Pleiten-Prophylaxe

Pleiten-Prophylaxe

Dass 80 Prozent der Insolvenzen 2012 hausgemacht waren, wie der KSV1870 ermittelt hat, ist betrüblich. Dass gleich 38 Prozent auf fehlende oder falsche Planung zurückzuführen sind, ist freilich erschreckend – aber leichter zu vermeiden, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Denn die so genannten "Business Intelligence“-Systeme - also Softwareprogramme, mit denen sich diverseste Unternehmensdaten wie Geschäfts- oder Planzahlen, Kunden-oder Lieferantendaten systematisch sortieren, verknüpfen und aus verschiedenen Blickwinkeln zusammenfassen und analysieren lassen - sind keineswegs nur den großen Unternehmen vorbehalten. Dank ihrer Skalierbarkeit und der Tatsache, dass immer mehr Anbieter auch webbasierte Lösungen anbieten, lassen sie sich sogar den Anforderungen und Budgets der Einpersonenunternehmen (EPUs) anpassen. Dabei reicht das Angebot von Gratis-Downloads, wie sie etwa WKO, aws oder auch QlikView anbieten, über etablierte Lösungen um rund 20.000 Euro für Lizenz, mehrere User, Installation und Wartung etwa von Prevero oder Corporate Planner bis hin zu kostengünstigeren webbasierten Produkten wie ProSaldo.net von Haude oder dem flexibel einsetzbaren Controllingwerkzeug von QuarterMill Technologies, BusinessGuard, das unternehmerische Entscheidungen auch ohne einer eigenen Finanzcrew erleichtert. Immer beliebter werden so genannte Cloud-Lösungen - also die Auslagerung von Rechenleistung, Datenspeicherung und Anwendungen an externe Server. Seit einem Jahr bietet IBM da eine spezifisch österreichische Lösung an: Statt auf einen europäischen oder weltweit verfügbaren Rechner zuzugreifen haben die Kunden nicht nur ihren lokalen Ansprechpartner vor Ort, auch die Daten werden lokal gespeichert. "Damit unterliegt der User österreichischem Recht“, so Mittelstandsverantwortlicher Franz Dornig, der soeben zwei neue Partnerschaften in Kärnten eingegangen ist. Zudem biete man ein transparentes Produkt an, "denn bezahlt wird nur für den aktuellen Bedarf“.

In Summe ein ersehnter Mehrwert für KMUs, wie Robert Preinfalk, KMU-Verantwortlicher der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich betont: "Speziell EPUs und kleine Betriebe sind so auf das Tagesgeschäft fokussiert, dass sie oft gar keine Jahresplanung haben, geschweige denn eine solche auf monatliche Liquiditätspläne herunterbrechen.“ Ein Manko, das auch Christian Theis, Advisory-Manager der KPMG, vor allem bei Familienunternehmen ortet: "Da wird häufig noch mit vergangenheitsbezogenen Excel-Listen gearbeitet, Zahlungsströme werden betrachtet, nicht gesteuert, keine Rede von aktivem Liquiditätsmanagement.“ Das, obwohl es für das Überleben eines Betriebes essentiell sei, die Zahlungsströme im Griff zu haben, um etwa genügend Liquidität für die Abwicklung neuer Aufträge zu haben, oder den bei der Kreditvergabe immer restriktiveren Banken fundierte Finanzpläne zu präsentieren, die die Chance auf Kapitalzufuhr erhöhen.

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