Masseunzulänglichkeit bei Praktiker – Gläubiger gehen leer aus

Masseunzulänglichkeit bei Praktiker – Gläubiger gehen leer aus

Insolvenzverwalter Udo Gröner habe bereits Anfang Oktober Masseunzulänglichkeit angezeigt, teilte der Vertreter der Anleihegläubiger von Praktiker, Ingo Scholz, am Donnerstag mit. Diese sogenannte "Insolvenz in der Insolvenz" bedeutet, dass das restliche Geld allenfalls noch reicht, um die Verfahrenskosten zu decken, aber nicht, um die Forderungen der Gläubiger wenigstens zum Teil zu erfüllen.

Davon betroffen sind vor allem die Zeichner einer 250 Millionen Euro schweren Anleihe, die von Scholz vertreten worden waren. Er stelle seine Tätigkeit daher vorerst ein, erklärte der Anwalt der Frankfurter Kanzlei Ashurst. Auch die Mitarbeiter in der Praktiker-Zentrale könnten von der Masseunzulänglichkeit betroffen sein. Die Beschäftigten in den Filialen sind bei Tochtergesellschaften von Praktiker angestellt. Gröner war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar, Praktiker wollte sich nicht äußern.

Die Gläubiger der AG hatten nach Anmeldung der Insolvenz im Juli vor allem auf einen lukrativen Verkauf der Baumarkt-Tochter Max Bahr gesetzt. Doch nachdem diese selbst Insolvenz anmelden musste, zerstoben die Hoffnungen rasch.

Am Donnerstag trifft sich der Gläubigerausschuss von Max Bahr, um über den Verkaufsprozess zu beraten. Zwar hatten sich mit der saarländischen Supermarkt- und Baumarktkette Globus sowie einem Konsortium um die Baumarktkette Hellweg und den ehemaligen Max-Bahr-Chef Dirk Möhrle zwei Bieter gefunden. Sie haben Verhandlungskreisen zufolge aber große Schwierigkeiten, die Forderungen der Insolvenzverwalter zu erfüllen. Diese wollten bis Ende Oktober einen Käufer für rund 120 Max-Bahr-Märkte gefunden haben. Sonst müssten sie - wie bereits die Praktiker-Märkte - abgewickelt werden.

Der Betriebsrat der insolventen Baumarktkette Max Bahr sieht jedenfalls Chancen für eine Fortführung des Unternehmens. "Wir haben wieder etwas berechtigte Hoffnung, dass es mit Max Bahr weitergehen wird", sagte Gesamtbetriebsratschef Ulrich Kruse der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Mit Globus und dem Konsortium um Hellweg gebe es nach wie vor zwei Bieter. Allerdings sei noch völlig offen, wie viele Märkte fortgeführt werden könnten und welche Teile der Unternehmenszentrale erhalten bleiben könnten, sagte Kruse.

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