Weniger Pleiten in Deutschland dank guter Konjunktur

Weniger Pleiten in Deutschland dank guter Konjunktur

2013 wird in Deutschland mit einem Rückgang der Insolvenzen um acht Prozent gerechnet. Der Schaden beläuft sich pro Privatinsolvenz voraussichtlich im Schnitt auf 53.000 Euro - deutlich weniger als in Österreich. Der Schaden durch Firmeninsolvenzen betrug im ersten Halbjahr 12,8 Milliarden Euro.

Die gute Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wird die Zahl der Firmenpleiten 2013 wohl auf den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahrzehnten drücken. Zudem dürfte es deutlich weniger Privat-Insolvenzen geben, teilte der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen am Dienstag nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern mit. Neben der Konjunktur trage dazu auch die Niedrigzinsphase bei.

Insgesamt wird im laufenden Jahr mit einem Rückgang der Firmenpleiten um etwa acht Prozent auf 26.000 gerechnet. Weniger gab es zuletzt 1996. Die Zahl der Bürger, die Privat-Insolvenz anmelden, werde wohl ebenfalls um etwa acht Prozent auf rund 90.000 sinken.

Jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das erste Halbjahr hatten bereits auf die erfreuliche Entwicklung 2013 hingedeutet.

Droht die nächste Pleitewelle?

Allerdings fürchtet der Verband schon bald ein Ende der günstigen Entwicklung. "Ein Konsum auf Pump ist eine tickende Zeitbombe, die bei einem Aufschwung der Wirtschaft enormen Schaden zufügen kann", warnte Verbandspräsident Wolfgang Spitz. Der Kredit-Informationsfirma Schufa zufolge gibt es derzeit rund 17,4 Millionen Verbraucher-Ratenkredite. Das ist den Angaben zufolge ein Anstieg von etwa 50 Prozent binnen zehn Jahren.

Zahlungsmoral hat sich verschlechtert

Die Zahlungsmoral der Bürger ist nach Beobachtungen der Inkasso-Unternehmen aktuell stabil. Allerdings berichteten etwa ein Drittel der Firmen des Verbandes, die privaten Schuldner würden schlechter zahlen als noch vor einem halben Jahr. Die wichtigsten Gründe dafür seien die Überschuldung des Haushalte sowie unkontrolliertes Konsumverhalten. Besonders kritisch sehen die Inkassofirmen die Entwicklung der Zahlungsmoral bei jungen Verbrauchern. Diese sind vor allem bei Telekom-Unternehmen und Online-Händlern verschuldet, während Erwachsene ihre Schulden vor allem gegenüber ihrer Bank haben.

Österreicher mit deutlich höheren Schulden im Insolvenzfall

Der Forderungsverlust pro privatem Insolvenzfall liegt laut Verband aktuell bei rund 53.000 Euro. Zum Vergleich: In Österreich lag die Durchschnittsverschuldung bei Privatpleiten in den ersten drei Quartalen im Schnitt bei rund 110.000 Euro, wie es kürzlich vom Alpenländischen Kreditorenverband geheißen hatten. Der Schaden durch Firmen-Pleiten in Deutschland ist weiter beträchtlich: So hätten sich allein im ersten Halbjahr 2013 die Forderungsverluste auf 12,8 Milliarden Euro summiert. In Österreich waren es nach drei Quartalen 7,25 Mrd. Euro gewesen - in erster Linie kam es zu diesem riesigen Betrag durch das Aus des Baukonzerns Alpine.

Bund, Länder und Gemeinden sind in Deutschland schlechte Zahler

Ein Sorgenkind bleibt auch die öffentliche Hand, also etwa Bund, Länder und Kommunen. Ihre Außenstände erreichen inzwischen fast 80 Mrd. Euro. Handwerker und Baufirmen klagen häufig über zögerliche Zahlungen öffentlicher Auftraggeber.

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