Citymaut in Wien könnte pro Jahr 300 Millionen Euro bringen

Der frühere Londoner Bürgermeister Ken Livingstone kam nach Wien und sprach vor Wiener Grünpolitikern über die Vorteile der Citymaut. Denn das System spült jährlich Millionen in die Kassen der Stadt. Zumindest in den ersten Jahren kamen dort die Einnahmen zur Gänze der Verbesserung des öffentlichen Verkehr zugute. In Wien könnte das System rund 300 Millionen Euro pro Jahr bringen. Das Für und Wider einer umstrittenen Maßnahme.

Citymaut in Wien könnte pro Jahr 300 Millionen Euro bringen

Viele, vor allem große Städte, wie London, Mailand, Oslo, Stockholm, Göteborg, Singapur und Tokio haben bereits eine Citymaut eingeführt.

Drei bis vier Euro pro Tag bei Wiener Citymaut möglich

Die schlechte Nachricht: Die Bürger, die eine Citymaut nützen, werden kräftig zur Kasse gebeten. Der Phantasie der Politiker, wie so eine Citymaut gestalten wollen, ist dabei keine Grenzen gesetzt. Würde die Citymaut beispielsweise für die Wiener Bezirke innerhalb des Gürtels einführt, könnte bei der Einfahrt in diese Zone ein bestimmter Obulus anfallen. Wer innerhalb der Zone wohnt, könnte einen günstigeren Tarif zahlen, oder gar nichts. Oder jeder Wiener, der die Zone nutzt, zahlt jährlich beispielsweise 100 Euro für eine Vignette.
Eine andere Möglichkeit wäre es die Stadt in Zonen aufzuteilen. Die Fahrer zahlen dann bei jeder Einfahrt in eine Zone beispielsweise einen Euro. "Eine Deckelung pro Tag von drei, vier Euro wäre ebenfalls denkbar", so Erwin Toplak von der Firma Kapsch, die auf die Installation solcher Systeme spezialisiert ist. Letzteres System würde nach Schätzungen von Toplak jährlich rund 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr bringen.

In Mailand, wo seit September die Citymaut in Kraft ist und versuchsweise bis März besteht, zahlt man pro Tag fünf Euro. Wer bis zu vier Stunden dort auch in einer Pargarage das Auto abstellen möchte, zahlt für die Maut insgesamt einen Tarif von 13 Euro. In Göteborg zahlt man maximal sieben Euro pro Tag. Im Schnitt sind es 2,10 Euro.

In Italien beliebt: Einnahmen nur von Maut-Sündern.

Etliche chronisch finanzschwache italienischen Städte haben sich ein System einfallen lassen, dass ausschließlich von Mautsündern profitiert. So haben sich die Politiker der Stadt Bergamo, darauf geeingt für die Einfuhr in die Altstadt mit den vielen engen Straßen, pro Tag 300 Autofahrer gratis die innerstädtische Mautzone nutzen zu lassen. Dafür müssen diese sich vorher allerdings, etwa per Internet, registrieren. Wer ohne Genehmigung in die Stadt fährt, zahlt 75 Euro. Die Übeltäter bringen den Stadtvätern jährlich einen warmen Geldregen in Höhe von rund 40 Millionen Euro.

Hoher Leidensdruck erleichtert Zustimmung

Vor allem in Städten wie London, wo der Leidendruck der Bürger vor der Maßnahme besonders hoch war, sind die Menschen mit dem System besonders zufrieden, auch der Effekt ist hoch. Ken Livingstone, der im Jahr 2000, die Maut für die 8,1 Millionen-Metropole London eingeführt hat, erzählt: "Damals konnte man in der City wegen der vielen Staus im Schnitt nur 15 Kilometer pro Stunde zurücklegen. Firmen haben deswegen schon gedroht, abzuwandern. Wie lange man von einem Punkt der Stadt zur anderen brauchte, war vor der Einführung nicht mehr abschätzbar." Und die Umweltverschmutzung, verursacht durch die tägliche Blechlawine, war enorm.

30 Prozent weniger Stau, 20 Prozent weniger Verkehr

Jetzt die gute Nachricht: Vieles hat sich seit der Einführung der Citymaut in den betroffenen Städten geändert. Das zeigt das Beispiel London besonders deutlich. Die Zeit, die man im Stau verbringt hat sich um 30 Prozent reduziert. Das Verkehrsaufkommen in der Zone ist um 20 Prozent gesunken. In Mailand fahren täglich rund 34 Prozent weniger innerhalb der Zone. Die Befürchtung, dass die Geschäfte weniger Umsatz machen, ist nach Beobachtung von Livingstone nicht eingetreten. Im Gegenteil: "Der Umsatz der Geschäfte hat sich vervierfacht."

Auch die Umwelt und die Menschen, die dort leben haben nach Angaben von Livingstone profitiert. "Die Umweltverschmutzung ist zurückgegangen, die Lebensqualität ist gestiegen."

Einer der größten Vorteile der Citymaut ist, wenn die Städte die Gebühren zweckgebunden in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs stecken. "Wir haben in acht Jahren die Zahl der öffentlichen Busse von 5.000 auf 8.000 erhöht", so Livingstone. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel stieg in der selben Zeit um 50 Prozent. Der Radverkehr hat sich verdoppelt. Jetzt wird in London die längste U-Bahn errichtet. Sie ist doppelt so lange, wie die derzeit längste. "Damit wird das Verkehrsaufkommen noch einmal stark zurückgehen", prognostiziert Livingstone. Als nächstes sollen Elektrobusse, die bei jeder Haltestelle einen kräftigen Stromstoß kriegen, so erstmals auch lange Distanzen zurücklegen.

"System einführen und erst nach Tesphase Bürger fragen."

Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou spricht sich dafür aus eine Maut einzuführen und die Bürger erst nach einer ersten Testphase nach ihrer Meinung zu fragen. "Wenn wir vorher fragen, ob die Menschen eine zusätzliche Abgabe zahlen wollen, könne wir lange auf eine Zustimmung warten", so die Grünpolitikerin. Doch Vassilakou zeigt sich realistisch: "Derzeit werden wir dafür im Gemeinderat ohnehin keine Mehrheit bekommen." Doch die Chancen, dass das System früher oder später kommt, sind groß. Immerhin rechnen Experten, dass sich die Einwohnerzahl in Wien in den nächsten Jahren um 200.000 erhöht. Im Umland der Hauptstadt dürften laut Berechnungen noch einmal 100.000 dazukommen. Damit würde auch der Verkehr in der Stadt deutlich zunehmen.

Wer das Geschenk, bei Nichgefallen, frühestens am 10. Jänner zurückgeben kann, sollte das vorher mit dem Verkäufer ausmachen.

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