Bayern vs. Barcelona (Dienstag, 20.45 Uhr/live Puls 4): Alaba sieht Barca als "leichten Favoriten"

Der FC Bayern trifft im Semifinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/live Puls 4) auf den FC Barcelona. Auf David Alaba wartet damit ein großes Highlight in seiner noch jungen Karriere.

Bayern vs. Barcelona (Dienstag, 20.45 Uhr/live Puls 4): Alaba sieht Barca als "leichten Favoriten"

"Das ist eine mörderisch gute Mannschaft mit überragenden Leistungen in den letzten Jahren", erklärt Alaba. Nicht zuletzt deshalb bezeichnete der Wiener die Katalanen als "leichten Favoriten. Aber auch wir haben gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind und stehen zurecht dort, wo wir jetzt sind", sagte Alaba.

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Die Bayern fuhren den frühesten Meistertitel der Bundesliga-Geschichte ein, marschierten mit Volldampf ins DFB-Cupfinale und ließen Juventus im Champions-League-Viertelfinale keine Chance. Kein Wunder also, dass der Truppe von Jupp Heynckes gute Chancen eingeräumt werden, die Hegemonie von Barca zu brechen. Zumal sich der überlegene spanische Tabellenführer in den vergangenen Wochen nicht in Überform präsentierte: In der Königsklasse wurde gegen den AC Milan und Paris St. Germain nur mit Mühe der Aufstieg geschafft, und zu allem Überdruss herrscht weiterhin Unklarheit über den Gesundheitszustand von Lionel Messi.

Barcas Top-Star stand beim 1:0 am Samstag gegen Levante nicht einmal im Kader. In München kann der vierfache Weltfußballer zwar eingesetzt werden, allerdings ist nicht sicher , ob er nach seiner Muskelverletzung schon wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist. "Er ist ein ganz besonderer Spieler. Es würde Barcelona sicher schaden, wenn er nicht fit ist", sagte Alaba.

Bayern starren nicht auf Messi

Allzu viel wollen sich Alaba und Co. mit der Fitness des Argentiniers aber nicht befassen. "Wir beschäftigen uns nicht damit, ob er gesund ist oder nicht, sondern schauen nur auf uns", betonte der ÖFB-Internationale. Mit Messi wird es der Wiener zumeist nur dann zu tun bekommen, wenn "La Pulga" auf die rechte Seite ausweicht. Die direkten Gegenspieler werden wohl David Villa und Dani Alves heißen. "Das sind schnelle, technisch herausragende Spieler. Doch ich werde alles dafür tun, dass ich hinten nichts zulasse, und will auch nach vorne Impulse setzen."

Glaubt man den vor einem Jahr kolportierten Gerüchten, dann wäre der Österreicher beinahe zum Clubkollegen von Alves und Villa geworden. Damals suchten die Katalanen nach der Erkrankung von Eric Abidal einen Linksverteidiger, Alaba soll auf der Wunschliste ganz oben gestanden sein - bis ihn die Bayern-Chefetage für unverkäuflich erklärte und Barcelona Jordi Alba engagierte. "Ich habe davon auch nur gehört, wirklich durchgedrungen ist es zu mir nicht. Außerdem fühle ich mich bei Bayern sehr wohl."

Das Interesse der "Blaugrana" an Alaba wurde angeblich durch dessen starke Leistungen beim Semifinal-Aufstieg gegen Real Madrid geweckt. Im Rückspiel im Estadio Bernabeu handelte sich der Jungstar jedoch eine unglückliche Gelbe Karte ein, durch die er im Finale passieren musste. Dieses Schicksal kann Alaba diesmal nicht ereilen - der Linksverteidiger geht ohne Verwarnung ins Semifinale. "Bei dem Spiel im Madrid war der Gedanke an eine Gelbe Karte schon ein bisschen im Hinterkopf. Deswegen ist es jetzt befreiend, dass mir so etwas wie letztes Jahr nicht noch einmal passieren kann", meinte der 24-fache ÖFB-Internationale (3 Tore).

Herzog sieht vorgezogenes Finale

Andreas Herzog sieht das Duell zwischen Bayern München und dem FC Barcelona im Semifinale der Fußball-Champions-League bereits als vorweggenommenes Finale. Nach der Meinung des früheren Bayern-Spielers treffen mit dem deutschen Rekordmeister und dem überlegenen spanischen Tabellenführer die derzeit stärksten Teams Europas aufeinander. "Barcelona war in den letzten Jahren die dominierende Mannschaft, aber die Bayern werden immer stärker und wären jetzt schon die Nummer eins, wenn es Barcelona nicht geben würde", erklärte der Wiener vor dem Semifinal-Hinspiel am Dienstag in der Münchner Allianz Arena.

Die Chancen auf den Finaleinzug sieht Herzog ungefähr gleich verteilt. "Aber es könnte den Bayern helfen, wenn Messi noch nicht richtig in Schwung ist", sagte Herzog in Anspielung auf die Muskelverletzung, die dem argentinischen Weltfußballer zuletzt zu schaffen machte. Der Sieger aus Bayern - Barca ist laut Herzog klarer Favorit im Finale. "Die Bayern haben Dortmund in der Liga deutlich distanziert und Real Madrid ist zu instabil", vermutete der ÖFB-Rekordteamspieler, der im Moment als Assistent von US-Teamchef Jürgen Klinsmann arbeitet.

Bayern im Financial-Ranking top

Auch wenn es für die Bayern diesmal noch nicht klappen sollte - auf Dauer sind die Münchner laut Herzog nicht aufzuhalten. "Wenn das Financial Fair Play kommt, wird es nur noch Bayern geben, wenn man sieht, wie viel Schulden die anderen Top-Clubs haben." Die wirtschaftliche Stärke des deutschen Primus ist für den Wiener untrennbar mit Präsident Uli Hoeneß verbunden . "Er war immer schon ein Visionär und hat Entwicklungen immer schon drei, vier Jahre vor allen anderen erkannt." Dazu komme noch die berühmte Bayern-Siegesmentalität, die jedem Münchner Kicker eingeimpft werde. "Das ist einfach der bestgeführte Fußballclub der Welt", so Herzog.

Davon durfte sich der ehemalige Mittelfeldspieler in der Saison 1995/96 selbst ein Bild machen, auch wenn es dabei sportlich für ihn alles andere als wunschgemäß verlief. "Sportlich war es zwar enttäuschend, aber trotzdem war es eine lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte." Herzog, damals in einer Mannschaft mit extrovertierten Persönlichkeiten wie Lothar Matthäus, Mehmet Scholl, Jürgen Klinsmann oder Oliver Kahn, wurde so wie sein Trainer Opfer von internen Grabenkämpfen. "Aber die haben sicher nachgelassen, denn sonst könnten die Bayern derzeit nicht solche Erfolge haben."

Beteiligt an diesen Erfolgen ist auch David Alaba, der seit über einem Jahr Stammspieler bei den Bayern ist. "Was er mit seinen 20 Jahren schon geleistet hat, ist überragend", sagte Herzog über Österreichs Fußballer des Jahres, der bei den Bayern als Linksverteidiger regelmäßig gute Leistungen bringt. Allerdings könnte dies längerfristig ein Problem für Alabas Ambitionen darstellen, im Mittelfeld Fuß zu fassen. "Martinez und Schweinsteiger sind dort nicht leicht zu verdrängen, und vielleicht sehen sie ihn bei Bayern gar nicht mehr als Mittelfeldspieler, weil er als Linksverteidiger so gut spielt."

Diese Situation könnte laut Herzog auch negative Auswirkungen auf das Nationalteam haben - schließlich wird Alaba bei den Bayern ausschließlich als Linksverteidiger eingesetzt, während er in der ÖFB-Auswahl ein Fixpunkt im zentralen Mittelfeld ist. "Trotzdem ist er für die Nationalmannschaft im Mittelfeld viel wichtiger als links in der Viererkette", betonte der ehemalige ÖFB-Teamchef-Assistent.

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