Nach bauMax-Aus: Grazer Gartenbaufirma pleite - 30 bis 40 Jobs wackeln

Nach bauMax-Aus: Grazer Gartenbaufirma pleite - 30 bis 40 Jobs wackeln

Basilikum-Anbau bei der Herneth Gartenbau.

Das Aus der bauMax-Baumärkte trifft auch die Zulieferer: Die Grazer Gartenbaufirma Herneth Gartenbau KG ist pleite, da bauMax als Großkunde für Pflanzenlieferungen wegfiel. Die Passiva belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro, 169 Gläubiger und 137 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen.

Die Pleite der Baumarkt-Kette bauMax bekommt nun auch ein Zulieferer zu spüren. Das Grazer Gartenbauunternehmen Herneth Gartenbau hat am Landgericht Graz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. bauMax machte rund 40 Prozent des Umsatzes aus, als Großkunde fiel die Baumarktkette weg.

Die Beschäftigtenzahl beläuft sich laut KSV1870 auf rund 140 Mitarbeiter. Die Unternehmensfortführung ist im Rahmen des Sanierungsverfahrens beabsichtigt. Allerdings soll ein Abbau von 35 Dienstnehmern mit Zustimmung des Insolvenzverwalters erfolgen.

Das Unternehmen produziert und handelt mit Jungpflanzen wie etwa Minze, Petersilie oder Basilikum, aber auch mit Blumen und Fertigwaren. Insgesamt befinden sich rund 200.000 Quadratmeter Gesamtkulturfläche im Eigentum der Gesellschafter Brigitte und Günter Herneth sowie der Herneth Blumen GmbH. Sie ist damit einer der größten Gartenbaubetriebe Österreichs. Das Unternehmen wurde 1973 von Günter Herneth gegründet.

Das Unternehmen beabsichtigt, die Pachtflächen zu verkleinern und in Hinkunft die Produktion stärker nach Fixbestellungen auszurichten. Mit einer Lebensmittelkette will man den Handel mit Gemüse- und Gewürzpflanzen ausweiten.

Schneereicher Winter, Fehlinvestition, fehlender Großkunde

Die Aktiva belaufen sich auf rund 12,1 Millionen Euro, die Passiva auf etwas über 19 Millionen Euro, woraus sich eine Überschuldung von rund 6,9 Millionen Euro ergibt. Neben dem Wegfall des Hauptkunden bauMax wurden als weitere Ursachen ein langer und schneereicher Winter 2012/2013, hohe Lohn- und Energiekosten sowie ausländische Billigkonkurrenz genannt. Außerdem entpuppte sich die sogenannte Hydroponik-Kultur als Fehlinvestition. Denn aufgrund von nicht vorhersehbarer chemischer Reaktionen war dieses Modell des Pflanzenaufzugs in der Praxis nicht möglich.

Bei Jahresumsätzen zwischen 13,2 Mio. und 15,8 Mio. Euro wurden erhebliche Verluste verbucht, im letzten Wirtschaftsjahr im Ausmaß von einer Million Euro.

Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Dr. Heimo Hofstätter, Rechtsanwalt, 8046 Graz, St. Veiter Straße 66, bestellt.

  • Die erste Gläubigerversammlung wurde für den 3.11.2015 anberaumt.
  • Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde mit 1.12.2015 festgelegt.
  • Die Sanierungsplantagsatzung findet am 15.12.2015 statt.

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