Standort Wien: Infrastrukur und Bildung als Schlüssel

Michael Ludwig

Michael Ludwig

Wien soll als zentrale Informations- und Kompetenz-Drehscheibe weiter gestärkt werden. Für Stadtrat Michael Ludwig ist neben dem weiteren Ausbau der Infrastruktur vor allem das Bildungs- und Ausbildungsangebot der Stadt relevant.

„Wien spielt als Standort eine zentrale Rolle als Verbindung zwischen West- und Osteuropa und dient als Brückenkopf auch für internationale Konzerne“, erklärte Wiens Stadtrat Michael Ludwig, im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Wirtschaftsstandorts Wien und den Herausforderungen für Infrastruktur und Bildung.

Gerade in den letzten Jahren hätten sich namhafte Unternehmen aus Mittel- und Osteuropa in Wien angesiedelt oder ihren Standort in Wien maßgeblich erweitert. Um hochwertige Arbeitsplätze zu erhalten und weitere Unternehmen zu gewinnen müsse die Standortattraktivität weiter ausgebaut werden. Mit seiner zentralen Lage als Knoten zwischen allen Himmelsrichtungen, einer hohen Rechtssicherheit, raschen Verwaltungsabläufen, einem hohen Ausbildungsniveau vor allem auch der hohen Lebensqualität habe die Stadt einen erheblichen Standortvorteil, den es auszubauen gelte.

„Fokussieren soll sich der Wirtschaftsstandort Wien dabei weniger auf Aktiengesellschaften, sondern auf die kleinen und mittleren Unternehmen, die heute schon das Rückgrat der Wiener Wirtschaft darstellen“, erklärt Ludwig. Über einen noch stärkeren Dialog mit Kammern und Verbänden müssten Verwaltungsagenden weiter verschlankt und bürokratische Hürden weiter abgebaut werden: „Die Vereinfachung von Verwaltungsverfahren hat dabei zentrale Priorität, um mehr Zeit für Kunden frei zu machen.“

Infrastruktur verbessern

Wenngleich Wien mit seiner vielfältigen Lebensqualität bereits einen wichtigen Vorteil im Wettbewerb um Betriebsansiedlungen genießt, so „muss dieser Vorteil weiter ausgebaut werden, wenn wir marktführende Betriebe und die damit verbundenen Arbeitsplätze erhalten wollen“, erläutert der Wiener Stadtrat. Das bedeute konkret: Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, eine Personalaufstockung in den Behörden die Infrastrukturprojekte genehmigen, einen zügigen Ausbau der IT-Infrastruktur sowie die Vereinfachung von Betriebsansiedlungen durch konzentrierte Verwaltungsverfahren.

In den letzten Jahren wurde Wiens Schieneninfrastruktur auf den letzten Stand gebracht und der Hauptbahnhof als Drehscheibe zu den Nachbarmetropolen ausgebaut. Den Bau der dritten Piste beim Flughafen Wien-Schwechat hat für Ludwig zentrale Bedeutung, um den Flugverkehr auch weiterhin effektiv bewältigen zu können und die Stadt als Destination zu stärken. Im Straßenverkehr zählt für Ludwig der Lobautunnel zu den prioritären Bauvorhaben.

Standortfaktor Bildung

„Bildung ist für mich das Fundament für jeden wirtschaftlichen Erfolg. Sie ist der Schlüssel zu einer zukunftsausgerichteten Entwicklung unserer Stadt“, hebt Ludwig die Notwendigkeit hervor, Wien als Bildungsstandort zu stärken - von der Grundschule über den Bereich der Erwachsenenbildung, den speziellen und individuellen Qualifizierungsmaßnahmen bis hin zum universitären Bereich und der Spitzenforschung. „Insbesondere durch den Ausbau praxisnaher Angebote und die enge Vernetzung mit der Wirtschaft, werden wir diesen Standortvorteil weiter ausbauen“, betont Ludwig.

Auch der Universitätsstandort Wien soll weiter gestärkt werden. Unter anderem dadurch, dass die technischen Zweige im universitären Bereich stärker konzentriert werden, die Zusammenarbeit zwischen den lokalen Unternehmen und den Universitäten forciert wird und der personelle Austausch zwischen Universität und Wirtschaft intensiviert wird.

Im Vergleich mit den neuen EU-Mitgliedern profitiere Österreich – und damit auch Wien - außerdem von der dualen Ausbildung, der Lehre als Kombination zwischen Praxis im Betrieb und der Vermittlung theoretischer Kenntnisse in der Berufsschule. „Die gut ausgebildeten Fachkräfte sind ein Aushängeschild“, unterstreicht Ludwig. Vor diesem Hintergrund komme in Wien dem Bereich der Lehrlingsausbildung ein besonderes Augenmerk zu.

„Bildung und die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft ist vor allem deshalb erfolgsspezifisch, da dieser Faktor von Konkurrenten nur sehr schwer zu imitieren ist“, meint Ludwig. Innovationskraft sei nicht käuflich und dauere lange im Aufbau. Ludwig: „Das Potential an Fachkräften – unabhängig ob aus dem universitären Bereich oder Facharbeiter – ist ein ganz entscheidender Faktor im Standortwettbewerb.“

PRO-GE Bundesvorsitzender Rainer Wimmer

Politik

12-Stunden-Tag: Gewerkschaft geht in Kampfstellung

Politik

Streit um den 12-Stunden-Arbeitstag wird härter

Paris zieht Elektro-Autos den Stecker

Wirtschaft

Paris zieht Elektro-Autos den Stecker