Alpine Bau: Rund 9.600 Gläubiger fordern morgen vor Gericht ihr Geld

Alpine Bau: Rund 9.600 Gläubiger fordern morgen vor Gericht ihr Geld

Bei der Alpine Bau summieren sich laut Angaben des KSV1870 Kredit- und Schadensersatzforderungen, Lieferanten- und Konzernverbindlichkeiten und weitere Verbindlichkeiten zu einem Schuldenberg von über vier Milliarden Euro. Für morgen ist für diese Forderungen die Prüfungstagsatzung angesetzt. Diese müssen jedoch fürchten keine nennenswerte Quote zu erhalten.

Morgen Mittwoch findet der große Showdown zwischen der Alpine Bau und dessen Gläubiger statt. Denn am Handelsgericht Wien findet am 9.Oktober 2013 die erstreckte Prüfungstagsatzung statt. Ursprünglich war der Prüfungstagsatzung für den 29. August anberaumt gewesen. Aber aufgrund der Vielzahl an Gläubigeranmeldungen und der Komplexität des Insolvenzverfahrens war zu diesem Zeitpunkt eine seriöse Prüfung der einzelnen Forderungen nicht möglich.

9.600 Gläubiger fordern 4,1 Milliarden Euro

Rd. 9.600 Gläubigerforderungen mit einem Forderungsvolumen von rd. EUR 4,151 Mrd. wurden zwischenzeitig vom Insolvenzverwalter geprüft.
Der Insolvenzverwalter hat Forderungen im Ausmaß von rd. EUR 1,503 Mrd. anerkannt und Forderungen in der Höhe von rd. EUR 2,648 Mrd. bestritten.
Die Forderungsprüfungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Insbesondere Schadenersatzforderungen sowie Forderungen ausländischer Gläubiger sind zunächst vorsichtshalber bestritten und es ist davon auszugehen, dass es zu nachträglichen Anerkenntnissen kommen wird.
Der KSV1870 hält fest, dass auch die Darlehensforderung (318 Mio.) der ebenfalls insolventen Alpine Holding GmbH vom Insolvenzverwalter vorerst noch nicht anerkannt worden ist. Für eine Vielzahl der betroffenen Anleihegläubiger besteht daher weiterhin erhebliche Unsicherheit hinsichtlich ihrer Befriedigungsaussichten. Immerhin handelt es sich bei dieser Forderung um einen wesentlichen Vermögenswert der Alpine Holding GmbH.

Der KSV1870 rechnet mit weiteren Anmeldungen. Die Höhe der endgültig schließlich quotenmäßig zu berücksichtigenden Verbindlichkeiten schätzen wir auf eine Bandbreite von rd. EUR 3,4 Mrd. bis rd. EUR 3,7 Mrd.

Die wichtigsten Forderungsanmeldungen der Gläubiger:

Kreditforderungen rd. EUR 1,55 Mrd.
Schadenersatzforderungen (inkl. ARGE) rd. EUR 1,44 Mrd.
Darlehen/Alpine Holding rd. EUR 318 Mio.
Lieferantenverbindlichkeiten rd. EUR 216 Mio.
Konzernverbindlichkeiten rd. EUR 169 Mio.
Haftrücklässe rd. EUR 169 Mio.
Leasingentgelte rd. EUR 87 Mio.
Öffentlich rechtliche Abgaben rd. EUR 66 Mio.
Dienstnehmerforderungen rd. EUR 17 Mio.
sonstige Verbindlichkeiten rd. EUR 117 Mio.

In der Aufzählung sind jedoch die Beendigungsansprüche der Dienstnehmer noch nicht berücksichtigt. Der Insolvenzverwalter rechnet mit nachträglichen Forderungsanmeldungen betreffend Dienstnehmerendigungsansprüche in einem Ausmaß von ca. EUR 225 Mio.

Dramatischer Entwertungsprozess seit Insolvenz läuft

Durch die Insolvenzeröffnung und die notwendige Schließung ist ein dramatischer Entwertungsprozess der Assets eingetreten. Das rasche Handeln des Insolvenzverwalters und regionale Auffanglösungen ermöglichten, dass ein Teil des Fahrnisvermögens (insgesamt rd. 40.000 Positionen) auf den bestehenden Baustellen in Österreich zum Verkehrswert veräußert, die Baustellen vom Erwerber fortgeführt und damit auch ein Großteil der Arbeitsplätze (ca. 4.900) in Österreich erhalten werden konnten.Das von den regionalen Auffanglösungen nicht umfasste Fahrnisvermögen wird im Wege von Auktionen veräußert.

Verwertung aller Beteiligungen geht zügig voran

Der Verwertungsprozess schreitet strukturiert und zügig voran. So konnten alle wesentlichen inländischen Beteiligungen rasch verkauft werden. Dadurch ist es gelungen, im Inland Folgeinsolvenzen von Beteiligungsunternehmen (mit zwei unbedeutenden Ausnahmen) zu verhindern.
Auch die im Eigentum der Alpine Bau GmbH stehenden Asphaltmischanlagen konnten bereits verwertet werden. Die Verkaufsprozesse betreffend weitere Beteiligungen an Vorproduktionsgesellschaften sind im Gange. Der Insolvenzverwalter ist hierbei mit komplexen kartellrechtlichen und gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen konfrontiert.

Parallel dazu erfolgt die Abwicklung von rd. 500 Arbeitsgemeinschaften, welchen die Schuldnerin angehört.

Aufarbeitung der Vergangenheit wird Jahre dauern

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des Insolvenzverwalters in den nächsten Monaten (Jahren) liegt in der detaillierten Aufarbeitung der Zeit vor der Insolvenzeröffnung.
Neben der Prüfung des Bestehens von Anfechtungsansprüchen, gilt es insbesondere im Vorfeld der Insolvenz getätigte Vermögensauseinandersetzungen, das Agieren der Organe sowie von der Schuldnerin in Anspruch genommene Beraterleistungen genau zu durchleuchten.

Der KSV1870 erwartet daher eine langjährige Verfahrensdauer. Es ist auch davon auszugehen, dass es zu einer Vielzahl von Prozessen kommen wird.

Die Gläubiger dürfen jedenfalls mit keiner wirtschaftlich relevanten Quote rechnen. Aus heutiger Sicht wird diese in einer Bandbreite von bis zu 2% liegen.

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