Christina Stürmer: "Es geht auch ohne Drogen und Skandale"

Christina Stürmer: "Es geht auch ohne Drogen und Skandale"

FORMAT-Interview. Sie ist Österreichs erfolgreichster Musik-Exportschlager seit Falco und gleichzeitig das „nette Mädchen von nebenan“: Zum Start ihrer Österreich-Tournee verrät Christina Stürmer, warum sie sich als erstes ein Haus gekauft hat und mit ihren Mitarbeitern für das Teambuilding nicht über glühende Kohlen geht, sondern lieber Bus fährt.

FORMAT: Brauchen Sie nicht bald eine Drogenaffäre oder einen Freund, der schon im Gefängnis war, um die Mechanismen des Pop-Geschäftes zu nutzen. Oder wie funktioniert aus Ihrer Erfahrung das Musik-Business?

Christina Stürmer: Skandale sind heutzutage nicht der ausschließliche Weg ins Musikbusiness. Natürlich macht man hiermit auf sich aufmerksam und erhält viel Publicity, wie Miley Cyrus im Moment deutlich zeigt. Künstler wie Passenger oder Ed Sheeran andererseits begeistern schlicht durch ihre Musik und haben es im wahrsten Sinne des Wortes von der Straße auf die größten Bühnen der Welt geschafft. Persönlich glaube ich, dass in erster Linie die Musik zählt. Diesen Weg gehe ich bereits seit zehn Jahren und bisher hat es ohne Drogenaffäre und Gefängnis ganz ordentlich funktioniert. So soll es bleiben.

Gibt es für Sie im Musik-Business so etwas wie Zukunftsplanung? Wie sieht die aus?

Stürmer: Langfristig ist das Musikbusiness nicht wirklich planbar. Ich musste mich mit dem Gedanken anfreunden, dass morgen die Musik, die ich mache, nicht mehr den Anklang findet wie bisher und das Interesse nachlässt. Das Musikbusiness ist einfach nicht kalkulierbar. Umso glücklicher bin ich, dass ich seit zehn Jahren dabei sein darf. Darauf bin ich ein bisschen stolz.

Was macht Christina Stürmer, wenn morgen niemand mehr ihre CDs kauft und in die Konzerte kommt? Gibt es einen Plan B? Oder ist es uncool, so einen zu haben?

Stürmer: Es ist sicher nicht „uncool“ einen Plan B zu haben, aber für mich ist das nichts. Musik ist einfach emotional und passiert ohne Kalkül. Ich bin ein Bauchmensch und wenn ich mir vorstelle, dass ich abends auf die Bühne gehe und davor noch den „Plan B“ strukturiert in der Tasche habe... (lacht) Nein – das bin ich nicht. Und so könnte ich einfach keine Musik machen. Aber natürlich denke ich hier oder da schon darüber nach, was wäre, wenn ich nicht mehr auf der Bühne stehen würde. Kindergartenpädagogin vielleicht oder ein kleiner Buchladen... Konkret habe ich mich damit noch nicht beschäftigt. Wenn es soweit ist, sehen wir weiter.

Sie haben in den vergangenen Jahren dank Ihrer Erfolge sehr gut verdient. Was machen Sie mit Ihrem Geld? Gibt es eine finanzielle Zukunftsvorsorge, Pensionsversicherung, Immobilien…?

Stürmer: Hier bin ich sicher eher konservativ. Ich habe mir als erstes ein Haus gekauft und lebe ziemlich bodenständig. Ich spare einfach das, was ich nicht ausgebe.

Musik ist eine Team-Leistung. Trotzdem sind Sie eindeutig der Star, die Musiker stehen im Hintergrund, bleiben unbekannt. Wie motiviert man auf dieser Basis „Mitarbeiter“, ihr Bestes zu geben?

Stürmer: Ja, ich stehe vorne, aber ohne das Team würde ich das niemals schaffen. Dazu zählen nicht nur die Musiker auf der Bühne, dazu gehört eine Crew, das Management, Promoter – einfach viele Menschen, die alle ihren Job machen, damit alles um mich rum funktioniert. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass dieser Teamgedanke jedem bewusst ist, der mit mir arbeitet und ich hoffe sehr, dass die Arbeit in meinem Team Spaß macht...und ist das nicht die beste Motivation?

Gibt es in der Musikszene so etwas wie „Teambuilding“-Aktivitäten? Gemeinsam Kochen oder über glühende Kohlen laufen?

Stürmer: Bisher habe ich noch von niemandem in der Musikszene gehört, der mit seinem Team über glühende Kohlen gelaufen ist. Ich glaube offen gesagt auch nicht, dass das bei meinem Team wirklich so toll ankommen würde (lacht). Bei uns ergibt sich das einfach, meistens wenn wir unterwegs sind. Wir fahren sehr oft mit einem Tour-Bus, und wenn man mit den Musikern und der Crew Tag für Tag in einem Bus fährt, hat das schon was von einer Klassenfahrt. Das ist unser „Teambuilding“.

Sie haben zuletzt häufiger das Management gewechselt. Ist das wie im Fußball: Wenn der Erfolg ausbleibt, muss der Trainer gehen? Wann bzw. woran merken Sie, dass die Zusammenarbeit nicht mehr passt?

Stürmer: Ich habe bisher zwei Mal das Management gewechselt. Letztendlich habe ich persönlich in der Vergangenheit viele Erfahrungen gesammelt und bei den letzten beiden Managements hat es einfach nicht mehr gepasst. Ich habe einfach klare Vorstellungen und hier sind die Meinungen zu weit auseinander gegangen. Vielleicht kann man das auch mit einer Beziehung vergleichen. Man hat sich einfach auseinander gelebt, hat sich immer weniger zu sagen oder findet keine Gemeinsamkeiten mehr. Klingt vielleicht ein wenig kitschig, aber trifft es meiner Meinung nach ganz.

Muss Christina Stürmer noch arbeiten oder ist das Geld so gut angelegt, dass es bis zur Pension reicht?

Stürmer: Ob es bis zur Pension reicht hängt, natürlich vom Lebensstil ab (lacht). Ich muss mir keine großen Sorgen machen, denke ich, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht mehr arbeiten muss. Das Mikrofon werde ich sicherlich so schnell nicht in die Ecke legen...zumal ich auch das große Glück habe, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte.

Zur Person
Die 31-jährige Linzerin, die ihre Karriere bei der ORF-Castingshow „Starmania“ begann, ist seit zehn Jahren im Musikgeschäft erfolgreich und zählt vor allem dank ihrer Erfolge in Deutschland zu den Top-Verdienern der Szene. Mittlerweile hat die gelernte Buchhändlerin insgesamt 1,5 Millionen Tonträger verkauft, für den Song „Millionen Lichter“ gab es erst kürzlich die Goldene Schallplatte. Anfang der Woche hat sie ihre neue Österreich-Tournee gestartet.
http://christinaonline.at/

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