Bene wird umgemöbelt

Bene wird umgemöbelt

Eine Schonfrist für die ersten hundert Tage im Amt war den neuen Vorständen des Büromöbelherstellers Bene nicht vergönnt: Mitte Dezember mussten Rudolf Payer und Michael Feldt abrupt die Führung übernehmen, weil das vorherige Management unter Frank Wiegmann über Nacht zum Räumen seiner Schreibtische veranlasst wurde.

Einer der Gründe: Noch im Sommer hatte Wiegmann einen Gewinn von 3,5 Millionen Euro für 2012 in Aussicht gestellt. Abschließen wird Bene das abgelaufene Jahr mit einem Verlust zwischen sieben und zehn Millionen. Payer und Feldt haben alle Hände voll zu tun, den Laden wieder auf Kurs zu bringen und Gläubigerbanken zu beruhigen. Erst kürzlich musste eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, weil das halbe Grundkapital aufgezehrt ist.

Die schlechte Konjunktur für Büromöbel, die sich negativ auf die ganze Branche auswirkt, aber auch hausgemachte Fehler haben das Traditionsunternehmen in Schieflage gebracht. Der neue Vorstand ist nun dabei, gemeinsam mit Aufsichtsratsboss Manfred Bene, dessen Familienstiftung immer noch Haupteigentümer ist, ein Restrukturierungspaket zu schnüren. In rund einem Monat soll dieses den Banken und den Aktionären präsentiert werden. "Wir sind noch in der Evaluierungsphase“, sagt Payer. Fix sei nur, dass in einem ersten Schritt konzernweit 110 der 1.300 Beschäftigten das Unternehmen verlassen müssen. Die Hälfte der Betroffenen stammt aus Österreich. Sozialpläne wurden bereits erstellt.

Die Situation konnte schon stabilisiert werden. Die Strategie der letzten Jahre, Umsatz auch um den Preis von Verlusten zu machen, wurde aufgegeben. Die Banken, unter der Konsortialführung von Raiffeisen, erkennen das an und halten vorerst still.

Problem mit Anleihe

Aber auch wenn der Turnaround heuer gelingt: Ende April 2014 muss Bene eine Anleihe (Verzinsung: 6,875 Prozent) im Volumen von 40 Millionen Euro tilgen, die von Bawag und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich im Jahr 2009 begeben und vor allem im Raiffeisen-Sektor gezeichnet wurde. Eine Anschlussfinanzierung ist in der jetzigen Situation schwierig. Und zu verdienen ist das Geld in einem Jahr nicht.

Deshalb wird die börsennotierte Bene AG einen Partner brauchen. Die Kreditgeber machen dahingehend Druck, und die Familie weiß das auch. Die Überlegungen kreisen um einen strategischen Investor, ein reiner Finanzinvestor wäre weniger willkommen. Weil Bene immer noch eine attraktive Marke ist, gäbe es genügend Interessenten für einen Einstieg. Zu hören sind die Namen des holländischen Unternehmens Ahrend und des US-Konzerns Haworth. Letzterer ist einer der weltweit größten Büromöbelhersteller und ist in 120 Ländern vertreten. Produkte von Haworth hat auch Bene im Programm. Das teure Bene-Vertriebsnetz mit rund 70 Gesellschaften könnte mit einem Partner effizienter organisiert werden.

Ex-Vorstand Frank Wiegmann werfen die Eigentümer vor, auf eigene Faust einen Investor gesucht und dafür die Umsätze ohne Rücksicht auf Verluste aufgebläht zu haben. Nun soll der Prozess geordnet ablaufen.

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