Angerlehner: Riesenpleite in der Baubranche

Angerlehner: Riesenpleite in der Baubranche

Dem oberösterreichischen Bauunternehmen Angerlehner, mit 190 Mitarbeitern, droht die Schließung, sollte sich kein Investor finden. Die Firma aus Pucking ist zahlungsunfähig.

Wieder ist ein Traditionsunternehmen aus Oberösterreich zahlungsunfähig. Nach der Welser Reinigungsfirma Liman hat heute Freitag die seit 30 Jahren bestehende mittelständische Baufirma Angerlehner Hoch- und Tiefbau aus Pucking ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung angemeldet. In den ersten 10 Wochen des laufenden Jahres hat es in Oberösterreich damit 125 Firmeninsolvenzen gegeben. Die Insolvenz der Angerlehner Hoch- und Tiefbau GmbH ist davon die 25. Bauinsolvenz im Jahr 2013.

Für die derzeit 130 beschäftigten Mitarbeiter ist der Gehalt von Februar noch offen. Dutzende Mitarbeiter sind mit Aussetzungsverträgen arbeitslos gemeldet. Sie rechnen mit der Wiedereinstellung. Im Jahresdurchschnitt sind in der Firma mit Sitz im oberösterreichischen Pucking 190 Dienstnehmer beschäftigt.

Scheitern die Verkaufsbemühungen und käme es zu einer Zerschlagung wäre das eine Großpleite in Oberösterreich. Die Verbindlichkeiten betragen laut KSV1870 25,7 Millionen Euro, die Aktiva bei 1,2 Millionen Euro, wodurch sich rechnerisch eine Überschuldung von fast 24 Millionen Euro ergibt. Laut Insidern soll es bereits konkrete Investorengespräche geben. Bereits bis Monatsende wird mit einem Ergebnis gerechnet.

Gestiegene Rohstoffpreise und Projekt in Indien als Gründe für die Pleite

Der Beginn der wirtschaftlichen Schwierigkeiten setzte laut Angaben im Insolvenzantrag im Jahr 2011 ein, als eine Wohnanlage in Wels mit 180 Wohnungen zu optimistisch kalkuliert wurde. Durch 10 prozentige Preissteigerung bei den Baustoffen und einem eingetretenen Mehraufwand für Stahlbewehrungen im Umfang von rund EUR 500.000,-- ergab in diesem Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von etwa EUR 1 Million. Verschärft wurde die Situation durch die 15 % gesunkenen Umsätze im Auslandsgeschäft. Mitschuld soll so auch ein größeres Bauprojekt in Indien sein, das unerwartete Verluste brachte. In Indien seien die Abrechnungsmodalitäten derart kompliziert gewesen, dass es zu einem verzögerten Zahlungseingang kommen sei, so die Begründung des Unternehmens. Die im Jahr 1985 von Alfred Angerlehner gegründete Firma ist im Hoch- und Tiefbau und international in der Kanalsanierung tätig.

Im Sommer 2012 setzte ein signifikanter Preisverfall im Hochbau ein, man konnte sich bei Ausschreibungen nicht gegen die niedrigpreisigen Anbote der Mitbewerber durchsetzen und begann Personal abzubauen. Die Auftragslage im Auslandsgeschäft entwickelte sich im Jahr 2012 zwar wieder positiv, jedoch entstanden durch Zahlungsverzögerung vor allem bei den indischen Auftraggebern erhebliche Liquiditätsengpässe.
Über den eingebrachten Sanierungsplan wird in beiden Verfahren am 18.06.2013 beim Landesgericht Linz mit den Gläubigern verhandelt und abgestimmt werden.

Die Hausbank, die Raiffeisenlandesbank, wollte die fehlende Liquidität nun nicht mehr aufbringen. Mit den Wirtschaftsprüfern von Leitner & Leitner wurde nun ein Finanzplan und eine Fortführungsrechnung erstellt. Diese sei positiv, sagt Kurz. Bezüglich der Fortführungsfinanzierung sei die RLB gesprächsbereit. Die Firma schrieb positive Ergebnisse und zählte mit einem Umsatz von 52,9 Millionen Euro zu den 250 größten Unternehmen Oberösterreichs.

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