Banken schrauben die Spesen hoch

Banken schrauben die Spesen hoch

Sonderwünsche? Die Bank berät gerne - gegen eine entsprechende Gebühr.

Die Bareinzahlung auf ein fremdes Konto kostet bei der RLB nun doppelt so viel wie vor einem Jahr, die Schalterspesen bei der Bank Austria stiegen im gleichen Zeitraum um 650 Prozent: Eine aktuelle Studie der AK Wien zeigt, welche Banken ihre Gebühren erhöht haben.

Jede zweite heimische Bank drehte bei ihren Spar-, Kredit-, Zahlungsverkehrs- oder Wertpapier-Spesen an der Preisschraube - und das teilweise sehr stark, wie eine aktuelle Untersuchung der Arbeiterkammer Wien unter zwölf österreichischen Banken bei 53 Spesensätzen zeigt (Download der Studie im Detail unter diesem Link).

Die gute Nachricht: Sechs von zwölf untersuchten Banken haben während des Untersuchungszeitraums von November 2013 bis November 2014 ihre Preise nicht erhöht, beziehungsweise einzelnde Spesen gar gesenkt oder gestrichen - darunter easybank, Hypo NÖ, ING DiBa, Santander Bank, Volksbank Wien-Baden und WSK Bank. Die restlichen sechs Banken - Generali Bank, Bank Austria, bankdirekt.at, Erste Bank, Raiffeisenlandesbank NÖ Wien, BAWAG P.S.K. - haben jedoch teilweise sehr kräftig ihre Spesenspirale nach oben gedreht.

Die Erhöhungen der Bankspesen im Detail:

+ Die Generali Bank erhöhte 18 ihrer Gebühren (1,67 bis 14,73 Prozent).
+ Die Bank Austria schnalzte ebenfalls bei 18 Positionen die Preise in die Höhe (1,85 bis 11,9 Prozent). Aufgrund einer Umstellung der Kontopakete für NeukundInnen ergaben sich teils drastische Erhöhungen einzelner Gebühren im Ausmaß von 650 Prozent. Bei den neuen Paketen wurden auch vier neue Gebühren eingeführt.
+ Die bankdirekt.at hob zehn Spesensätze an (1,35 bis 1,42 Prozent).
+ Bei der Erste Bank gab es neun Preissteigerungen (1,97 bis 2,60 Prozent), wobei die Gebühr für die Auflösung eines Sparbuches weggefallen ist.
+ Bei der RLB NÖ Wien stiegen acht Preise an (1,40 bis 100 Prozent). Zwei Spesen (für manuelle Bearbeitung eines Dauer- und Einziehungsauftrags) wurden gesenkt, zwei weitere gestrichen (für Kreditrestschuldbestätigungen und Auflösung eines Sparbuchs).
+ Die BAWAG P.S.K. erhöhte zwei Spesen um jeweils 7,61 Prozent. Eine Gebühr (Kreditrestschuldbestätigung) fällt nun nicht mehr an.

Zu den "schlimmsten Ausreißern" zählt laut AK etwa die RLB NÖ Wien, welche die Spesen für die Ratenpolanänderungen um 40 Prozent erhöhte. Die Bank Austria hob die Spesen für die Zahlungserinnerung um 6,67 Prozent, sowie für die Ratenplanänderung um 11,9 Prozent an. Die BAWAG schraubte die Spesen für die Kontoführung beim Kreditkonto um 7,61 Prozent in die Höhe. Die Generali Bank zog den Spesensatz für die Pfandrechtslöschung um 14,73 Prozent an. Auch bei Schalterspesen gab es Teuerungen: Bei der Bank Austria stiegen die Spesen für beleghafte Buchungen von 0,24 Euro auf 1,80 Euro - ein Anstieg um 650 Prozent. Die RLB verdoppelte die Bareinzahlungsspesen auf ein fremdes Konto am Schalter von 1,50 auf 3 Euro (plus 100 Prozent).

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