Albertina übernimmt Sammlung Essl: "Ein Meilenstein"

Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder hat einen großen Coup gelandet: Die gesamte Sammlung Essl wurde der Albertina übergeben. Im trend-Interview erklärt Schröder, warum die Zusammenführung eine Win-Win-Situation bedeutet.

Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder

Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder

trend: 2014 geriet die Sammlung Essl in wirtschaftlichen Turbulenzen, drohte in alle Welt verkauft zu werden. Verhandlungen mit dem Bund scheiterten. Noch im selben Jahr hat Hans Peter Haselsteiner 60 Prozent der Sammlung über seine Familienstiftung übernommen. Jetzt geht die Sammlung Essl in einem ersten Schritt als Dauerleihgabe bis zum Jahr 2044 an die Albertina, und damit doch doch in ein Bundesmuseum. Was lange währt wird endlich gut?
Klaus Albrecht Schröder: Unter dem neuen Kanzleramtsminister Thomas Drozda haben die Gespräche enorm Fahrt aufgenommen. Er hat die Vision, die Sammlung in öffentlichen Besitz zu bringen und zugänglich zu machen gestützt und ein Budget zur Verfügung gestellt. Das ist ein Meilenstein in der heimischen Museumslandschaft und -Geschichte.

trend: In welcher Weise wird die Albertina die Sammlung zeigen?
Schröder: Entscheidend ist, dass wir vollkommen autonom über diese Sammlung verfügen werden. In allen Fragen der Präsentation, der Verleihung, der Publikation. Hier sind keine privatwirtschaftlichen oder Sammlerinteressen involviert. Die beiden Eigentümer Karlheinz Essl und Hans Peter Haselsteiner alles übergeben. Mein Ziel ist es, diese Sammlung zur „Sammlung Österreich“ zu machen. Ich will dies gewaltigen Bestände von Franz West bis Erwin Wurm, von Arnulf Rainer bis Maria Lassnig den zehn größten heimischen Kunstmuseen zur Verfügung stellen.

trend: Was passiert in Zukunft mit dem Essl Museum?
Schröder: Wir nutzen es als hochprofessionelles Depot, in dem wir die Sammlung für die nächsten zehn Jahre belassen, digitalisieren und aufbereiten werden. Die Bespielung des Essl Museum ist derzeit kein Thema. Das Museum wurde durch seine Lage an der Peripherie von Wien immer schon unter seinem Wert geschlagen.

trend: Die Idee, die Sammlung im Künstlerhaus zu zeigen ist also nicht gestorben?
Schröder: Im Gegenteil. Wir arbeiten intensiv am Umbau. Das Künstlerhaus ist die große Raumreserve die ich mit Hans Peter Haselsteiner besprochen haben als wir die Idee der Übernahme der Sammlung Essl im Herbst 2015 zum ersten Mal ventiliert haben.


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Das komplette Interview mit Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder finden Sie in der trend-Ausgabe 7/2017 vom 17. Februar 2017
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