Wohin mit Maria Fekter?

Wohin mit Maria Fekter?

Die kniffligste Personalfrage ist noch ungelöst und bringt Unruhe in die ÖVP. Was macht Noch-Finanzministerin Maria Fekter nach der Angelobung einer neuen Regierung, der sie nicht mehr angehören wird?

Der Job im Nationalratspräsidium wurde von Parteiobmann Michael Spindelegger mit Klubobmann Karlheinz Kopf besetzt. Kopfs Nachfolger wird Spindeleggers Vertrauter Reinhold Lopatka. Gegen eine Justizministerin Fekter gibt es erbitterten Widerstand des Koalitionspartners. Zudem will Fekter selbst nicht in ein drittes Resort wechseln. Bliebe noch eine Rückkehr nach Oberösterreich. Doch als Nachfolger von Landeshauptmann Josef Pühringer scharren jüngere VPler in den Startlöchern. Die europäische Ebene ist wohl keine Option – zu wenig diplomatisch agierte sie in Brüssel. Wiewohl sie dort höhere Bekanntheit genießt als der Kanzler.

Rumoren in der Volkspartei

Dass Fekter also künftig als einfache Abgeordnete im Parlament sitzt, vermutlich auch ohne Sprecher-Funktion, stößt nicht wenigen in der Partei sauer auf. Denn Fekter war stets loyal und holte von Arigona bis zur Euro-Krise für die Partei oft die Kastanien aus dem Feuer – meist ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Vor allem im mächtigen Wirtschaftsbund, dessen publicityträchtigste Frontfrau Fekter ist, rumort es. Aus dem Westen dringt heftiges Poltern nach Wien. Kritisiert wird Spindeleggers Stil, auch die Parteibasis sieht in Fekter ein verdientes Aushängeschild. Übrigens: Es war Spindeleggers Idee, Fekter vom Innenressort ins Finanzministerium zu transferieren - jenes Amt, dass er nun selbst anstrebt. Maria Fekters Miene bei der konstituierenden Parlamentssitzung sprach jedenfalls Bände. Abrechnungsinterviews hat sie noch keine gegeben. Betonung auf noch.

Dem Autor auf Twitter folgen:

SPÖ Granden Alfred Gusenbauer (li) und Christian Kern und Berater Tal Silberstein

Politik

Tal Silberstein - Jagd auf das rote Phantom

Kommentar

Standpunkte

Die Mittelmeerroute taugt nicht als Wahlkampfthema

Kommentar
Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten in Wien

Standpunkte

Christoph Kotanko: Der Kanzler in der No-fly-Zone