Expeditionstagebuch Dhaulagiri VII: Von Kathmandu nach Dunai

Benedkt Böhm in Dunai, einem von Bergen eingeschlossenen Dorf am Ufer des Flusses Thuli Bher in der Provinz Karnali West-Nepal.

Benedkt Böhm in Dunai, einem von Bergen eingeschlossenen Dorf am Ufer des Flusses Thuli Bher in der Provinz Karnali West-Nepal.

Dynafit CEO und Extrem-Skibergsteiger Benedikt Böhm am Weg zum Dhaulagiri VII im Himalaya. In seinem Expeditionstagebuch berichtet er für den trend aus Nepal.


Expedition Dhaulagiri VII

Am 26. September ist Manager und Extremsportler Benedikt Böhm zu seiner Expedition nach Nepal aufgebrochen. Das Ziel ist die Speed-Begehung des Dhaulagiri VII im Nordwesten Nepals. In weniger als acht Stunden will Böhm in einem Zug vom Base Camp auf 4.930 m den 7.246 m hohen Gipfel bezwingen und anschließend auf Ski zurück zum Base Camp abfahren. In seinem Expeditionstagebuch berichtet er aus Nepal.

1. Oktober 2019

Von Kathmandu nach Dunai

Der letzte Punkt der Zivilisation - Gedanken nach der Ankunft in Nepal

Benedikt Böhm: Ankunft in Dunai

Wir sind froh, unserem Ziel näher zu kommen und das laute und beengte Kathmandu hinter uns gelassen zu haben. Hinter uns liegt eine zweitägige Reise voll Staub, Schweißgeruch, Moskitos und des geduldigen Wartens. Zuerst ging es von Kathmandu nach Nepalgunj, einem subtropischen Ort nahe der indischen Grenze. Dort ist es schwül und heiß. Vielleicht mit der gefährlichste Teil der Reise, da die überall umherschwirrenden Mücken Dengue Fieber und Malaria übertragen. Wir haben versucht nicht gestochen zu werden, was uns aber nur teilweise gelungen ist.

In Dunai leben die Menschen so einfach wie vor hundert Jahren.

In Dunai leben die Menschen so einfach wie vor hundert Jahren.

Nach Warten, Hoffen, Betteln und viel gutem Willen ging es weiter nach Dolpa. Und von Dolpa weiter nach Dunai, wo wir samt unserem Material angekommen sind, was nicht nicht selbstverständlich ist. Dunai liegt inmitten steiler Berge an einem reißenden Fluss, dem Thuli Bheri, auf 2.100 m Höhe. Es ist der letzte Ort der Zivilisation mit ca. 1.000 Einwohnern.

Von Kathmandu nach Dunai

Wenn man vor und hinter die Häuser blickt, kann man sich vorstellen, dass die Menschen hier schon vor hunderten Jahren genauso gelebt haben. Würde da nicht doch auf einmal irgendwo eine Cola-Flasche oder ein Handy aufblitzen, dann würde man denken, sich auf einer Zeitreise zu befinden.

Die Menschen sind auch hier sehr freundlich und unsere Blicke finden fast immer ein lächelndes Gesicht. Die Menschen und vor allem Kinder berühren einen unweigerlich.

Einheimische tragen traditionelle Kleidung, ihre Gesichter sind von Höhensonne und Witterung geformt.

Einheimische tragen traditionelle Kleidung, ihre Gesichter sind von Höhensonne und Witterung geformt.

Wir haben hier außer uns noch keinen einzigen westlichen Menschen gesehen. Einige der Einheimischen schauen indianisch aus mit ihrem Gesichtsschmuck, ihren traditionellen Kleidern und den tiefen, dunklen Falten, die Höhensonne und Witterung geformt haben.

Uns wird jetzt langsam bewusst, dass wir uns inmitten eines Abenteuer befinden und wir morgen unsere Welt der permanenten Erreichbarkeit, des Überflusses und der Defokussierung endgültig verlassen werden. Das Loslassen fällt schwer, ist aber wahrscheinlich der größte Luxus, den wir hier erleben dürfen.

Kinder laufen barfuß durch die Gassen von Dunai.

Kinder laufen barfuß durch die Gassen von Dunai.

Von Dunai aus geht es ab morgen auf einen fünftägigen Marsch in die Einsamkeit Richtung Dhaulagiri 7 Basecamp. Durch eine Ein Wahnsinns-Gegend, völlig abgeschieden. Umso höher wir kommen, desto besser wird das Satellitenmodem funktionieren. In 2-3 Tagen schicken wir das nächste Update vom Marsch Richtung Basecamp.

Für die Expedition wurde die Aktion „United for Himalayan Kids“ ins Leben gerufen. Mit Stirnbändern, die während der Expedition um 10 Euro pro Stück verkauft werden, wird gemeinsam mit dem Verein Nepal-Medical-Careflight ein Schulprojekt in Nepal unterstützt.


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