Auftritt einer "Welt-Kanzlerin"

Auftritt einer "Welt-Kanzlerin"

Hier liefert keine deutsche Regierungschefin für die innerdeutsche Öffentlichkeit einen Einblick in ihre politische Seele. Am 17. September findet in der Bundespressekonferenz vielmehr die erste Welt-Pressekonferenz mit der "europäischen Kanzlerin" statt.

Wenn ein deutscher Regierungschef einmal im Jahr den Saal der Bundespressekonferenz in Berlin betritt, ist dies immer ein besonderes Ereignis. Denn eineinhalb Stunden unkontrollierbare Fragen der Journalisten reichen normalerweise, um ein ziemlich gutes Bild über den Zustand einer Koalitionsregierung und den Grad der Gereiztheit des Gastes zu bekommen.

Doch als Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag um kurz nach elf Uhr den Raum der Bundespressekonferenz betritt, ist alles anders als sonst - nicht nur weil die Zahl der anwesenden Fotografen und Kameraleute rekordverdächtig ist. Sehr schnell wird auch die veränderte Rolle Merkels deutlich. Hier liefert keine deutsche Regierungschefin für die innerdeutsche Öffentlichkeit einen Einblick in ihre politische Seele. Am 17. September findet in der Bundespressekonferenz vielmehr die erste Welt-Pressekonferenz mit der "europäischen Kanzlerin" statt.

Ein Chinese fragt nach dem Solarstreit zwischen der EU und seinem Land. Eine Garde griechischer, italienischer und irischer Journalisten klopft die Haltung der Kanzlerin zu allen möglichen und unmöglichen Euro-Hilfsprogrammen ab. Die Kanzlerin wird zu Syrien, Iran und den Vorgängen in der islamischen Welt gefragt - sehr viele ausländische Kollegen wollen unbedingt wissen, was die deutsche Kanzlerin von diesem und jenem hält. Selten dürfte sich Merkel so sehr auf dem Höhepunkt ihrer Macht und ihres Ansehens gefühlt haben.

Die Banalität der klassischen innenpolitischen Fragen

Denn wenn sie als Weltenlenkerin oder zumindest Europas starke Frau adressiert wird, wirken die klassischen innenpolitischen Fragen einiger Hauptstadtkorrespondenten fast banal - und provinziell. Angesichts der Milliarden, die von der Europäischen Zentralbank und dem künftigen Rettungsschirm ESM gemanagt werden, verblasst die Frage nach der Zusatzrente von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen oder nach einem Wechsel von Agrarministerin Ilse Aigner in die bayerische Landespolitik. Die kritische Frage nach dem überfälligen Atommüll-Endlagergesetz der Regierung wird neutralisiert durch die Frage einer Japanerin, wie Deutschland ihrem Land helfen könne, das auch aus der Atomenergie aussteigt.

Merkel bleiben deshalb die in früheren Jahren üblichen, meist schleifenförmig gestellten Fragen nach Koalitionsinterna und Parteien-Machtfragen weitgehend erspart. Immer wenn eine leicht polemische Frage kommt, schaut sie nach unten, will erkennbar nicht das Gesicht verziehen. Ja, die große Koalition habe gute Arbeit geleistet, antwortet sie gönnerhaft. Nein, sie arbeite nicht auf eine neue Koalition mit der SPD zu. Ja, sie strebe 2013 wieder ein Bündnis mit der FDP an, weil es mit den Liberalen die größten politischen Übereinstimmungen gebe. "Es gibt einen Unterschied in der großen Koalition: Es gibt einen Partner, der will auch den Kanzler stellen", spottet sie wenig später. Und irgendwie wirkt es, als ob es die vom US-Magazin "Forbes" zur mächtigsten Frau der Welt gekürten Merkel derzeit und angesichts neuer Umfragen für die CDU von 38 Prozent herzlich egal ist, wer unter ihr nach der Bundestagswahl Koalitionspartner ist.

Fast ein wenig mitleidig wischt Merkel auch die Befindlichkeits-Debatte deutscher Medien weg. Was diese als Streit in der Koalition empfänden, sei in Wahrheit gelebte Demokratie, antwortet sie auf eine entsprechende Frage. Ändern könne und wolle sie die lebhafte Debatte zwischen CDU-, CSU- und FDP-Politikern übrigens gar nicht. Sie wisse doch ganz genau, dass Medien es auch nicht goutierten, wenn alle Meinungsverschiedenheiten hinter den Kulissen geklärt würden. "Dann reden Sie wieder von Hinterzimmerpolitik."

Engagement beim Thema Neonazi-Terror und bei Europa

Wirklich ernst und engagiert wird Merkel neben dem Thema des Neonazis-Terrors eigentlich nur beim Stichwort Europa. Da erklärt, mahnt und ermahnt sie. Als es um Lohnstückkosten und Risikoaufschläge geht, ist sie gestikulierend in ihrem Element - zur Freude der Fotografen, die wie wild auf ihre Kameraauslöser drücken. Merkel will den internationalen Medien deutlich machen, warum ganz Europa vom deutschen Credo der Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen profitieren kann. "Europa muss sich aus den Fängen der Schulden lösen", meint sie - und bittet gleichzeitig um Verständnis, dass die Krise und die harte Debatte wohl noch einige Jahre andauern werden.

Als die CDU-Chefin nach eineinhalb Stunden auf die fortgeschrittene Zeit und eine immer noch sehr lange Frageliste hingewiesen wird, wehrt sie dies lässig ab. "Zwei noch", meint Merkel, obwohl sie wirkt, als könne sie an diesem Montag keine Frage aus der Ruhe bringen. Ohnehin, das hat sie schon vorher gesagt, könne sie gar nicht sagen, ob es stimmt, dass nie zuvor ein Kanzler so einflussreich wie sie gewesen sei. "Der Einfluss meines Vorgängers hat doch zumindest ausgereicht, den Stabilitätspakt aufzuweichen", spottet sie.

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