KSV1870 Umfrage: Gedrückte Stimmung bei heimischen Unternehmen

KSV1870 Umfrage: Gedrückte Stimmung bei heimischen Unternehmen

37 Prozent der heimischen Unternehmen meinen einer KSV1870 Umfrage zufolge, die wirtschaftliche Lage in Österreich bleibe schlecht bzw. sehr schlecht.

Gedrückte Stimmung und trübe Aussichten bei Österreichs Unternehmen: Laut einer Umfrage des KSV1870 sehen nur 10 Prozent der Befragten die Wirtschaftslage in Österreich gut oder sehr gut. Zu viel Bürokratie, zu hohe Steuern und Lohnnebenkosten würden das Wachstum hindern.

"Für die Unternehmen ändert sich in Österreich kaum etwas zum Positiven – es herrscht Stillstand bei den schwelendsten Problemen und es gibt so gut wie keine Aussicht auf Reformen zur Entlastung der Betriebe", resümiert Roland Führer, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH. "Schon vor einem Jahr haben wir die Unternehmen gefragt, wo sie der Schuh am stärksten drückt und die Antworten sind auch heuer wieder die selben: Bürokratieabbau, Lohnnebenkosten senken, Steuern senken, vereinfachte Kreditvergabe – alles ´alte Bekannte´." 77 Prozent erwarten auch vom Anleihekaufprogramm der EZB keine Impulse für die Wirtschaft – besonders skeptisch ist das Gewerbe, etwas zuversichtlicher die Industrie.

Nur 10 Prozent meinen, der Wirtschaft in Österreich gehe es aktuell gut oder sehr gut. 38 Prozent der mehr als 1.200 Umfrage-Teilnehmer bezeichnen sie derzeit sogar als explizit schlecht bzw. sehr schlecht. Für etwas mehr als die Hälfte (52 %) stellt sich die Situation nur als befriedigend dar. Und daran soll sich dieses Jahr auch nichts mehr ändern: Nur 13 Prozent rechnen mit einer guten bzw. sehr guten Entwicklung für das Gesamtjahr 2015.

Noch immer 37 Prozent meinen, die Lage bleibe schlecht bzw. sehr schlecht. Die Hälfte prognostiziert bestenfalls eine befriedigende wirtschaftliche Performance. Am negativsten bewerten Kleinstunternehmen die Aussichten. Große Unternehmen sind zuversichtlicher – diese erwarten auch noch am ehesten, eine positive Auswirkung des Anleihekaufprogramms der EZB auf die heimische Wirtschaft.

Eigene Auftragslage positiv

Bedeutend besser schätzen die Befragten die eigene Auftragslage ein: Für fast die Hälfte der Befragten (49 %) ist sie aktuell gut oder sehr gut. 35 Prozent bewerten sie als befriedigend und 16 Prozent als schlecht bzw. sehr schlecht. Und auch die Prognose für das Gesamtjahr gleicht der aktuellen Einschätzung im Wesentlichen: 46 Prozent erwarten eine gute oder sehr gute Auftragslage für 2015, 40 Prozent erwarten eine befriedigende und 14 Prozent eine schlechte bzw. sehr schlechte Auftragslage.

Am positivsten gestimmt sind auch hier große Unternehmen ebenso wie die Branchen Elektronische Datenverarbeitung, Lebens- und Genussmittel, Chemie/Pharmazie/Kunststoffe/Gummi und der Freizeitwirtschaft. Besonders pessimistisch sind die Bereiche Papier/Druck/Verlagswesen sowie Textilwirtschaft/Schuhe/Leder/Pelze und auch das Gastgewerbe. Positiv für die Beschäftigen: 67 Prozent planen für 2015 keine Änderung beim Personalstand. 17 Prozent werden ihn voraussichtlich erhöhen und 16 Prozent wollen Stellen streichen.

Kaum Optimismus spürbar

"Die Unternehmen scheinen gespalten zu sein. Ihre eigene Lage bzw. die Entwicklung für dieses Jahr bewerten die Befragten im Schnitt positiv, ganz anders aber die Gesamtwirtschaftslage, die sehr emotional beurteilt scheint. Hier zeigt sich ein Pessimismus, der die allgemeinen negativen Wirtschaftsprognosen widerspiegelt. Die Probleme der Unternehmen sind seit Jahren tendenziell dieselben und sie wünschen sich politische Lösungen und Reformen, die einfach nicht angegangen werden. Hinzu kommen viele Jahre mit bestenfalls mäßiger Konjunktur und ein verengter Spielraum bei der Kreditvergabe. Insgesamt scheint das viele Betriebe mürbe gemacht zu haben", so Roland Führer.

Rückläufige Investitionen

Heuer planen nur 55 Prozent Investitionen durchzuführen, das ist ein Minus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders motiviert zeigen sich mittlere und große Unternehmen wie auch die Branchen Elektronische Datenverarbeitung, Lebens- und Genussmittel, Chemie/Pharmazie/Kunststoffe/Gummi und die Freizeitwirtschaft. Zurückhaltender wollen 2015 die Bereiche Holz/Möbel, Textilwirtschaft/Schuhe/Leder/Pelze, Bergbau/Energie und die Bauwirtschaft agieren. Der Großteil der vorgesehenen Mittel soll 2015 in Sachinvestitionen (78 %) fließen. Nur 18 Prozent wollen explizit in Forschung & Entwicklung allgemein bzw. in die Entwicklung neuer Produktbereiche investieren und 56 Prozent wollen in andere immaterielle Investitionen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit investieren. 7 Prozent liebäugeln mit Finanzinvestitionen.

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