Hopfen und Malz: Visa-Chef Kurt Tojner als Heimbrauer

Hopfen und Malz: Visa-Chef Kurt Tojner als Heimbrauer

Kurt Tojner - mission completed: Der Traum vom eigenen Bier

Visa-Chef Kurt Tojner hat sich als Heimbrauer einen Traum erfüllt. Seine Spezialbiere heißen "Strizzi", "Gselchter" oder "Klaner Schwoarza".

Kurt Tojner, 55, hat sich einen Traum erfüllt: Der Country-Manager von Visa Austria braut sich sein eigenes Bier. In seinem Keller in Rodaun hat er sich dafür eine kleine Heimbrauerei eingerichtet, wo er ständig an neuen Rezepten tüftelt. Drei Biersorten hat der Mann schon kreiert: den "Strizzi", ein Wiener Lager, "Gselchter" ist der Name eines Smoked Ales, und "Klaner Schwoarza" ist ein Stout (dunkles, obergäriges Bier). "Ich wollte eben typische Wiener Ausdrücke."

Gerne lässt sich der Hobbybrauer über die Schultern schauen, wenn er sein Bier produziert. Tojners Prozess beginnt damit, dass er das Malz in einer kleinen Maschine schrotet. Eine gute Stunde braucht er dafür, dann wird eingemaischt und abgeläutert, also der Treber von der Flüssigkeit getrennt. Mehrmals gießt er Wasser nach. Die erste Hopfenzugabe erfolgt, wenn die Flüssigkeit 90 bis 100 Grad erreicht hat. "Der Hopfen enthält Aromaelemente, die für das Bittere und für die Haltbarkeit verantwortlich sind." Danach ist Handarbeit angesagt: Tojner rührt so lange um, bis sich in der Mitte des Topfes der so genannte Heißtrub ansetzt, der Eiweiß und Hopfenrückstände enthält. Nun wird das Gebräu gekühlt, in ein Gärfass geleitet und mit Hefe versetzt. Je nach Sorte dauert die Hauptgärung fünf bis sieben Tage. Die Nachgärung in Flaschen benötigt nochmals zehn Tage. Trinkfertig ist das Bier also nach einer Reifelagerung von mindestens drei Wochen. "Ich lasse meine Biere aber lieber mehrere Monate lagern, da sich so der Geschmack verfeinert."

Visa-Chef Kurt Tojner als Bierbrauer

Hobbybrauer Kurt Tojner prüft die Rohstoffe sorgsam, bevor er sie zu Bier verarbeitet. Nicht nur der Inhalt, auch die Etiketten von Tojners Rodauner Bieren sind sehr innovativ ausgefallen.

Mittlerweile beschäftigt sich der Visa- Manager seit bald 23 Jahren mit der Kunst der Bierherstellung. Wie so oft im Leben war es der Zufall, der Tojner zu seinem Hobby brachte. Beim Besuch einer Bücherei wies ihn ein Freund auf ein Heftlein mit dem Titel "Bier, selbst gebraut" hin. Tojner, ein gelernter Techniker, fand Gefallen an der Lektüre und schmökerte noch am gleichen Abend hinein. Tage darauf schickte er sich an, das Equipment fürs Bierbrauen zusammenzukaufen. "Das war kein leichtes Unterfangen, da es damals noch keine Sets für Heimbrauer gab."


Bierbrauer haben oft einen technischen Hintergrund, suchen aber den Genuss als Ausgleich. So wie ich.

Der erste Versuch in der heimischen Küche geriet zum Desaster. Tojner übersah, dass das Gebräu überkochte und sämtliche Laden mit dem klebrigen Zeug überzog. Mittlerweile wird die Heimbrauerei nur mehr für das Ausprobieren neuer Rezepturen genützt. Tojner absolvierte auch die Biersommelier-Ausbildung samt Diplom.

Die Investitionen sind überschaubar: Bislang flossen rund 30.000 Euro in das Hobby. Dennoch gibt der Erfolg Tojner Recht. Vor zwei Jahren heimste er sogar einen Preis mit seinem Lagerbier bei den österreichischen Staatsmeisterschaften für Klein-und Hausbrauer ein. Und sein "Gselchter" alias "John Barleycorn" fand sogar in Conrad Seidls Bierguide 2017 als Innovation Niederschlag.

Um nun größere Mengen produzieren zu können, mietet sich Tojner in Brauereien wie dem Salzburger Gusswerk, der Brauerei Ried oder bei Gerald Schwarz in der Buckligen Welt ein. Im Vorjahr erzeugte der Manager erstmals 300 Liter. Die Nachfrage wächst. Im Juni 2017 stand er bereits bei 4.000 Litern. Mittlerweile bekommt man die Rodauner Spezialbiere in den Wiener Gasthäusern Grünauer, Heidinger, bei Beer Lovers und Beer Store -aber auch ab Hof in der Rodauner Manowardagasse 5A.

Dass Tojner das Fach wechselt und hauptberuflich Bierbrauer wird, ist nicht zu befürchten. "Es gibt eine eindeutige Priorität, und die heißt Visa!" Er mag seinen Job dort, liebt die Innovationen und die Technik. Beides kann er sowohl im Job als auch beim Brauen gut ausleben. Tojner sieht sogar Parallelen: "Viele Bierbrauer haben einen technischen Hintergrund, suchen aber den Genuss als Ausgleich. So wie ich."


Die Geschichte ist im trend 37/2017 erschienen

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