Sandra Cervik: "Ich kann auch absurd schnorrig sein"

Sandra Cervik

Sandra Cervik

Die Josefstadt-Schauspielerin Sandra Cervik erklärt, warum sie gerne Geld in Haus und Garten investiert, beim Einkaufen im Supermarkt aber die "minus 20 Prozent"- Aufkleber schätzt.

trend: Sie haben vor Ihrer Schauspielausbildung eine Lehre als Einzelhandelskauffrau absolviert. Was ist davon geblieben? Wie gut sind Sie im Umgang mit Geld?
Sandra Cervik: Ich bin vor allem gut im Geld Ausgeben. Einzelhandelskauffrau meint ja eigentlich eine Verkäuferin. Und verkaufen kann ich auch ganz gut. Aber im Geld Ordnen bin ich nicht besonders groß. Ich war ja auch auf der Handelsakademie, das hat aber nicht lange funktioniert. Es war der falscheste Ort, wo ich hätte sein können.

Beobachten Sie heute die Märkte, die Aktienkurse?
Cervik: Nein überhaupt nicht. Ich versuche, mein Konto im Überblick zu behalten.

Lesen Sie abseits der Kultur- auch die Wirtschaftsseiten?
Cervik: Alle politischen und gesellschaftspolitischen Themen interessieren mich. Vielleicht nicht unbedingt, welcher Banker in welchem Vorstand sitzt. Was ich aber spannend finde, ist die zunehmende Vernetzung von Kultur und Wirtschaft, dass Kultur heute vor allem wirtschaftlich gedacht wird. Kunst muss Geld machen, kann nicht nur zum Genießen sein. Ich bin nicht sicher, ob das so ein positiver Trend ist.

Ihre Mutter ist eine taffe Geschäftsfrau. Was haben Sie von zu Hause im Bezug auf Umgang mit Geld mitbekommen?
Cervik: Meine Mutter hat in der Tat einen gewissen Pragmatismus im Umgang mit Geld. Was sie mir früh vermittelt hat, ist, dass man keine Zores auf Vorschuss nehmen muss, also wegen Geld nicht ausflippen soll.

Was geben Sie diesbezüglich Ihrem Sohn mit?
Cervik: Abgesehen davon, dass die Großeltern beiderseits schon zu seiner Geburt einen Bausparvertrag abgeschlossen und ein Sparbuch angelegt haben, was sich nun für Studium und Führerschein durchaus als gute Vorsorge erwiesen hat, versuche ich ihm schon, eine gewisse Sorgfalt im Umgang mit Geld zu vermitteln.

Wer hat denn im Künstlerhaushalt Föttinger/Cervik die Finanzhoheit?
Cervik: Ich glaube, mein Mann. Alle Gebarungen, was das Haus betrifft, hat er im Blick. Aber wir haben getrennte Konten und zahlen in die gemeinsame Kasse ein.

War ein Ehevertrag je Thema?
Cervik: ch versteh, wenn das manche Leute in Betracht ziehen. Mir ist das ziemlich fremd. Gerade am Anfang, wenn man verliebt ist, so etwas abzuwickeln - das wäre mir zu pragmatisch, als dächte man schon wieder an die Auflösung. Aber bei uns hat sich die Frage auch gar nicht gestellt. Was wir heute haben, haben wir uns erst gemeinsam erwirtschaftet.

Was würden Sie als Künstlerin auch für viel Geld nicht machen?
Cervik: Ich würde nie politische Werbung machen für eine Partei, deren Inhalt mir nicht zusagt.

Wofür geben Sie gerne Geld aus?
Cervik: Für alles, was meinen Garten betrifft, und das Thema Einrichten. Das liebe ich total. Und es ist eine gute Investition, man lebt schöner und genießt das auch. Auch bei Mode und Schuhe werde ich schwach. Da versuche ich aber, nicht nur teures Zeug zu kaufen, sondern auch bei Zara & Co etwas Kostengünstigeres zu finden. Meine wahnsinnigste Investition diesbezüglich war eine Tasche von Jimmy Choo, die habe ich mir selbst zum 50er geschenkt.

Welchen Wert hat denn ein gutes Outfit?
Cervik: Ich mag es einfach, wenn ich mich gut gekleidet fühle. Und wenn man beruflich über den Red Carpet geht, muss man erst recht gut ausschauen, das ist Part of the Game. Aber da wird einem, Gott sei Dank, auch oft etwas geliehen.

Gibt es auch Dinge, bei denen Sie aufs Geld schauen?
Cervik: Ich merke, dass ich beim Einkaufen von Lebensmitteln sehr genau auf den Preis schaue, weil da oft große Unterschied sind, die nicht notwendig sind. Da kann ich absurd schnorrig werden. Ich sammle auch Rabattmarkerl oder die Aufkleber mit "minus 20 Prozent". Und ich versuche, nachhaltiger zu kaufen.

Was war das Verrückteste, das Sie sich je geleistet haben?
Cervik: Vermutlich unser Haus. Aus heutiger Sicht eine gute Geldanlage. Aber auch verrückt, weil viel Geld hineinfließt. Wir haben es aber weniger als Anlage gekauft, sondern weil wir uns in das Haus verliebt haben und immer ein Haus mit Garten wollten.

Was bedeutet Luxus?
Cervik: Ein schöner Urlaub. Auch mein Garten ist ein Luxus, weil Pflanzen kaufen teuer ist. Und gutes gesundes Essen ist Luxus. Denn es ist eine Lüge, wenn immer vermittelt wird, dass gute gesunde Produkte nicht mehr kosten. Das stimmt einfach nicht. Allein, wenn man die Fleischpreise vergleicht.

Und was empfinden Sie als absolut sinnvolles Investment?
Cervik: In die Bildung meines Kindes zu investieren. Das ist teuer, aber lohnt sich.

Zur Person

Sandra Cervik [geb 1966]. Die in Wien geborene Schauspielerin und Regisseurin ist seit dem Jahr 2000 Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt. Sie ist mit Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger verheiratet und Mutter eines Sohnes.


Das Interview ist der trend.PREMIUM-Ausgabe Nr. 19/2019 vom 10. Mai 2019 entnommen.


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