handy: Sony Xperia T. Sein Anzug: von Tom Ford. Sein Name: Bond. James Bond. Ein Schmäh, der seit 50 Jahren zieht. Ebenso wie die Sache mit dem Wodka Martini - geschüttelt, nicht gerührt. Einzig in "Casino Royale“ antwortet Daniel Craig als James Bond auf die klassische Frage des Barmanns staubtrocken: "Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?“

Der Edel-Actionhero ist in ein neues Zeitalter getreten. Mit "Casino Royale“ vollzog man 2006 einen radikalen Kurswechsel: Mit Daniel Craig wurde nach Pierce Brosnan ein neuer Hauptdarsteller lanciert, der Plot kreist nun um realistischere Storys, um aktuelle Brennpunktthemen, die die Welt bewegen, und der Agent im Auftrag Ihrer Majestät wird mit weniger kuriosen Gadgets ausgestattet. Vorbei die Zeiten, in denen das Handy gleichzeitig ein 60.000-Volt-Elektroschocker war.

Am 1. November startet mit "Skyfall“ 007s neues Abenteuer, das Daniel Craig als James Bond auf einen blondierten Javier Bardem als Bösewicht treffen lässt. Den Titelsong liefert die britische R&B-Sängerin Adele und folgt damit berühmten Vorgängern wie Tom Jones, Shirley Bassey, Madonna oder den britischen New-Wave-Heroes Duran Duran.

Die Cashmaschine läuft ungebrochen weiter. Ende der 50er-Jahre hat Produzent Albert Romolo Broccoli gemeinsam mit Harry Saltzman die Rechte für Ian Flemings 007-Bücher erworben und mit seiner Firma Eon Productions betreut. Der Beginn einer unglaublichen Erfolgsgeschichte, die mit 23 Filmen über fünf Milliarden Dollar einspielte (siehe Liste ). Mittlerweile wird die 007-Serie in zweiter Generation von Barbara Broccoli und ihrem Halbbruder Michael G. Wilson produziert.

Mainstream-Gentleman

Die Figur James Bond ist sich treu geblieben, der Männertypus über die Jahre allerdings ein anderer geworden. Sechs Schauspieler haben Bond bisher dargestellt: Während der smarte Ur-Bond Sean Connery noch Genießer von schönen Frauen und schnellen Autos war und sich auch der bisher längstgediente Agent im Auftrag Ihrer Majestät, Roger Moore, als selbstironisch humorvoller Charmeur und raffinierter Ladykiller präsentierte, durchwandern die Nachfolger bereits die Ära der testosterongeschwängerten Blockbuster-Coolness. Timothy Dalton gab sich ab 1987 glatt und skrupellos, Pierce Brosnan lässig, arrogant, zynisch und ein wenig abgehoben. Der aktuelle Bond, Daniel Craig, brilliert weniger als Macho-Liebhaber denn als pragmatischer Killer, der sich durchaus auch verletzlich zeigen darf und erstmals auch mit explizit sexueller Körperbetonung auftritt. Mit dem kantigen, rohen Daniel Craig ist der Gentleman im Mainstream angekommen. Und das entspricht durchaus der Realität: Mann trägt Sixpack und Maßanzug, der Smoking ist auch für die breite Masse keine Verkleidung mehr, und weiße Dinnerjackets gibt’s auch bei H&M.

Der Neue

Der 44-jährige Brite hat das Bond-Universum neu aufgemischt und spiegelt eine Gesellschaft wider, die nach dem Zeit-ist-Geld-Prinzip auf der Überholspur rast, ohne die Landschaft und die Beifahrerin zu genießen. Das ist auch eingefleischten Bond-Fans wie der heimischen Krimiautorin Sabine Naber aufgefallen, der beim neuen Bond etwas Charme und Witz abgehen: "Aber das ist zurzeit ein generelles Manko in der Gesellschaft. Insofern ist der aktuelle Bond ein ehrliches Spiegelbild - man ist cool und auf seine Arbeit konzentriert. Daniel Craig hat etwas von einem einsamen Wolf an sich.“

Dieser James Bond ist keine Figur aus einer versunkenen Zeit und einer unerreichbaren exotischen Welt, sondern eher einer, den man auch beim Business-Meeting treffen könnte. Einer, der auch mal in Loyalitätskonflikt mit der Chefin gerät. Im neuen Film trinkt der Geheimagent nun auch Bier statt Wodka Martini. Daniel Craig zeigt sich damit als erster Bond mit Bierflasche in der Hand. Die Marke ist alles andere als geheim: Der Agent trinkt Heineken. 35 Millionen Euro soll die Biermarke für ihren Filmauftritt hingeblättert haben. Kein verlorenes Geld für Product-Placement, wie der Schweizer Markenexperte Stefan Vogler analysiert.

Immerhin hat die Agentenserie bereits 1962 mit Rolex, Aston Martin und Walther PPK den lukrativen "Productshot“ erfunden. Vogler: "Man muss wissen, wer die Zielgruppe des Films ist und wie man diese erreicht. Bei Bond und dem Lifestyle, den er nun symbolisiert, ist es das obere Mittelsegment. Dort, wo die BMW- und Audi-Fahrer zuhause sind.“ Daraus, so der Experte, erklärt sich auch Bonds frische Liebe zu einem gepflegten Bier: "Mit Schütteln und Rühren geht jetzt nichts mehr. Bond verkörpert einen Kosmopoliten, und Heineken ist eine der wenigen globalen Biermarken, die sich - anders als Carlsberg - vor allem im Kultur- und Musikbereich positioniert haben. Für jede andere Biermarke wäre ein Bond-Sponsoring nicht besonders sinnvoll.“

Seit 1995 trägt James Bond Omega am Handgelenk. "Omega passt“, so der Markenanalyst, "ähnlich wie Rolex perfekt zu Bond. Die Marke ist im smarten, sportlichen Segment angesiedelt. Nicht ganz Hightech und trotzdem sehr technikaffin. Gut vorstellen könnte ich mir bei Bond übrigens auch IWC.“

Wertbeständigkeit zeigt 007 auch bei der Wahl seines Vehikels. Über 29 Autotypen hat der Geheimagent bislang gefahren, viele davon zu Schrott. Als Dienstwagen durchgesetzt hat sich der Aston Martin DB5, dicht gefolgt von den Marken Ford und Bentley. Aufgerüstet waren diese schießenden, tauchenden und ferngesteuerten Sondereditionen mit jeder Menge Hightech als Lebensversicherung. Vieles, was in Bonds Karriereanfängen noch wie Science-Fiction anmutete, ist heute allerdings längst Alltagsrealität geworden: wie etwa das Ortungs- und Navigationssystem aus "Goldfinger“ oder die Unterwasserkamera aus "Feuerball“.

Nur konsequent also, dass im neuen Bond-Age auch die Storys realistischer sind: Nach dem goldenen Zeitalter der Spionagefilme um den Kalten Krieg geht der Kampf nun gegen Ökokatastrophen und Fundamentalisten. Auch die Gegner sind greifbarer, keine Superbösewichte jenseits politischer und geografischer Grenzen wie einst Dr. No oder Goldfinger, sondern Terroristen oder die Finanzmafia werden nun gejagt.

Das allerdings nicht mehr ausschließlich in der Postkartenidylle, die in den 60er- und 70er-Jahren Traumurlaubsstimmung auf die Leinwand zauberte - mit Schauplätzen wie dem Strand in Jamaica, wo Ursula Andress in "Dr. No“ als badende Action-Venus aus dem Meer stieg, bis zu den Felsformationen in Thailand. Heute macht das Neckermann für jeden möglich.

Der erstaunlichste Wandel allerdings ist in der Zeichnung der Frauenfiguren auszumachen. Die Emanzipationsbewegung ist in fünf Dekaden auch an den Bond-Girls nicht spurlos vorbeigegangen: Frauen sind keine Accessoires, sondern ebenbürtige Kontrahentinnen und oftmals brutalere Kämpferinnen als der Titelheld. Das glatt geschminkte Fick-mich-Face weicht einem offensiven Ich-weiß-was-ich-will- und-fick-dich-Gesicht. Für Krimiautorin Naber ein längst überfälliger Paradigmenwechsel: "Das stärkere Frauenbild in den Bond-Filmen ist eine wichtige Anpassung an die gesellschaftliche Realität - wir Frauen, die wir Actionfilme lieben, benötigen doch auch eine Identifikationsmöglichkeit, und das sind sicher nicht mehr die naiven Gespielinnen und Heimchen am Herd.“

Sellout statt Burnout

Fazit: Selbst nach 50 Jahren selbstausbeuterischer Karriere im MI6 ist James Bond weit vom Burnout entfernt und präsentiert sich frischer denn je. Das zeigt auch das weltweit ungebrochene Interesse am von höchster Stelle lizenzierten Killer: Bei Christie’s London bietet man in einer Online-Auktion bis 8. 10. Bond-Devotionalien an, unweit von London, in Beaulieu, präsentiert eine Ausstellung den Fuhrpark des Agenten, in Toronto gibt die Schau "Designing 007“ Überblick über die skurrilsten Gadgets. Und selbst das New Yorker MoMa steht im Zeichen von James Bond: mit "50 Years of James Bond“ und "Goldfinger“.

Was die Faszination am Mythos ausmacht, umreißt Bond-Fan Sabine Naber: "Ich habe das Gefühl, dass sich Menschen nach wie vor nach einer Person sehnen, die es mit den schemenhaften Bösen aufnimmt, die Kraft und die Cleverness hat, sich dem entgegenzustellen. Denn seien wir ehrlich: Viele der internationalen Machenschaften überfordern uns, wir wissen oft gar nicht, wo wir anfangen sollen, uns zu wehren. Aber wenigstens einen Abend lang wollen wir die Gewissheit haben, dass alles gut wird - wie einst als Kinder, wenn uns Märchen vorgelesen wurden.“

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