Christoph la Garde: "Erfolg ist vorhersagbar"

Christoph la Garde: "Erfolg ist vorhersagbar"

Christoph la Garde: "Wenn es um CEOs geht, reden wir von einer ganz kleinen Zahl von Personen. Diese Resource ist nicht beliebig reproduzierbar."

Christoph la Garde, Geschäftsführer des Headhunters Korn Ferry in Österreich, erklärt, was Manager erfolgreich macht - und wie man erfolgreiche Manager macht.

FORMAT: Herr la Garde, Sie suchen und finden die Topführungskräfte für renommierte Unternehmen. Können Sie genau definieren, was die einen Manager erfolgreich macht und andere scheitern lässt?
Christoph la Garde: Erfolg im Management ist vorhersagbar. Neben der unerlässlich wichtigen Branchen- und Managementerfahrung gibt es empirisch belegt gewisse Kernkompetenzen, die bei erfolgreichen Führungskräften stärker ausgeprägt sind. Wichtigstes Kriterium ist "Learning Agility", also Lernbereitschaft und -fähigkeit sowie die sogenannten "Big 8", die das Gerüst und die wesentlichen Aspekte von Leadership ausmachen.

Welche sind das?
la Garde: Der Umgang mit Ambiguität, unerwarteten Situationen und mit Diversität; Kreativität; Innovationsmanagement; Motivationsfähigkeit; Planungskompetenz; Strategische Agilität; die Fähigkeit, Topteams zu rekrutieren und zu führen; "Managing Vision and Purpose", also, Zweck und Sinn des Tuns zu vermitteln.

Warum gerade diese acht?
la Garde : Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade das Vorhandensein dieser Kompetenzen signifikant mit Erfolg und Potenzial von Führungskräften verknüpft sind. Wichtig ist jedoch, für jeden Job und jedes Unternehmen die wichtigsten Kernkompetenzen herauszuarbeiten, um Erfolg sicherzustellen.

Wem da Kompetenzen fehlen, der wird kein erfolgreicher Manager, auch nicht mit den Führungskräfteentwicklungsprogrammen, die es in vielen Unternehmen gibt?
la Garde : Wenn es um CEOs geht, reden wir von einer ganz kleinen Zahl von Personen, die diese Fertigkeiten vereinen, sie sind auch nicht beliebig reproduzierbar. Es ist im Leadership Development wesentlich, zu unterscheiden, was die unverzichtbaren Kernkompetenzen sind und für welche Position oder Funktion ein Talent entwickelt werden soll. Wir beobachten nach wie vor, dass in der Praxis viel zu wenig auf die Individuen und deren spezifische Lernfelder eingegangen wird und es schlicht an griffiger Analyse, ehrlichem Feedback und zielgerichtetem Development fehlt. Häufig werden "Standard-Programme" eingesetzt, und Firmen geben Millionen für Development aus, die gezielter und effizienter eingesetzt werden sollten.

Gesetzt den Fall, jemand verfügt über das seltene Potenzial, sich diese Kernkompetenzen anzueignen: Worauf kommt es an, um es tatsächlich zu realisieren und dann vielleicht CEO zu werden?
la Garde : Vieles hängt von der Lernfähigkeit ab. Je höher man in der Hierarchie agiert, je größer und komplexer das Aufgabenfeld, die Verantwortung und Führungsspanne, desto wichtiger ist es, das Interaktions-, Entscheidungs- und Führungsverhalten dem anzupassen. Es muss eine Transformation von einem stark aktionsorientierten und operationalen Stil in Richtung partizipativer Führungsstil geben.

Lesen Sie das ganze Interview in der FORMAT Ausgabe 44/2015
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Zur Person

Christoph la Garde , 48, ist seit 2003 Senior Client Partner und Geschäftsführer von Korn Ferry in Österreich. Er rekrutiert Top Executives für führende heimische und internationale Unternehmen und hat weltweit über 800 Management Assessments durchgeführt. Zuvor war la Garde in der Managementberatung tätig.
Er ist Absolvent der WU Wien, verfügt über postgraduale Executive-Programme am MZSG St. Gallen, der Harvard Business School und dem Executive to Leader Institute in Minneapolis.

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