Kärnten: Snowboardhersteller Elan kann die Produktion nicht mehr zahlen

Kärnten: Snowboardhersteller Elan kann die Produktion nicht mehr zahlen

Elan hat 8,7 Millionen Euro Schulden. Auch die slowenische Muttergesellschaft ist in finanziellen Nöten.

Nachdem die Verhandlungen mit einer lokalen Bank über die Finanzierung der Produktion für das Jahr 2013 erfolglos blieb, sah sich Elan gezwungen für das Unternehmen im Kärntner Fürnitz den Konkursantrag zu stellen. Das teilte die slowenischen Muttergesellschaft mit. Die Fabrik hätte laut Elan genügend Aufträge für die nächste Saison gehabt, konnte jedoch die von den Kunden geforderte Bankgarantien nicht gewährleisten. Am Landesgericht Klagenfurt wurde nun das Konkursverfahren über die Snowboard-Fabrik eröffnet.

78 Mitarbeiter sind betroffen

Die Kärntner Elan-Snowboardfabrik hat Informationen des Kreditschutzverbandes (KSV1870) zufolge rund 8,7 Mio. Euro Schulden, bei einem Vermögen von 6,5 Mio. Euro. Vom Konkurs sind 78 Dienstnehmer und 120 Gläubiger betroffen. Als Ursache für die Insolvenz für dieSnowboardfabrik, die in den vergangenen zwei Jahren ein negatives Jahresergebnis eingefahren hat, Liquiditätsengpässe an. Diese hätten die Produktion beeinflusst und die Kunden verunsichert.

Die Snowboardfabrik hatte schon zuvor mit finanziellen Problemen gekämpft. Im vergangenen Mai hieß es zwar aus dem slowenischen Mutterunternehmen noch, dass die Kärntner Tochterfirma nicht von dem Konkurs bedroht sei. Damals konnten die Liquiditätsprobleme mit einem kurzfristigen Kredit von der Bank für Kärnten und Steiermark (BKS) in der Höhe von 6 Mio. Euro vorerst beseitigt werden, zehn Monate später wurde das Unternehmen aber insolvent.

Größter Kunde 2012 verloren, Umsatz eingebrochen

Die Kärntner-Elan-Fabrik schrieb in vergangenen zwei Jahren rote Zahlen. Im Jahr 2011 konnte nach Angaben des Unternehmens trotz einer Umsatzsteigerung von 5,5 Prozent auf 18,25 Mio. Euro kein positives Jahresergebnis erzielt werden. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) ergab einen Verlust von 1,5 Mio. Euro. Im Jahr 2011 verlor Elan auch seinen größten Kunden, die Firma Nitro, die nach einer Übernahme die Produktion nach Taiwan übersiedelte. Im Geschäftsjahr 2012 ist der Umsatz auf 13,75 Mio. Euro eingebrochen, das operative Ergebnis war erneut negativ ausgefallen.

Mutterkonzern muss rechtswidrige staatliche Beihilfe von zehn Millionen Euro zurückzahlen

Die slowenische Muttergesellschaft kann der Kärntner Fabrik nicht unter die Arme greifen, weil sie zurzeit selbst mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die EU-Kommission hat zu Jahresanfang Elan angeordnet, eine rechtswidrige staatliche Beihilfe, die das Unternehmen 2008 in Form einer Kapitalspritze von 10 Mio. Euro erhalten hat, zurückzuzahlen. Die Erfüllung dieser Anordnung würde Elan laut Medienberichten große finanzielle Probleme bereiten, denn das Unternehmen hat weder das Geld noch genügend Reserven, um die 10 Mio. Euro bzw. 11,5 Mio. Euro samt Zinsen zu bezahlen. Elan bekämpft die Entscheidung der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg.

Dabei hofft Elan, auf deren Skier auch Skilegende Ingemar Stenmark gefahren ist, die Rückzahlung der unerlaubten Beihilfe zumindest so lange hinauszögern zu können, bis das Unternehmen verkauft wird. Elan, mehrheitlich im Staatsbesitz, soll nämlich unmittelbar vor dem Verkauf an den britischen Investmentfonds Argus Capital stehen. Das Unternehmen erwartet, dass ein Kaufvertrag bis Ende April unterzeichnet wird und der Verkauf bis Juni abgewickelt sein könnte. Der Kaufpreis für den Mehrheitsanteil von Elan soll laut Medienberichten bei 15 Mio. Euro liegen.

Bisher für Fremdmarken produziert, jetzt hofft man auf Eigenmarke

Doch der Kärntner Wintersportgerätehersteller hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben und sucht nach Lösungen für die Fortsetzung der Produktion. Bisher produzierte die Fabrik Snowboards hauptsächlich für andere Marken. Elan plant deshalb die Produktion unter der Eigenmarke Elan weiterzuführen. Auswirkungen auf den laufenden Verkaufsprozess von Elan erwartet der Vorstand aber nicht, man hätte die potenziellen Käufer stets transparent über die Lage der Tochter informiert.

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