American Apparel pleite: 300 Millionen Dollar Schulden

American Apparel pleite: 300 Millionen Dollar Schulden

American Apparel-Filiale in New York City.

Das US-Kultlabel American Apparel schlittert mit 300 Millionen US-Dollar in die Pleite und hat Gläubigerschutz beantragt. Seit 2009 schrumpfte der Marktwert von knapp einer halben Milliarde auf 20 Millionen Dollar.

Die US-Modekette American Apparel, die auch in Österreich vertreten ist, ist insolvent. Das mit 300 Millionen Euro verschuldete Unternehmen hat den Gläubigerschutz beantragt und kündigte ein Restrukturierung an. Das Unternehmen soll weitergeführt werden.

Laut den eingereichten Dokumenten unterstützen 95 Prozent der Gläubiger die Restrukturierung. Der Umbau des Unternehmens soll innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein und die Schulden von 300 Millionen auf weniger als 135 Millionen US-Dollar reduzieren. Die Gläubiger sagten außerdem zu, 70 Millionen Dollar zuzuschießen, um die die "Stabilität während und nach der Sanierung" zu gewährleisten.

Das einstige Kultlabel schreibt seit fünf Jahren Verluste und hatte jüngst massiv den Rotstift angesetzt. In den kommenden eineinhalb Jahren wolle das Unternehmen 30 Millionen US-Dollar einsparen. Das heißt vor allem, dass umsatzschwache Filialen dichtgemacht werden und Personal entlassen wird. Der Marktwert schrumpte seit 2009 von 540 Millionen Dollar auf nunmehr etwa 20 Millionen Dollar.

Die Aktie von American Apparel dümpelt als Pennystock bei rund 11 Cent.

Die von den Skandalen des exzentrischen und umstrittenen Gründers Dov Charney in Mitleidenschaft gezogene und seit dessen Rauswurf im Chaos zu versinken drohende Firma warnte Investoren bereits vor Mittel-Engpässen. Laut US-Medien wurde das Unternehmen auch schon wegen unbeglichener Rechnungen verklagt.

Jobs sollen erhalten werden

Die neue Chefin Paula Schneider kündigte im Juli an, American Apparel zurück in die Gewinnzone zu führen. Sie betonte, dass American Apparel nicht nur eine Modemarke mit Kultcharakter sei, sondern auch der größte Modehersteller in Nordamerika. "Wir gehen diesen Weg auch, um Jobs in den USA zu halten und die Ideale zu wahren, für die dieses Unternehmen steht." American Apparel schreibt sich selbst auf die Fahne, ausschließlich in den USA zu fairen Lohnbedingungen zu produzieren.

American Apparel betreibt nach eigenen Angaben (Stand September 2015) 227 Filialen in 19 Ländern mit rund 9.000 Mitarbeitern weltweit. Auch in Wien gibt es eine Filiale der US-Modekette.

Dov Charney hatte American Apparel 1989 in Montreal gegründet und den Firmensitz später nach Los Angeles verlegt. American Apparel stieg mit Unisex-Mode für Hipster und provokantem Marketing zu einer globalen Modemarke auf.

Harte Konkurrenz am Modemarkt

Nicht nur American Apparel stöhnt unter der harten Konkurrenz des schwedischen Rivalen H&M und der spanischen Inditex-Mutter Zara. Auch Abercrombie & Fitch, Cache, Wet Seal sowie die Surfer-Marke Quiksilver spüren den Druck. American Apparel ist mit einfarbiger Unisex-Mode und provokanten Marketing-Aktionen weltweit bekanntgeworden.Quiksilver meldete bereits Anfang September Insolvenz an.

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