"Brave Karikaturen sind für’n Hugo"

Für immer Deix

Das Karikaturmuseum Krems präsentiert die Deix-Schau "Für immer Deix“. Eine Neupräsentation der Deix-Sammlung, ergänzt um Arbeiten aus dem Privatbesitz des Künstlers, der mit Gattin und, aktuell, 48 Katzen bei Wien lebt.

Eröffnung: Do., 6. 9., 18.30 Uhr. Laudatio: Hella von Sinnen.

Dieses Bild trägt den Namen "Abschreckjäger, aufblasbar, sind billiger als Abfangjäger", 1986

Beach Boy Deix, 1995

Das Karikaturmuseum Krems präsentiert seine Deix-Schau neu. Der Cartoonist im Interview.

FORMAT: Ihre Arbeiten sind feinst gestaltet und deutlich im Inhalt. Was darf Karikatur? Was muss sie?

Manfred Deix: Karikatur muss vor allem unterhaltend und lustig sein. Sie darf stänkerisch sein, entlarvend, soll die Dinge beim Namen nennen und auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen. Das allein legitimiert sie als ernst zu nehmende Kunstform. Brave Karikaturen sind für den Hugo und ergeben keinen Sinn.

Wird es schwerer, Autonomie zu bewahren? Sie sind ja selbst mit NÖ-Landeshauptmann Pröll sehr befreundet. Agiert man dann irgendwann als Hofnarr?

Deix: Ich verstehe mich nicht als Hofnarr, weil dafür bin ich viel zu wenig mit den Mächtigen verbandelt. Einzig zu Erwin Pröll, der ja das Karikaturmuseum ermöglicht hat, habe ich so etwas wie ein amikales Verhältnis. Ansonsten schaut es schlecht aus. Ich meide die Kreise der Mächtigen, weil die Gefahr besteht, dass die einem sympathisch kommen, und dann ist es vorbei mit jeder Kritikmöglichkeit.

Öde Gesichter in der Politik, Korruption und Lügen. Wenn die Realität schon wie eine Karikatur daherkommt, was kann man da noch toppen?

Deix: Toppen wird immer schwieriger. Wenn Politiker und Korruptionisten so weitertun, machen sie Leute wie mich brotlos. Auf Dauer wird es für unsereinen nämlich fad, immer dieselben Themen dieser Partie zu kommentieren. Drum zeichne ich immer seltener politische Themen, weil mir dabei das Gesicht einschläft.

Was sind denn Ihre Top-Inspirationsquellen?

Deix: Zeitungen und Fernsehen und das pralle Leben, wenn ich mich unter die Menschen begebe. Dann allerdings sperre ich Augen und Ohren weit auf, höre, sehe und staune. Die Welt ist schon eine interessante Gegend, auch die österreichische.

Welcher ist Ihr Lieblingspolitiker?

Deix: Lieblingspolitiker? Im Moment gar keiner. Als Zeichner waren mir immer die schiachsten die liebsten, weil sie optisch am ergiebigsten waren. Heute sehen die alle wie der nette Nachbar von nebenan aus. Ich fürchte, ich muss mir irgendwann einen neuen Beruf einfallen lassen. Und das in meinem Alter! Eine Horrorvorstellung!

Wie erhalten Sie sich den liebevollen Blick, der bei aller Schärfe Ihren Bildern dennoch innewohnt? Ist Ihnen als "Harmoniejunkie“ noch nie die Lust an der Gesellschaftskritik vergangen?

Deix: Man missversteht meine Arbeit oft als menschenverachtend und zynisch, ein großer Irrtum: Ich hatte nie vor, die Leute zu beleidigen, bloßzustellen oder zu verletzen. Ich weiß nur, dass ich bereits als Kind sehr viel über die Menschen gelacht habe, aber nicht, weil ich ein zitronensaurer Gesellschaftskritiker war, sondern eine vitale Freude am komischen Aussehen und ihrer Sprache hatte. Das ist bis heute so geblieben. Meine Arbeit ist nichts anderes als das herzliche Lachen eines Zeichners, der sich an seinen Mitmenschen erfreut und nicht sattsehen kann. Wie gesagt: Ich bin ein Kind geblieben.

Ist in all den Jahren irgendein Typus Österreicher aus der "Deix-Kollektion“ ausgestorben?

Deix: Ausgestorben sind altersbedingt die Uraltnazis. Da gibt es sicher Nachwuchs, aber der interessiert mich nicht mehr. Was zählt, sind die Durchschnittsösterreicher, und die sterben nicht aus.

Zahlreiche Ihrer Karikaturen sind mit Texten versehen. Was macht mehr Spaß: Text- oder Bildebene?

Deix: Wissen Sie, als Multitalent bin ich ein Pendler zwischen meinen Begabungen. Meine Entscheidung zwischen Weltklassezeichnung und Weltklassetext hängt von der jeweiligen Honorarhöhe ab.

Hella von Sinnen wird als erklärter Deix-Fan eine Laudatio halten. Was halten Sie von Hella von Sinnen?

Deix: Sehr viel, seit ich im Fernsehen gehört habe, was sie von mir und meinen Arbeiten hält.

Karikaturmuseum Krems: "Für immer Deix“, ab 7. 9.
Neupräsentation der Deix-Sammlung, ergänzt um Arbeiten aus dem Privatbesitz des Künstlers, der mit Gattin und, aktuell, 48 Katzen bei Wien lebt. Eröffnung: Do., 6. 9., 18.30 Uhr. Laudatio: Hella von Sinnen.

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