Millionenpleite: Wieder ein Traditionshotel in Bad Gastein insolvent

Millionenpleite: Wieder ein Traditionshotel in Bad Gastein insolvent

Großpleite in Bad Gastein: Nach dem Sanotel trifft es nun das 4-Sterne-Haus Hotel Grüner Baum. Die Passiva betragen laut KSV1870 rund sieben Millionen Euro, 39 Dienstnehmer und 87 Gläubiger sind betroffen. Die Weiterführung des Betriebes ist vorerst gesichert.

Die Hotellerie in Bad Gastein trifft es erneut schwer: Nach der erneuten Pleite des Sanotel Ende Mai hat nun auch das international bekannte 4-Sterne-Hotel Grüner Baum Insolvenz am LG Salzburg angemeldet. Es handelt sich um ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Die Schulden belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro, die Aktiva auf rund 1,4 Millionen Euro. Die Hausbank hat die über Jahre angehäuften Kredite fällig gestellt.

Hinter dem Hotel Grüner Baum steht die Hoteliersfamilie Blumschein, die das Hoteldorf im Kötschachtal seit mehreren Generationen führt. Ziel der Eigentümer sei eine Sanierung und die Fortführung des Hotels, sagte Erich Grausgruber vom KSV1870. Die Insolvenzgläubiger sollen eine 20-prozentige Quote zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans erhalten.

Dank der stabilen Buchungslage für die kommenden Monate und einer guten Gesprächsbasis mit den Lieferanten konnte inzwischen die Weiterführung des Hotels mit dem Insolvenzverwalter vereinbart werden.

Hotelanlage sehr kostenintensiv

Für die Insolvenz waren laut Schuldner mehrere Gründe ausschlaggebend. Die wirtschaftliche Situation im ehemaligen "Nobelstandort" Bad Gastein verschlechterte sich, darunter litten vor allem die Umsätze des Restaurant-Geschäfts. Darüber hinaus ist der Betrieb des Hoteldorfs schon aufgrund seiner Größe und der Aufteilung der Gästezimmer auf fünf verschiedene Häuser, insbesondere betreffend Landschaftspflege und innerbetrieblicher Logistik äußerst kostenintensiv.

Dazu kommen wirtschaftliche Fehlentscheidungen wie der Kauf benachbarter Liegenschaften, welche entweder bereits anfänglich unnötig waren oder in einem verlustreichen Wiederverkauf mündeten. Die schlechten Betriebsergebnisse und die wirtschaftlichen Fehlentscheidungen führten in erster Linie dazu, dass dringend notwendige Investitionen in die Betriebsstätte nicht vorgenommen wurden. Zum Zeitpunkt der Antragstellung entspricht lediglich das Haupthaus den aktuellen gesetzlichen Vorgaben und weist deshalb eine Betriebsstättengenehmigung auf. Die in den letzten zehn Jahren angelaufenen Kreditverbindlichkeiten bei der Hausbank wurden nunmehr fällig gestellt und ist eine Finanzierung durch andere Investoren oder Banken aufgrund der fehlenden Betriebsstättengenehmigung ebenso gescheitert.

4-Sterne-Haus mit langer Geschichte

Geführt wird ein 4 Sterne Hotel mit 140 Betten auf 5 Häuser aufgeteilt. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1913 zurück. Angeschlossen ist die Führung zweier Restaurants mit insgesamt 250 Sitzplätzen und zusätzlichen Gartenbetrieb die für insgesamt 350 Gästen Platz bietet. Weiters befasst sich die Schuldnerin mit der Vermietung von Appartments.

Das Hotel Grüner Baum, das zu den "Small Luxury Hotels of the World" gehört und als Bio-Hotel geführt wird, galt einst als eine der nobelsten Adressen im Gasteinertal. Luis Trenker gehörte bis zu seinem Tod zu den Stammgästen des Hotels, auch die ehemaligen deutschen Politiker Helmut Kohl und Richard von Weizsäcker, die Künstler Yehudi Menuhin, Liza Minnelli oder Falco genossen das ländlich-familiäre Ambiente im Grünen Baum.

Zum Masseverwalter wurde Dr. Karl Ludwig Vavrovsky aus 5020 Salzburg, Mozartplatz 4, bestellt. Die erste Prüfungs- und Sanierungsplantagsatzung wurde mit 26.08.2015 festgelegt.

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