"Vermögenssteuern sind nicht böse": GPA-DJP-Chef Katzian über neue Steuern

Der SPÖ-Ruf nach Steuern auf Vermögen wird lauter. Die ÖVP will ihn aber nicht hören. Ein Überblick über mögliche Varianten.

FORMAT: Sind neue Steuern in Krisenzeiten nicht kontraproduktiv?
Wolfgang Katzian: Im Moment zahlen die Arbeitnehmer die Zeche für die Krise. Sie müssen kurzarbeiten, werden arbeitslos und zu freiwilligem Lohnverzicht genötigt. Es kann nicht sein, dass sie am Ende des Tages, wenn das Budgetdefizit wieder unter drei Prozent liegen soll, nochmals zur Kasse gebeten werden. Daher sollen je­ne, die keine Steuern wollen, sagen, wo sie dieses Geld hernehmen wollen.
FORMAT: Josef Pröll ärgert sich über „Quatschsignale“, ist der Diskussionszeitpunkt der falsche?
Katzian: In einer Demokratie gibt es kein Diskussionsverbot. Außerdem hat niemand gesagt, dass man die Steuern jetzt einführen muss. Und es sind die Quatschsignale über einen Staatsbankrott, die die Leute zum Sparen bringen.
FORMAT: Wäre der Häuselbauer von der Vermögenssteuer betroffen?
Katzian: Unser Konzept geht von einem Freibetrag von 500.000 Euro aus, mit progressiv steigendem Steuersatz. Der normale Häuselbauer ist also nicht betroffen, der Schlossbesitzer schon. Der Besitzer der zwei Millionen teuren Luxusvilla würde 8.526 Euro pro Jahr zahlen. Das ist zumutbar.
FORMAT: Wie viel bringt das GPA-Modell?
Katzian: Wichtiger als die konkrete Summe ist mir der Konsens, dass eine Besteuerung von Vermögen notwendig ist. Die Arbeitnehmer können nicht auf Dauer zwei Drittel der Steuerlast tragen.

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