Boris Nemsic: von Mattersburg in die Welt

Boris Nemsic: von Mattersburg in die Welt

Mit der Beteiligung an einem burgenländischen Tech-Unternehmen will Ex-Telekom-Boss Boris Nemsic weltweit vom Boom virtueller Mobilfunk-Netze profitieren.

Zwischen Mattersburg und São Paulo liegen Welten. Für den burgenländischen Mobilfunk-Ausrüster I-NEW ist das aber kein Problem. Handynetze funktionieren überall auf der Welt nach den gleichen technischen Parametern. Und I-NEW bedient eine Nische, die enormes Potenzial in der globalen Telekommunikation hat: Sogenannte Virtuelle Netze - sprich: Mobilfunkanbieter ohne eigene Infrastruktur - boomen enorm. In Österreich gehört zum Beispiel Red Bull Mobile dazu. In Südamerika ist Virgin Mobile von Multimilliardär Richard Branson drauf und dran, den Kontinent mit dieser Technologie zu erobern. Und Virgin Mobile setzt wiederum voll auf Hard- und Software von I-NEW.

Die rosigen Aussichten für das Unternehmen haben jetzt einen prominenten Investor angelockt. Der frühere Telekom-General Boris Nemsic ist eingestiegen, in der Hoffnung, so vom weltweiten Vormarsch virtueller Netze zu profitieren.

Goldgräberstimmung

Über seine TT-Beteiligungsgesellschaft hält Nemsic 8,25 Prozent an I-NEW und wird demnächst in den Aufsichtsrat einziehen. Mehrheitsaktionär ist der umtriebige Investor Thomas Polak, weitere 20 Prozent hält der Unternehmensgründer und Technik-Guru Peter Nussbaumer. Im Zentrum des Geschäftsfeldes von I-NEW steht eine etwa schrankgroße Box, in der die komplette Technologie für virtuelle Handynetze Platz hat. Nemsic: "Das Modul wird einfach bei einem bestehenden Mobilfunker angestöpselt, Tarifmodelle werden entwickelt und SIM-Karten verkauft. In drei bis sechs Monaten ist man in jedem beliebigen Land der Erde startklar. Unser Wachstumsfeld ist global - es ist eine unbegrenzte Anzahl von Anbietern möglich.“ I-NEW-Chef Nussbaumer versprüht überbordende Euphorie: "Wir wollen in unserem Bereich so groß wie Google werden.“ Noch hat das Unternehmen zwar nur eine schlanke Bilanzsumme von etwas über vier Millionen Euro, aber es wurde kräftig Kapital aufgebaut.

Die Chancen stehen nicht schlecht. Immerhin hat man mit Bransons Virgin Mobile einen der aggressivsten Anbieter solcher Netze als Kunden an der Hand. In Chile liefert I-NEW bereits an den Lifestyle-Konzern, der von der Fluglinie bis zum Musik-Business ein Global Player ist. Am 1. Dezember startet Virgin mit der burgenländischen Technologie in Kolumbien, 2013 in Brasilien und Mexiko. Weitere Kunden von I-NEW sind die Egypt Telecom, die serbische Telenor-Tochter, Saudi Telecom, Z-Mobile Kosovo und Skinny Telecom New Zealand. Auch in Mosambique, Namibia und Mali sorgt I-NEW bereits für einfaches Handy-Vergnügen.

Ab 10.000 Kunden ist der Aufbau eines virtuellen Mobilfunknetzes rentabel - Fußballklubs oder Supermarktketten sind als potenzielle Kunden auserkoren. Tesco betreibt beispielsweise in Großbritannien bereits ein solches Kundennetz.

I-NEW bietet seinen Kunden drei Geschäftsmodelle an: Entweder man stellt nur das Modul zur Verfügung, oder I-NEW übernimmt auch den Betrieb. Die Königsklasse ist das Komplettpaket, wo Technik, Betrieb und Kundenlizenzierung aus einer Hand erfolgen. Voraussetzung für den Erfolg: Jeder Kunde muss ungefähr fünf Euro Umsatz pro Monat bringen.

Die Burgenländer zielen auch auf das sogenannte Machine-to-Machine-Business, wo Geräte untereinander über SIM-Karten kommunizieren. Nemsic: "Wir geben ein klares Signal dafür, dass es die behäbigen, schwerfälligen Technologieriesen in Zukunft gegen kleine, wendige Telekomunternehmen wie I-NEW schwer haben werden.“

Neo-Aufsichtsrat in Bulgarien

Boris Nemsic hat sich nach seinem Abschied von der Telekom mehrere Standbeine aufgebaut. Neben seinem Job beim Investmentberater Delta Partners in Dubai zieht er im ersten Quartal 2013 in den Aufsichtsrat der bulgarischen Vivacom ein, die mehrheitlich russischen Banken gehört. Dort soll Nemsic dafür sorgen, dass die Sanierung gelingt. Vom Wiener Büro in der alten Börse aus übt er zudem seine Tätigkeit für das Advisory-Board des Seniorenhandy-Herstellers Emporia aus. Und über sein Unternehmen Time-Tech ist er zudem im Weinhandel tätig - ganz real und nicht virtuell.

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