Luxusreisen werden bei Österreichern immer beliebter

Luxusreisen werden bei Österreichern immer beliebter

Luxusreisen, wie etwa eine 6000 Kilometer lange Fahrt mit dem Rovos Rail durch den Süden Afrikas, stehen bei Österreichern hoch im Trend.

Ob private Safaris in Südostafrika, Trips zu unberührten Inselparadiesen oder eine Expedition in die Antarktis: Reisebüros spüren eine große Nachfrage bei Luxusreisen. Doch der Begriff Luxus hat sich fundamental verändert: Statt Bling Bling-Hotels geht es heute viel mehr um eine immaterielle Dimension.

Um 10.000 Euro 17 Tage durch die Südsee oder eine Woche Safari in Botswana um rund 5.000 Euro - ohne Flug wohlbemerkt: Das Geschäft mit luxuriösen Reisen an ferne Orte boomt. "Luxusreisen sind alles andere als am stagnieren, die Reisebüros in Österreich spüren eine große Nachfrage", sagt Felix König, Obmann des Fachverbands Reisebüros bei der Wirtschaftskammer Österreich. Die Übernachtung im 5-Sterne-Hotel ist für Luxusreisende allerdings ein alter Hut: Stattdessen werden Suites und Strandvillen nachgefragt, die Gäste schätzen einen eigenen Butler oder den Limousinenservice am Flughafen.

172 Milliarden Euro wurden laut World Travel Monitor 2014 für Luxusreisen weltweit ausgegeben. Das Wachstum war in den vergangenen fünf Jahren mit 48 Prozent doppelt so hoch wie das Wachstum aller anderen Auslandsreisen. Als Luxusreisen gelten dabei Kurzreisen mit Ausgaben von mehr als 750 Euro pro Nacht oder längere Reisen mit mehr als 500 Euro pro Nacht.

Familien gönnen sich vermehrt Luxusreisen

"Es gibt definitiv einen Trend zu Luxusreisen", sagt Helga Freund, Vorstandsdirektorin der Verkehrsbüro Group, des größten heimischen Touristikkonzerns. Seit der Finanzkrise 2008 steige der Umsatz pro Buchung jedes Jahr an, weil die Österreicher höherpreisige Reisen buchen würden. Der Anteil von Luxusreisen ab 5.000 Euro liegt bei rund zehn bis 15 Prozent, bei Luxusreisen ab 10.000 Euro bei rund fünf Prozent. "Der Luxusmarkt wächst ständig im einstelligen Prozentbereich", so Freund. Im Schnitt geben die Österreicher rund 2.500 Euro pro Person für eine Luxusreise aus.

Eine stärkere Nachfrage bei Luxusreisen spürt man auch bei TUI Österreich. "Ein Trend ist, dass nicht nur Paare einen Luxusurlaub buchen, sondern verstärkt auch Familien verreisen", sagt TUI-Sprecherin Kathrin Limpel. Konkrete Zahlen darf sie nicht verraten, nur so viel: Bei der Premium Clubmarke Robinson gibt es für heuer eine Buchungssteigerung um 19 Prozent im Vergleich zu 2015. Hotels werden ab 5 bis 6 Sternen nachgefragt, bei Safari-Reisen werde etwa ein Helikopter-Service hinzu gebucht.

Apropos Buchung: Dabei verlässt sich die betuchte Klientel auf den Service im Reisebüro. "Luxus wird viel im Reisebüro gebucht, denn oft haben die Menschen keine Zeit, die Reise selbst zu planen und die delegieren diese Aufgabe an das Reisebüro", sagt Limpel. Überdies reist man grundsätzlich kürzer, auch bei Fernreisen würde oft eine Woche genügen.

Dies bestätigt auch Helga Freund: "Es entstehen eigene Produkte, wie etwa Weltreisen in 14 Tagen. Die Zielgruppe sind Manager und Geschäftsleute, die zwar wenig Zeit, dafür aber viel Geld haben."

Gewandelter Luxusbegriff

Generell findet in der Luxusbranche aber ein Paradigmenwechsel statt: "Die Definition dessen, was Luxus ist, ändert sich fundamental", sagt Marc Aeberhard, Luxury Consultant bei der ITB Berlin - der weltweit größten Messe der Tourismusbranche. Bling-Bling in großen Hotelketten war gestern, die immaterielle Dimension rückt in den Vordergrund. Sich wieder richtig Zeit nehmen, individualisierter Service und Ruhe und Entschleunigung sind laut einer ITB-Untersuchung von 2015 die wichtigsten Komponenten eines Luxusurlaubs.


"Die Definition dessen, was Luxus ist, ändert sich fundamental"

"Große Zimmer mit riesigen begehbaren Kleiderschränken, opulente Staffage, Restaurants mit Michelin-dekorierten Chef-Namen - die jedoch so gut wie nie da sind - und grinsende Hotel-Pagen reichen nicht mehr", konstatiert Aeberhard. Dafür wollen die Menschen einzigartige Naturerlebnisse, authentische Plätze und Destinationen "unter dem Radar" sehen. "Im Trend liegen von Touristen noch nicht überflutete Safarigebiete in Malawi und unberührte Inseln, also Orte mit hoher Exklusivität", sagt Aeberhard. Aus Angst davor, dass die Klimaerwärmung bestimmte Gegenden auf der Welt unzugänglich macht, gehen die Reisen auch an unwirtliche Orte wie die Antarktis - die Anreise erfolgt auf einem Expeditionsschiff.

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