Caroline Peters: "Ein Power-Dress ist immer eine gute Investition"

Caroline Peters: "Ein Power-Dress ist immer eine gute Investition"

Burgstar Caroline Peters hat bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung von Theresia Walsers "Die Empörten" gespielt. Persönlich empören sie Gier und Goldgräbersucht. Im kommenden Sommer 2020 wird sie in Salzburg die neue Buhlschaft sein.

trend: Auf der Bühne wie im Film (zuletzt in "Womit haben wir das verdient?") spielen Sie großteils toughe Frauen. Wie tough sind Sie privat im Umgang mit Geld?
Caroline Peters: Tough klingt immer so ausgebufft und seltsam. Also tough bin ich gar nicht. Und Geld? Ich versuche, das zu lernen, zugunsten von mehr Selbstständigkeit. Kopfrechnen nicht vergessen!

Lesen Sie abseits der Kultur- auch die täglichen Wirtschaftsseiten, beobachten Sie die "Märkte"?
Peters: Ich lese sehr selten den Wirtschaftsteil. Ab und an lese ich das Magazin "Brand eins". Ich habe aber das Gefühl, wenn man sich über Wirtschaft und Geldfluss keine Gedanken macht, kann man die Welt gar nicht mehr lesen.

Was ärgert Sie am momentanen Wirtschaftssystem?
Peters: Dass ich nicht den Eindruck gewinne, dass da von einem "System" die Rede sein kann. Es scheinen mir Zufall, Chancen und Schiebereien eher den Lauf des Geschehens zu bestimmen als Politiker und Regeln. Oder, ganz blank, eine bestimmte Form von Gier und Goldgräbersucht.

Nehmen Sie Vertragsverhandlungen auch selber in die Hand?
Peters: Selten. Aber immer öfter. Aber es ist kompliziert. In meinem Beruf wird ja immer davon ausgegangen, dass wir die Arbeit aus reinem Selbstverwirklichungsdrang machen und ansonsten von Luft und Liebe leben.

Was haben Sie im Umgang mit Geld von zu Hause mitbekommen?
Peters: Sparideen und Verarmungswahn. Also nichts Sinnvolles.

Heute sind Sie als Schauspielerin gut im Geschäft. Haben Sie dennoch manchmal noch Existenzängste? Ist finanzielle Vorsorge ein Thema für Sie?
Peters: Das ist ein Riesenthema für mich. Ich versuche, immer mehr dazuzulernen, um mir Geld unabhängig von der Angebotslage einteilen zu können. Man will ja vielleicht auch Sachen absagen können, wenn sie einem künstlerisch nicht so passen.

Und was halten Sie heute noch für ein gutes Investment?
Peters: Kunst, Immobilien? Ja, was nur? Alle, die vor 20 Jahren an Apple geglaubt haben, sind jetzt froh. Oder vor drei Jahren an Bitcoin und vor zwei Jahren nicht mehr. Ich glaube, erneuerbare Energien sind wichtig in der Zukunft. Das kann was sein.


Was würden Sie als Künstlerin auch für viel Geld nicht machen?

Peters:
So einiges. Porno. Reality-TV, Daily Soap.

In Ihrer Branche müssen Sie oft über den "roten Teppich" gehen, wo das Outfit ein wichtiges Thema ist. Ist Mode etwas, wofür Sie selbst gerne Geld ausgeben?
Peters: Ja. Sehr, sehr gerne. Ein gutes Kleidungsstück ist sehr beglückend. Und so ein Power-Dress ist immer eine gute Investition.

Was war das Verrückteste, das Sie sich bisher geleistet haben?
Peters: Ein Korkenzieher für 180 Euro. Die Summe ist an sich nicht hoch, aber im Verhältnis zum Gegenstand?

Sie spielen in der Uraufführung von Theresia Walsers "Die Empörten", sind also den Sommer über bei den Salzburger Festspielen. Wird man bei den Preisen in der Festspielstadt zur Groscherlzählerin oder zur Lebefrau?
Peters: Zur Lebefrau. Groschenzählen kann ich auch zu Hause. Was gibt es Schnöderes, als ausgerechnet im Sommer in Salzburg nicht dem schnöden Mammon frönen zu wollen?

Was bedeutet Luxus für Sie?
Peters: Zeit und Platz. Und dafür brauche ich tolle Projekte, die meine Lebenszeit nicht auffressen und trotzdem genug abwerfen, um auf dem heutigen Wohnungsmarkt eine große Wohnung zu finanzieren.

Macht Geld glücklich?
Peters: Bestimmt. Schnäppchen aber auch.

Zur Person

Caroline Peters , (Jahrgang 1971). Ob auf der Theaterbühne, im TV oder im Kino, die deutsche Schauspielerin ist ein Publikumsliebling und veredelt pointiert mit Power wie Humor jede Rolle. Noch ehe sie im Herbst zu Martin Kusejs Burgtheater-Ensemble zählt, stand sie bei den Salzburger Festspielen 2019 in Theresia Walsers finsterer Komödie "Die Empörten" auf der Bühne.


Das Interview ist der trend.PREMIUM-Ausgabe Nr. 31-32/2019 vom 2. August 2019 entnommen.


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