Masseverwalter planen Rettung von Ring Bäckerei und Pan&Co

Masseverwalter planen Rettung von Ring Bäckerei und Pan&Co

Die Ring Bäckerei in Linz schlitterte in die Pleite. Nun gab die Hausbank grünes Licht für einen Fortführungskredit, der Traditionsbetrieb könnte gerettet werden.

Die insolvente Pan&Co-Gruppe macht vorerst weiter, so Masseverwalter Thomas Kurz. Eine hundertprozentige Entwarnung gibt es hingegen noch nicht. Über die Zukunft der Bäckerei Ring wird kommende Woche entschieden.

"Die Backstationen der großen Handelsketten werden nicht ohne Teiglinge sein", ist Kurz, der in der oberösterreichischen Bäckerei-Großinsolvenz für Pan&Co (Success, Eurocool, Blaschke, B&G Backen) zuständig ist, für die nähere Zukunft optimistisch. Lieferanten und Kunden würden zum Unternehmen stehen, die knapp 70 Arbeitsplätze sollen vorerst "im Wesentlichen" erhalten bleiben. Die Sanierung soll über den Verkauf des Unternehmens erfolgen. Sein "Fortführungshorizont" reiche zwar bis September, "ich möchte aber vorher veräußern".

Der zweite Masseverwalter Norbert Mooseder ist für die Insolvenzen von Ring, Salzkammergut Bäckerei und der P&C Kaffee Vertriebs GmbH zuständig. An diesen Unternehmen hängt der weitaus größere Teil der Jobs. Das Filialnetz von Ring und die Produktionsstätte der Salzkammergut Bäckerei werden bis Ende Juni oder Anfang Juli weitergeführt, erklärte der Anwalt im Gespräch mit der APA. Parallel arbeite er an der Verwertung. Es gebe zwar bereits mehrere Interessenten, noch sei aber völlig unklar, ob es zu einer Aufsplittung kommen werde oder nicht.

Frage der Arbeitsplätze noch offen

Bei P&C wird für das Cup&Cino-Kaffeehaus in Linz ein Käufer gesucht, drei andere Franchisenehmer dieser Kette sollen auf eigene Faust weitermachen können. Für den dritten Teilbereich der P&C, den Handel mit Kaffee, Kaffeemaschinen und -zubehör, soll ebenfalls ein Käufer gefunden werden, erklärte Mooseder.

Offen ist auch noch die Frage der Arbeitsplätze: "Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Dienstnehmer wieder in der gleichen Branche beschäftigt sein wird", ob 50, 80 oder 100 Prozent könne man aber noch nicht sagen, sagte Mooseder. Am Dienstag findet eine Gläubigersitzung statt. Dort will er sich seine Pläne absegnen lassen.

Weder Betriebsrat noch Hausbank wusste von nahendem Konkurs

Die Firmengruppe Pan&Co mitsamt der Traditionsbäckerei Ring war am Dienstag völlig überraschend pleitegegangen, insgesamt wurden in Linz und Salzburg acht Insolvenzanträge gestellt. Die bisherigen Eigentümer gaben darin an, keine Sanierung zu beabsichtigen. Laut Medienberichten wussten weder die Geschäftsführer des jeweiligen Tochtergesellschaften noch Betriebsrat und Hausbank von dem nahenden Konkurs.

Die Pleite von Pan&Co und Ring ist mit 470 Mitarbeitern und 40 Millionen Euro Schulden österreichweit die bisher größte Insolvenz des heurigen Jahres. Die zweitgrößte Insolvenz nach Schulden war der steirischen Fertigteilhaus-Herstellers Hanlo mit 24 Millionen Euro Schulden. Nach Mitarbeitern zweitgrößte Insolvenz war der oberösterreichische Tankstellen-Bauer GIA mit 109 betroffenen Mitarbeitern.

Ring Bäckerei bereits länger in roten Zahlen

Die Ring Bäckerei mit 47 Filialen und rund 280 Mitarbeitern wurde erst 2014 von der Pan&Co-Gruppe der Familie Hofer übernommen, Firmengründer Wolfgang Hofer verstarb allerdings kurze Zeit später am 31. Dezember. In Summe hatte die Pan&Co-Gruppe zum Zeitpunkt der Insolvenz Schulden von 40,77 Mio. Euro. Die Ring Bäckerei steckte seit längerem in den roten Zahlen, ob sich Pan&Co mit der Übernahme übernommen hat, ist unklar.

Laut "Oberösterreichischen Nachrichten" (Mittwochsausgabe) könnte die Ring-Übernahme aber noch zu einem Rechtsstreit führen. Verkäufer der Ring Bäckerei war die für die Süßigkeiten-Marke "PEZ" bekannte Trauner Firma Ed. Haas International. Laut Insolvenzantrag von Pan&Co hätte sich Haas verpflichtet, Mittel zur Verfügung zu stellen, um eine Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Dies habe Haas aber trotz Aufforderung nicht erfüllt, heißt es laut "OÖN" im Insolvenzantrag. Der Firmenanwalt von Haas, Maximilian Gumpoldsberger, bestätigte gegenüber der APA, dass Haas im Vorjahr zwar eine Patronatserklärung abgegeben habe, jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Verkauf. Es bestehe für die Ed. Haas International GmbH keine Zahlungsverpflichtung, man sei seit mehreren Monaten nicht mehr involviert, so Gumpoldsberger.

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