Chinesen kommen auf den Geschmack – darunter leidet die Luxusindustrie

Chinesen kommen auf den Geschmack – darunter leidet die Luxusindustrie

Exorbitante Preise und bekannte Namen alleine sind in China kein Kaufargument mehr – die Käufer werden wählerischer. Etablierte Marken wie Burberry tun sich zunehmend schwer.

Hersteller von Luxusgütern haben sich in China lange darauf verlassen, dass die Kunden ohne zu zögern nach 1000-Dollar-Handtaschen und anderen erlesenen - und einträglichen - Waren greifen. Jetzt verändert sich der chinesische Geschmack auf eine Art, die den Marken, die in dem Land am aggressivsten expandiert haben, schaden könnte.

“Während die Luxusindustrie reift, werden die Chinesen bezüglich der Produkte, die sie kaufen, anspruchsvoller”, sagte Fflur Roberts, globale Leiterin der Luxusgüteranalyse bei Euromonitor in London. “Es geht nicht mehr nur um den Glitzereffekt”, fügte sie hinzu Der Wechsel zu weniger auffälligen und dafür häufig teureren Waren, der in Europa und den USA nach dem Zusammenbruch der Lehman Brothers Holdings Inc. 2008 stattfand, könnte dem Wachstum von Louis Vuitton und Gucci eine Delle verpassen. Die beiden Marken haben einer Schätzung von HSBC zufolge bis vor kurzem mehr als die Hälfte der in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt abgesetzten Luxustaschen hergestellt.

Wachstum in der Nische

Der flächenbereinigte Absatz von Nischen-Luxusmarken wie Bottega Veneta und Yves Saint Laurent, beide aus der Markengalerie der Pariser PPR SA, ist in diesem Jahr drei Mal so stark gewachsen wie der Branchendurchschnitt, schreibt HSBC. Auch die Hersteller günstigerer Handtaschen wie die New Yorker Coach Inc. könnten von der Suche nach einem besseren Preis- Leistungs-Verhältnis profitieren, so die Bank.
“Die Verbraucher in China geben immer noch Geld aus, aber sie tun es anders”, sagte Uché Okonkwo, geschäftsführender Direkter der Pariser Beratung Luxe Corp. Da die chinesischen Kunden sich besser über Trends informierten “müssen die Luxusunternehmen sich mehr anstrengen als vor fünf Jahren, um ihnen etwas zu verkaufen”, fügte er hinzu.

Vorbild Europa

Chinesen sehen auf Reisen, dass Designerkleidung und Accessoires in Europa und Amerika halb so viel kosten können wie zu Hause. Zudem bremst der einmal pro Jahrzehnt stattfindende Führungswechsel den Verkauf von Luxusgütern, da viele Chinesen sich mit Geschenken an Beamte und Funktionäre zurückhalten, bis klar ist, wer an der Macht bleibt, wie Burberry-CEO Angela Ahrendts sagte.

China ist der fünftgrößte Luxusgütermarkt der Welt mit einem Umsatz von 92 Milliarden Yuan (11,3 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr, wie Euromonitor-Daten zeigen. HSBC zufolge könnten chinesische Kunden mehr als 25 Prozent des weltweiten Luxusgüter-Umsatzes erzielen.

Preise werden erhöht

Vuitton, Gucci - ebenfalls eine PPR-Marke - und Burberry Group Plc haben mit Preiserhöhungen und der Einführung exotischerer Produkte wie einer fast 3200 Euro teuren Gucci- Schultertasche aus Pythonleder reagiert. Doch die jüngsten Berichte zeigen, dass der Plan nicht aufgeht. Burberry hat mitgeteilt, dass der flächenbereinigte Umsatz seit Ende August gefallen ist. Der britische Luxusgüterhersteller hat berichtet, dass chinesische Touristen wohl auf ihren Europa-Reisen weniger für Trenchcoats und andere Produkte ausgeben. Bei Gucci’s Mailänder Modenschau am 19. September lehnte es CEO Patrizio Di Marco ab, sich zum Geschäftsverlauf zu äußern. PPR veröffentlicht die Zahlen für das dritte Quartal am 25. Oktober. Ein LVMH-Sprecher wollte sich zu den Umsätzen von Louis Vuitton nicht äußern.
Prada, eine Marke, die mehr Leder und weniger Logo in seinen Taschenkollektionen verwendet als Konkurrent Louis Vuitton, könnte von der Suche der Käufer nach Alternativen profitieren, stellt HSBC fest. Die Mailänder Edelmarke teilte am Montag mit, dass der Umsatz auf gleichbleibender Verkaufsfläche sich in den vergangenen zwei Monaten nicht abgeschwächt habe.

Die Marken werden müde

Vuitton und andere “Megamarken könnten damit beginnen, unter Markenermüdung zu leiden, da sie auf einige Märkte sehr früh vorgedrungen sind”, schrieb HSBC-Analyst Erwan Rambourg. “Wir nennen das den Nachteil der Pioniere.”

Das sogenannte absolute Luxus-Segment, eine Liga in der Hermès International SCA spielt, ist der am schnellsten wachsende Teil des Markts und wird sich bis Ende 2014 besser entwickeln als der Rest, prognostiziert Bain & Co. Hermès hat im August eine Umsatzziel für 2012 mit Verweis auf die Nachfrage aus Asien erhöht. Hermès konnte den dortigen Umsatz im ersten Halbjahr um 25 Prozent steigern.

Kommt die Banalisierung?

Zu leicht zugänglich zu sein, könne zu “Banalisierung” führen, warnte Hermès-CEO Patrick Thomas am 31. August. Der Pariser Hersteller der Birkin-Bags will seine Reputation durch eine abgebremste Expansion schützen. Maximal 20 neue Geschäfte will Hermès in den kommenden Jahren weltweit öffnen, so Thomas.

Die überraschende Burberry-Gewinnwarnung lässt einige Analysten in Bezug auf LVMH vorsichtiger agieren. UBS-Analystin Eva Quiroga stufte den Konzern auf Neutral ab. Sie verringerte ihre Prognose für das Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs Mode und Lederwaren im zweiten Halbjahr auf fünf bis sechs Prozent, nach zehn Prozent im ersten Halbjahr. Mit einem Umsatzwachstum im Gesamtjahr von 8,5 Prozent bliebe LVMH hinter dem Branchendurchschnitt von 9,2 Prozent zurück, so Quiroga weiter. Besser ergehen wird es hingehen Hermès, Cie. Financiere Richemont SA, Prada und dem Luxusgüterbereich von PPR - selbst wenn Gucci weiter hinter den Erwartungen zurückbliebe, so Quiroga. Die UBS-Analystin prognostiziert ein Umsatzwachstum von zwölf bis 13 Prozent, für Prada sogar 15 Prozent.

Erektions- und Potenzstörungen sind weiter verbreitet als man denkt, doch kaum jemand sucht professionelle Hilfe.
#Gesundheit #Sexualität
 

Gesundheit

Erektionsstörungen: Das ist bei Potenzproblemen zu tun

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der japanische Konzern präsentiert auf der IFA die neue Flaggschiff-Reihe Z3. Das Acht-Zoll-Tablet ist ein Angriff aufs iPad mini.
#sony
 

Mobile

Sony stellt Produkte der Z3-Reihe vor