Ikone Niki Lauda: Daten und Fakten zu Niki Nationale

Niki Lauda

Niki Lauda

Formel-1-Weltmeister, Airliner, Sparefroh und Salonlöwe: Daten und Fakten zum berühmtesten Kapperlträger der Welt.

1. Rebellion in Asbest

Andreas Nikolaus Lauda ging am 22. 2. 1949 ins Rennen. Lauda stammt aus einer adeligen Großindustriellenfamilie. Sein Großvater Hans Lauda (bis 1919 Hans Ritter von Lauda) war Mitbegründer und Präsident der Industriellenvereinigung und ein Patriarch reinsten Wassers. Gegen diese Überfigur und nicht etwa seinen Vater Ernst Peter ("intelligent, weich, kein Vorbild"), oder seine Mutter Elisabeth ("kühl, beinhart"), rebellierte der junge Lauda mit der Verwirklichung seiner PS-Träume. 1968 fuhr er sein erstes Autorennen mit einem Mini Cooper S 1300.

Laudas Schullaufbahn verlief überdurchschnittlich schlecht. Die Matura wurde Jahre später bei Dr. Roland nachgeholt "eine Gemeinsamkeit, die er etwa mit Bruno Kreisky, Oskar Bronner und Freddy Quinn teilt. Ähnlichkeiten zwischen Großvater und Enkelsohn dürften dennoch Bestanden haben, wie eine militärische Beurteilung Hans Laudas vermuten lässt: "Lauda vereint im Gefechte vorbildliche Tapferkeit und Ruhe mit zweckdienlicher Initiative."

Die Nummer 1: Lauda am 16. Mai 1975 beim Formel 1 Grand Prix in Zolder

Die Nummer 1: Lauda am 16. Mai 1975 beim Formel 1 Grand Prix in Zolder

2. Mensch-Maschine

Lauda war Perfektionist. Zudem attestierte man ihm Pingeligkeit und einen spießigen Hang zur Pünktlichkeit. In seinem ersten Ferrari Jahr (1974) hängte man ihm das Image einen Computer-Gehirns um, das Motoren, Strecken und Gegner penibel studierte und Risiken minimierte. Lauda: „Die Freude gewinne ich aus der Faszination der Perfektion, nicht aus der Geilheit des Autofahrens.“ Ähnlich ging es Lauda beim Fliegen: „Bei der Fliegerei hat mich begeistert, die Maschine – wie früher den Rennwagen – zu beherrschen.“ Die Grenzen der Technikbeherrschung hat er zwei Mal tragisch kennen gelernt. Am Nürburgring 1976 und 1991 beim Absturz einer Boeing 767 seiner Lauda Air.

Die Saison 1976 und die Rivalität zwischen Niki Lauda und James Hunt wurde verfilmt. "Rush" spielte weltweit rund 90 Mio. Dollar ein und war für einen Golden Globe nominiert.

Niki Lauda (l.) und sein damaliger Mac Laren-Teamkollege Alain Prost am 21. Oktober 1984 beim Formel 1 GP von Portugal in Estoril

Niki Lauda (l.) und sein damaliger Mac Laren-Teamkollege Alain Prost am 21. Oktober 1984 beim Formel 1 GP von Portugal in Estoril

1985 beendete Lauda seine Rennfahrer-Karriere. Lauda feierte insgesamt 25 Siege, 20 zweite und neun dritte Plätze. 54 Siegerehrungen mit jeweils drei Champagnerflaschen (Moët) à drei Liter, ergeben 486 Liter an Champagnerduschen (ca. vier Badewannen). In der F1-Bestenliste (nach Siegen) befindet sich Lauda auf Platz neun - ex aequo mit dem britischen Doppelweltmeister Jim Clark (aktive Karriere 1965 - 1973). In 13 Saisonen fuhr er 37.531,740 Renn-Kilometer.

3. Kapperl als Ikone

Zwar hat Niki Lauda „Kopfsponsoring“ nicht erfunden, sich aber mit seinem Kapperl, das ursprünglich dazu gedacht war, die Bandagen nach seinem Feuerunfall zusammen zu halten, zu einer Werbe-Ikone stilisiert. Wer drauf stehen wollte, musste kräftig zahlen. Römerquelle (bis 1977) blätterte einst ca. 1,3 Mio. Schilling hin. Danach trugt Lauda bis 2002 das Logo des italienischen Milchkonzerns Parmalat spazieren, es folgten der deutsche Heiztechnik-Produzent Viessmann, der Schweizer Hightech-Industriekonzern Oerlikon, der windige Finanzdienstleister Money Service Group und die arabische Investmentgesellschaft Aabar. Zuletzt warb Lauda für das Glücksspielunternehmen Novomatic - für kolportierte 1,2 Millionen Euro jährlich.

Glück im Spiel: Lauda mit Novomatic-Kapperl, März 2018

Glück im Spiel: Lauda mit Novomatic-Kapperl, März 2018

Lauda eilte der Ruf eines knickerigen Geizhalses voraus. Die kursierenden Geschichten dazu sind Legion. Einmal soll er den Sohn von Medienmanager Hans Mahr während eines Fluges in eine Mineralwasserflasche pinkeln lassen haben, damit keine Kosten für die Toilettenreinigung im Flieger entstehen. Eine pervertierte Lust am Sparen propagierte Lauda in Werbespots selbst („Ich habe ja nix zu verschenken!“), in Interviews wurde aber auch dagegen gesteuert: „Ich habe immer wieder Leuten Geld geborgt, aber natürlich nie was zurückbekommen. Dann habe ich damit aufgehört.“

5. Eine Hand wäscht die andere

Lauda handelte nach quid-pro-quo-Prinzipien. Geschäftspartner, Wegbegleiter und Freund Attila Dogudan erklärte: „Neben seinem Egoismus ist er ein totaler Opportunist. Es gibt bei ihm immer wieder Lebensabschnitts-Freunde. Sie verschaffen ihm einen Nutzen und ziehen einen Nutzen aus der Verbindung mit ihm.“

6. Der Superpromi

Niki Lauda blieb bis zum Lebensende Österreichs prominentester Ex-Sportler. In den 70er Jahren rangierte sein weltweiter Bekanntheitsgrad neben dem vom Papst und Muhamed Ali. Der Rennfilm „Rush“ stark an ihn angelehnt war ein weltweiter Erfolg. Und in heimischen Tageszeitungen fiel sein Name durchschnittlich 1576 Mal pro Jahr. In nationalen und internationalen Wirtschaftsmagazinen waren es 79 Nennungen jährlich.

Niki Lauda mit Gattin Birgit beim Laureus Sports Award im April 2016

Niki Lauda mit Gattin Birgit beim Laureus Sports Award im April 2016

7. Kommentare ohne Ende

Mit einer gewissen schnoddrigen Direktheit, die keine Graubereiche kennt, gab Lauda gerne Expertisen zu Formel 1 und Luftfahrt. Ungefragt auch gerne zu gesellschaftspolitischen Themen, wie tanzende Männer im ORF-Hauptabendprogramm. Er analysierte für RTL den Motorsportzirkus, pro Rennwochenende soll er dafür 70.000 Euro erhalten haben. Gleichzeitig war Lauda, der in den 90er Jahren Ferrari beriet und Michael Schumacher zum Rennstall lotste, auch Aufsichtsratvorsitzender beim Mercedes Formel 1 Team.

8. Der Wirtschaftskapitän

Lauda hatte auf jeden Fall Geschäftssinn. Sein Privatvermögen wird auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Im Laufe seines Lebens hat er drei Fluglinien gegründet und weiterverkauft. Die Lauda Air ging in der AUA auf, die Billigfluglinie „Niki“ in Air Berlin, "Laudamotion" in Ryanair. Aber auch abseits der Rollfelder war Lauda umtriebig. 2003 gründete er den Leihwagenservice Lauda Motion GmbH, mit Esus IT-Service gab er Start-ups Risikokapital und auch am Paketdienst „checkrobin“ war er gemeinsam mit seinen Freunden Attila Dogudan und Hannes Jagerhoifer beteiligt.

Bei einer Laudamotion-Pressekonferenz, März 2018

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9. Privatbereich

Auch Privates drang immer wieder nach außen. Family Guy Lauda hatte fünf Kinder, zwei Söhne aus erster Ehe und einen außerehelichen Sohn. In zweiter Ehe war er mit der ehemaligen Stewardess Birgit Wetzinger verheiratet. 2005 spendete Wetzinger Lauda eine Niere. Zuvor tat dies bereits sein Bruder Florian. Das Paar hat 2009 geboren Kinder (Zwillinge). Ansonsten: Lauda trat zur Freude seines entfernten Onkels Christoph Kardinal Schönborn zu Lebzeiten wieder in die Kirche ein.

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