Der Maler, der Investor und das "Grüne Schloss"

Der berühmte Maler Gottfried Helnwein und der Immobilienunternehmer Klemens Hallmann haben sich gemeinsam ein Barockschloss in Niederösterreich gekauft, das sie nachhaltig sanieren wollen.

Der Maler, der Investor und das "Grüne Schloss"

LANGJÄHRIGE FREUNDSCHAFT. Immobilienunternehmer Klemens Hallmann (l.) ist mit dem Maler Gottfried Helnwein nicht nur befreundet, er gilt auch als großer Sammler seiner Werke .

Der Wunsch von Octavian Pilati, dem ehemals jüngsten Schlossherren Österreichs, scheint in Erfüllung gegangen zu sein. Als der Adelsspross vor drei Jahren sein Schloss Riegersburg nahe Hollabrunn - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Riegersburg in der Steiermark - öffentlich zum Verkauf anbot, wünschte er sich kunst- und kultursinnige Käufer mit Sinn für Tradition.

Immerhin stand das Barockschloss seit fast 300 Jahren in Familienbesitz. Wie der trend in Erfahrung bringen konnte, wurden nach zähen Verhandlungen nun endlich Käufer gefunden, die genau Pilatis Wünschen entsprechen: nämlich der berühmte Wiener Maler Gottfried Helnwein gemeinsam mit Immobilien-Tycoon Klemens Hallmann. "Uns wurde unabhängig voneinander vor zwei bis drei Jahren das Schloss zum Kauf angetragen. Da wir miteinander schon lange gut befreundet sind, haben wir uns entschieden, es miteinander zu kaufen. Zudem verbindet uns auch die Liebe zur Kunst und ehrwürdigen Gebäuden", erzählt Hallmann. Der Kaufvertrag wurde dieser Tage unterschrieben, die Riegersburg Besitz GmbH gehört zu gleichen Teilen dem Maler und dem Immobilienunternehmer.

SCHLOSS RIEGERSBURG hat nach drei Jahren Käufersuche neue Eigentümer bekommen.

Über den Kaufpreis wollen alle Beteiligten Stillschweigen wahren. Ausgeschrieben war das Schloss mit 51,5 Hektar Grundbesitz, zwei Teichen und einer zweigeschoßigen Kapelle jedenfalls um knapp fünf Millionen Euro. Allerdings dürfte der Preis seit der Ausschreibung noch ein wenig nach oben geklettert sein.

Die Verhandlungen sollen sich laut Hallmann zwar gezogen haben, am nötigen Kleingeld dürfte es aber wohl keinem der Käufer fehlen. Hallmanns Vermögen wird auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt, was ihn ihm einen Platz unter den 35 reichsten Österreichern bringt, und Helnwein hat in einem Interview einmal davon gesprochen, dass seine Bilder bis zu 400.000 Euro teuer seien.

Mit Schlössern hat Helnwein bereits Erfahrung, hat er doch eines im Süden Irlands, wo er auch die Hälfte des Jahres wohnt, und eines in Deutschland bereits saniert. "Ich lebe seit 1985 im Ausland. Durch die räumliche und zeitliche Distanz ist mir bewusst geworden, wie sehr ich in der Kulturtradition Österreichs verwurzelt bin.

Als Architekt ist es mir deshalb ein besonderes Anliegen, bedeutende Architektur der Vergangenheit zu erhalten und zu neuem Leben zu erwecken", sagt der zeitgenössische Künstler. In den nächsten zwei bis drei Jahren will sich Helnwein also der Sanierung und Restaurierung des Schlosses Riegersburg verstärkt widmen.

Photovoltaik statt Kachelofen

Hallmann will der Luxusimmobilie vor allem einen nachhaltigen Stempel aufdrücken, wie er gegenüber dem trend erklärt:"Wir wollen das Gebäude sehr CO2-schonend restaurieren. Auch Photovoltaik oder Erdwärme lassen sich heutzutage architektonisch gut in das Gesamtkonzept von Altbauten einfügen", glaubt er. Helnwein ist ebenfalls überzeugt: "Ästhetik verträgt sich gut mit Nachhaltigkeit." Einem grünen Schloss steht also nichts im Weg.

Wie viel das Duo Helnwein/Hallmann investieren muss, ist noch ungewiss, allerdings sei das Gebäude "in durchwegs gutem Zustand", wie beide betonen.

Auch welche Pläne die neuen Schlossherren für die künftige Nutzung haben, ist noch recht vage: "Das Schloss soll künstlerischen Zwecken dienen", meint Helnwein. Ob das mehr heißt, als bloß einige Helnwein-Gemälde in den Prachtbau aufzuhängen, werde sich in den nächsten Jahren weisen. Die Öffentlichkeit soll auf jeden Fall Einblick in das neu restaurierte Schloss bekommen. Das ist Immobilien-Mann Hallmann wichtig, der als großer Kunstmäzen gilt und neben etlichen Helnwein-Bildern - darunter Porträts von Hallmann selbst (siehe unten) - auch Werke von Andy Warhol oder Damien Hirst sein Eigen nennen darf.

Dass der Geschäftsmann das Schloss nach der Sanierung um teures Geld wieder an den Mann bringen wird, schließt er dezidiert aus: "Mir war in erster Linie der historische und kulturelle Wert wichtig. Finanzielle Interessen stehen nicht im Vordergrund."

Ein Porträt, das Gottfried Helnwein von Klemens Hallmann gemalt hat.



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