Bye, bye, Niki Laua. Danke für alles

Niki Lauda [ *22. Februar 1949 +20. Mai 2019 ]

Die Öffentlichkeit nimmt Abschied vom Ex-Formel-1-Weltmeister und einstigen Flugunternehmer Andreas Nikolaus „Niki“ Lauda.
=> Eine Slide-Show von den Trauerfeierlichkeiten [klicken Sie rechts oben auf das Bild].

Der letzte Weg zum Stephansdom

Am frühen Morgen wurde der Sarg zum Wiener Stephansdom gebracht. Schon sehr früh waren tausende Fans zum Stephansdom gekommen.

Niki Lauda, der am 20. Mai 2019 verstorbene dreifache Formel-1-Weltmeister, Flugunternehmer und Querkopf, wurde in Wien beigesetzt. Mehrere hundert Ehrengäste erwiesen dem Nationalhelden die letzte Ehre.

Toni Faber, Pfarrer des Wiener Stephansdoms, hat bereits vieles erlebt. Die Trauerfeierlichkeiten für die verstorbene Formel-1-Legende Niki Lauda waren aber auch für ihn ein ganz besonderes Ereignis. Es galt, einem der größten Söhne des Landes, einer Sportikone und einer Unternehmer-Legende die letzte Ehre zu erweisen.

Mehrere hundert Ehrengäste waren beim Requiem für den weltweit bekannten Kapperlträger im Wiener Stephansdom anwesend .

"Niki Lauda war nicht nur ein Stern am Rennfahrerhimmel, nicht nur ein Stern im Flugbetrieb, sondern er war auch ein Stern für seine Familie. Er war abseits der Öffentlichkeit ein liebevoller Ehemann, Vater und Großvater, so schreibt es die Familie auf die Pate. Und ich weiß, dass das stimmt", sagt der Dompfarrer. "Er war ein emphatischer, humorvoller, gelassener, bescheidener, unprätentiöser Mensch im persönlichen Gespräch, den ich immer mehr schätzen gelernt habe. Die Sorgen seines Gegenüber sind ihm nahegegangen. Er hat nachgefragt, so konnte ich ihn selbst erleben."

Zweites Requiem für Lauda

Die Totenmesse am Mittwoch, den 29. Mai 2019, war bereits das zweite im Stephansdom zelebrierte Requiem, das im Zeichen von Lauda steht. Das erste fand nach dem Flugzeugabsturz einer Lauda-Air-Maschine 1991 in Thailand mit 223 Toten statt. "Wir haben das sehr bescheiden gefeiert. Ich habe einen sehr innigen, demütigen, betenden zweifelnden Niki erlebt, den ich dann immer näher kennengelernt habe", sagte Faber. "Ich wusste, dass er immer wieder in den Dom gegangen ist und vom Haas-Haus drüben, vom Kirchenwirten, immer wieder herübergeschaut hat."

Für die Totenmesse war unter anderem eine Lesung von Ex-Teamkollege Alain Prost geplant, Christian Kolonovits sollte mit einem kleinen Ensemble spielen. Zu hören sollten Musikstücke wie "Amazing Grace", "Fast Car" von Tracy Chapman, John Lennons "Imagine" oder auch "Hero" der Band Family Of The Year sein.

Nach dem Requiem wurde der Sarg über das Riesentor aus der Kirche getragen. Die eigentliche Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

Tausende säumten den Weg

Fans und Bewunderer ließen sich auch von der für Ende Mai ungewöhnlichen Kälte, Regen und Wind nicht abhalten und warteten geduldig, bis sie vor dem Requiem Einlass in den Dom fanden und am dort aufgebahrten Sarg vorbei defilieren konnten.

Fans und Bewunderer nehmen Abschied von NIki Lauda

Fans und Bewunderer nehmen Abschied von NIki Lauda

Vertreten waren alle Altersgruppen, manche von ihnen würdigten die Rennfahrerlegende auch mit ihren Outfits. Einige hatten eigens eine rote Kappe aufgesetzt und erinnerten damit an die berühmte Kopfbedeckung des Verstorbenen. Auch so manche Ferrari-Jacke wurde gesichtet. Eine Besucherin war sogar in der Stewardess-Uniform der einstigen Lauda-Air erschienen. Sie alle mussten lange warten, um auch nur in die Nähe des Eingangs - dem Primtor - zu gelangen. Die Schlange reichte bald weit in die Brandstätte, eine zum Stephansplatz führende Gasse, hinein.

Ein echter Held

Eine Passantin sagt auf dem Weg zur Arbeit: "Ein Land und eine Gesellschaft braucht einfach Helden. Und Niki Lauda war so einer, weil er uns Visionen und Träume gegeben hat." Ein trotz des Wetters extra aus Kärnten angereister Trauergast erzählte: "Ich hab Niki Lauda 2011 persönlich auf dem Weg nach Monza zum Formel-1-Rennen kennelernen dürfen. Er hat neben mir am Flughafen geparkt und ich durfte eine halbe Stunde mit ihm reden. Deshalb bin ich hergekommen, um mich von ihm zu verabschieden. Er war ein toller Mensch."

Abschied von Niki Lauda im Wiener Stephansdom

Abschied von Niki Lauda im Wiener Stephansdom

Eine andere Wienerin meinte: "Mich hat immer begeistert, wie er sich aus dem Nichts mit seinem Können da hinaufgearbeitet hat. Dass er immer sehr bescheiden war und viel geleistet hat. Manches ist auch schiefgegangen, es war einfach ein normales Leben."

Ein schlichter Sarg

Als sie dann vor dem schlichten Holzsarg standen, verneigten sich viele der Besucher. Manche knieten auch kurz nieder oder machten das Kreuzzeichen. Auch Blumen wurden vor dem Sarg gelegt. Da so gut wie jeder Trauergast auch ein Foto machte, kam der Zug gelegentlich ins Stocken. Jene, die zu lange vor der aufgebahrten Formel-1-Legende verharrten, wurden von Ordnern höflich gebeten, doch weiterzugehen.

Niki Laudas Helm auf dem Sarg

Niki Laudas Helm auf dem Sarg

Bis 11.30 Uhr bestand die Möglichkeit, Niki Lauda die letzte Ehre zu erweisen. Dann wird der "Steffl" geschlossen. Um 13.00 Uhr beginnt dann das feierliche Requiem.


Nachruf von Gabriela Schnabel

Gute Fahrt!

„Niki komm gut heim“, rief ein Trauergast dem Sarg hinterher. Einer von vielen, die trotz Regen und Kälte zum Wiener Stephansdom gekommen waren, um der Rennfahrerlegende Niki Lauda die letzte Ehre zu erweisen. Geduldig wartete die Menschenmenge, um eingelassen zu werden. Gegen acht Uhr wurde dann unter dem Geläute der Heidenturm-Glocken der schlichte Holzsarg von Niki Nazionale in den Dom getragen und in der Vierung abgesetzt. Witwe Birgit Lauda legte einen Lorbeerkranz auf den Sarg, Sohn Lukas einen Rennfahrerhelm. Es folgte eine kurze Zeremonie von Dompfarer Toni Faber.

Im Anschluss zogen hunderte Fans und Bewunderer des Formel-1-Helden in die Kirche ein und hielten kurz vor dem Sarg ihres Idols inne. Manche trugen rote Kappen in Erinnerung an den Verstorbenen und auch so manche Ferrari-Jacke wurde gesichtet. Die Trauer war groß.

Nach Ende der Aufbahrung begannen die Vorbereitungen für das Requiem, zu dem 400 Gäste geladen waren. Ein Aufgebot von Wegbegleitern aus der Formel 1, Politikern und Wirtschaftsgranden nahm den Seiteneingang des Steffels, um der Verabschiedung beizuwohnen.

Zu den ersten prominenten Trauergästen zählten Niki-Freund und Event-Manager Hannes Jagerhofer, ORF-Chef Alexander Wrabetz und Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder. Die Liste der Ehrengäste war lang: Neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bürgermeister Michael Ludwig kamen auch Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, Szenegastronom Bernd Schlacher, Hoteliers-Dame Elisabeth Gürtler, Ex-Politiker Rudolf Streicher und viele Kollegen aus dem Motorsport wie Luca di Montezemolo, Toto Wolff, David Coulthard, Eddi Jordan, Helmut Marko, Jackie Steward, Jacky Ickx oder Mattia Binotto. Als letzter fuhr Terminator Arnold Schwarzenegger in einer Limousine vor und huschte mit Heater Milligan kurz vor 13 Uhr in den Dom.

Dompfarrer Toni Faber begrüßte die Gäste und versicherte: „Sterben ist nicht nur Verlust. Für uns Christen kann Sterben auch Ankommen und Heimkommen bedeuten. Wir beten in dieser Stunde, dass Niki angekommen ist.“ Van der Bellen war sichtlich gerührt bei seiner Rede: „Wir stehen an der Bahre eines großen Österreichers. Good bye bye world champion, bye, bye, danke für alles.“ Gerhard Berger richtete sehr persönliche Worte an seinen Freund Niki, den er hoffe, irgendwann wiederzusehen: „Ich ziehe mein imaginäres Kapperl vor dir.“ Und Arnold Schwarzenegger meinte: „Niki war eine Ikone. Er war ein österreichischer Schatz. Er war einer meiner besten Freunde.“ Am berühendsten waren wohl die Fürbitten von Nikis jüngsten Kindern Mia und Max, die sich von ihrem Papa verabschiedeten.

Kurz vor 15 Uhr wurde Niki Laudas Sarg aus dem Dom getragen, Motorsportgrößen wie Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Alain Prost, Jean Alesi und Gerhard Berger geleiteten den Sarg aus der Kirche. Danach trat der dreifache Formel-1-Champion seine letzte Reise an.



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