"Das Atomkraftwerk macht mir keine Angst" – Leben im Schatten der Kühltürme von Temelin

"Das Atomkraftwerk macht mir keine Angst" – Leben im Schatten der Kühltürme von Temelin

Das Nachbarland Deutschland ist zum Atomausstieg entschlossen, das ebenfalls benachbarte Österreich nahm sein einziges Atomkraftwerk nie in Betrieb. Die Tschechische Republik jedoch bleibt eine entschiedene Befürworterin der Atomenergie in Mitteleuropa und bereitet sogar den Kraftwerksausbau vor - trotz der Warnungen von Umweltschützern.

"Das Atomkraftwerk macht mir keine Angst", sagt Vaclav Hrabe in der Küche seines bescheidenen Hauses in Temelin. Mit 90 Jahren ist Hrabe der Doyen von Temelin, jener tschechischen Ortschaft im Schatten der Kühltürme eines Atomkraftwerks, das Deutschland wie Österreich ein Dorn im Auge ist.

Rund 400 Bewohner hat Temelin, knapp drei Viertel haben sich einer aktuellen Umfrage zufolge für einen Ausbau des Kraftwerks um zwei weitere Blöcke ausgesprochen. Das Umweltministerium in Prag hat bereits grünes Licht für das Bauvorhaben gegeben. Derzeit wetteifern der US-Konzern Westinghouse und sein russischer Konkurrent MIR-1200 um den Zuschlag für die Ausführung.

"Das Kraftwerk wird wachsen, und das Dorf wird wachsen", sagt Hrabe voller Stolz auf sein Dorf: Es gebe gar nicht mal wenige Menschen, die sich ausgerechnet in Temelin ein Haus bauen wollten. Der ländliche Charme der südböhmischen Ortschaft steht in krassem Kontrast zu den vier grauen je 155 Meter hohen Kühltürmen, aus denen weißer Wasserdampf emporsteigt, den beiden Gebäuden für die Reaktoren und den karminroten Hallen für die Kraftwerksturbinen.

"Disneyland"

Im Ort heißt die Kraftwerksanlage "Disneyland" wegen ihrer farbigen nächtlichen Beleuchtung. Das im Jahr 2000 eröffnete Atomkraftwerk ist mit zwei Druckwasserreaktoren russischer Bauart vom Typ WWER ausgestattet - jeder mit einer Leistung von 1000 Megawatt. Temelin deckt damit ein Fünftel des Stromverbrauchs der rund 10,5 Millionen Tschechen.

Deutschland und vor allem Österreich, dessen Grenze nur 60 Kilometer von Temelin entfernt ist, blicken derweil mit Sorge nach Tschechien. Doch der tschechische Stromkonzern CEZ, zu 70 Prozent in staatlicher Hand, verteidigt die Atomenergie und will das Land zum Energie-Selbstversorger machen.

Kraftwerkssprecher Marek Svitak betont in Temelin zudem die Vorteile des Atomkraftwerks für die Menschen vor Ort: Temelin erhalte alljährlich von den Betreibern zehn Millionen tschechische Kronen (rund 396.000 Euro) zum Infrastruktur-Ausbau. Zudem flössen seitens CEZ weitere 30 Millionen Kronen durch Immobiliensteuern in die Ortschaft.

Doch es gibt auch kritische Stimmen in Temelin. "Niemand hat mich überzeugen können, dass die Anlage sicher ist", sagt beispielsweise der Rentner Frantisek Riha in seinem Garten gleich gegenüber dem Bürgermeisteramt. Er fühle sich jedesmal "gestresst", wenn die Alarmsirenen von Temelin testweise losgingen. Das passiert viermal im Jahr.

In der Kreisstadt Ceske Budejovice steht Monika Machova-Wittingerova von der Umweltschutzorganisation Mütter Südböhmens an der Spitze des Kampfes gegen das Atomkraftwerk von Temelin. Atomenergie habe immer schädliche Folgen für die Umwelt, sagt sie: "Und natürlich lässt sich das Risiko eines schweren Zwischenfalls nie ganz ausschließen."

In Temelin selbst hätten Proteste an Heftigkeit verloren, konstatiert Josef Vaca, Mitglied im Dorfvorstand. "Die Zeiten, in denen Demonstranten sich an den Toren des Kraftwerks festgekettet haben, sind vorbei." Vaca, Fachmann für Belüftungstechnik, arbeitet als einer der wenigen Bewohner von Temelin im Kraftwerk. "Meiner Ansicht nach hat sich die Mehrzahl der Leute hier an das Atomkraftwerk gewöhnt", meint er beim Gespräch im einzigen Speiselokal des Ortes, dessen Eingang zwei Logos zieren: jenes einer Brauerei und das des CEZ-Konzerns.

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