Der Pleitegeier holt sich vor allem Jungunternehmer

Der Pleitegeier holt sich vor allem Jungunternehmer

Jede dritte Insolvenz im Jahr 2014 betrifft ein Unternehmen, das zwischen 2011 und 2014 gegründet wurde. Die Zahl der Neugründungen ist formal gewachsen, doch von einem Gründerboom könne laut KSV1870 noch nicht die Rede sein. Zahlreiche Hürden wie zu hohe Besteuerung oder eine überbordende Bürokratie würden Jungunternehmer vom Sprung ins kalte Wasser abhalten.

Von der bahnbrechenden Idee für ein neues Produkt bis zum Erfolg auf dem Markt müssen Jungunternehmer einen weiten Weg zurücklegen. Vor allem in den ersten Jahren ist das Insolvenzrisiko besonders hoch und wie eine aktuelle Statistik des KSV1870 zeigt, kreist der Pleitegeier bevorzugt über Jungunternehmen. Von den 5.423 Pleiten im vergangenen Jahr gehen 34,3 Prozent auf das Konto von Unternehmen, die maximal erst drei Jahre existierten. Knapp über 37.000 neue Unternehmen wurden 2014 gegründet.

"Analysiert man die Pleiten des Vorjahres und erhebt ihr Alter, so ist das Ergebnis für die Gründerszene leider wenig ermunternd. Zwar ist die Zahl der Gründer in Österreich 2014 etwas gestiegen, jedoch nicht in einem Maß, das die Pleiten zu kompensieren vermag", sagt Hans-Georg Kantner, Insolvenz-Leiter beim KSV1870. Von einem Gründerboom könne jedoch noch nicht gesprochen werden.

Oft würden Startups an einem soliden Businessplan, einer gesicherten Finanzierung aber auch schlicht und einfach am fehlenden wirtschaftlichen Knowhow scheitern.

Rund 34 Prozent der Insolvenzen betrifft Unternehmen, die drei bis vier Jahre alt sind.

Risiko zu scheitern in Wien am größten

Unternehmensgründer in Wien haben statistisch gesehen das höchste Insolvenzrisiko. Fast 40 Prozent der Pleiten in der Hauptstadt entfallen auf Unternehmen, die in den Jahren 2011 bis 2014 gegründet wurden. Allerdings wurden in Wien mit 8.256 auch die meisten Unternehmen gegründet. In Niederösterreich gab es mit 7.590 vergleichbar viele Neugründungen, 32,7 Prozent der Pleiten betrafen junge Betriebe. Die wenigsten Insolvenzen (161) und Neugründungen (1.330) weist Vorarlberg auf. "Am sichersten ist es für Gründer in Kärnten und der Steiermark", so der KSV1870.

2014 wurden insgesamt 37.054 Unternehmen gegründet, ein leichter Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2011 gebe es einen leichten Trend zu mehr Firmengründungen.

Eine überbordende Bürokratie, ein nicht einzudämmender Verwaltungsaufwand, eine hohe Besteuerung und eine Steuerreform, die Unternehmen nicht entlastet würden viele Jungunternehmer vom Sprung ins kalte Wasser abhalten, so KSV1870-Vorstand Johannes Nejedlik.

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