US-Wahlen: Österreicher würden Clinton wählen

US-Wahlen: Österreicher würden Clinton wählen
US-Wahlen: Österreicher würden Clinton wählen

Die Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten wäre hierzulande schon entschieden. Eine vom Linzer Markt- und Meinungsforschungsinstitut "Market" für den trend durchgeführte Umfrage zeigt, dass die überwiegende Mehrheit Hillary Clinton favorisiert.

Der Tag der Entscheidung ist gekommen. In den USA sind heute über 230 Millionen berechtigt, ihre Stimme bei der Wahl des 45. Präsidenten der USA abzugeben. Hillary Clinton oder Donald Trump - das ist dabei die Frage.

Den letzten in den USA durchgeführten Meinungsumfragen zufolge liegt Hillary Clinton mit 47,2 Prozent der Stimmen voran. Für Trump würden sich demnach 44,2 Prozent der US-Bürger entscheiden, die übrigen sind entweder unentschlossen oder würden einen der aussichtslosen alternativen Kandidaten wählen.

US-Wahl: Umfragewerte von Hillary Clinton und Donald Trump in den USA von Januar 2016 bis November 2016

US-Wahl: Umfragewerte von Hillary Clinton und Donald Trump in den USA von Januar 2016 bis November 2016

Die drei Prozentpunkte Vorsprung würden reichen, um Clinton zur ersten Frau an der Spitze der US-Regierung zu machen. Doch die Wahl wird angesichts der in einigen Bundesstaaten sehr knappen Abstände in den Prognosen spannend. Dazu trägt auch das Wahlsystem der USA bei. In den einzelnen Bundesstaaten werden nämlich nur Wahlmänner gewählt, und wer in einem Bundesstaat die Stimmenmehrheit erreicht, bekommt anschließend die Stimmen aller Wahlmänner. Und wer die meisten Wahlmänner-Stimmen auf sich vereinen kann, der wird letztlich auch Präsident.

In 42 der 50 Bundesstaaten dürfte das Rennen gelaufen sein. Angesichts der knappen Umfrageergebnisse in den Bundesstaaten Florida, North Carolina, Ohio, New Hampshire, Pennsylvania, Arizona, Iowa und Nevada stehen noch 109 der 538 Wahlmänner zur Disposition. In diesen Staaten wird daher die US-Wahl 2016 entschieden werden.

Die ersten Wahllokale in Kentucky und Indiana schließen um Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit, die letzten Wahllokale in Alaska erst um sechs Uhr morgens (MEZ).

US-Wahl 2016: Prognosen der Bundesstaaten

US-Wahl 2016: Prognosen der Bundesstaaten

Anzahl der Wahlmänner in den Bundesstaaten: Alabama (AL) 9, Alaska (AK) 3, Arizona (AZ) 11, Arkansas (AR) 6, Colorado (CO) 9, Conneticut (CT) 7, Delaware (DW) 3, Florida (FL) 29, Georgia (GA) 16, Hawaii (HI) 4, Idaho (ID) 6, Illinois (IL) 20, Indiana (IN) 11, Iowa (IA) 6, Kalifornien (CA) 55, Kansas (KS) 6, Kentucky (KY) 8, Louisiana (LA) 8, Maine (ME) 4, Maryland (MD) 10, Masssachusetts (MA), Michigan (MI) 16, Minnesota (MN) 10, Mississippi (MS) 6, Missouri (MO) 10, Montana (MT) 3, Nebraska (5), Nevada (NV) 6, New Hampshire (NH) 4, New Jersey (NJ) 14, New Mexico (NM) 5, New York (NY) 29, North Carolina (NC) 15, North Dakota (ND) 3, Ohio (OH) 18, Oklahoma (OK) 7, Oregon (OR) 7, Pennsylvania (PN), 20 Rhode Island (RI) 4, South Carolina (SC) 9, South Dakota (SD) 3, Tennessee (TN) 11, Texas (TX) 38, Utah (UT) 6, Vermont (VT) 3, Virginia (VI) 13, Washington (WA) 12, Washington D.C. (DC) 3, West Virginia (WV) 5, Wisconsin (WI) 10, Wyoming (WY) 3

Österreich und Deutschland für Clinton

In Österreich oder auch in Deutschland wäre die Wahl Umfragen zufolge längts zu Gunsten von Hillary Clinton entschieden. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut "Market" hat erhoben, dass Trump mit seinen höchst kontroversen Aussagen über Frauen, Außenpolitik oder Medien hierzulande zwar auch an den Stammtischen Fans hat, mehrheitsfähig wäre er aber nicht.

Nur sechs Prozent der Befragten würden Trump ihre Stimme geben. 67 Prozent plädieren dagegen für Hillary, 27 Prozent der Österreicher würden keinem der beiden ihre Stimme geben. "Keine große Überraschung", meint Birgit Starmayr von market. Trump polarisiert zu stark, als dass er im harmoniebetonten Österreich mehrheitsfähig wäre.

Noch deutlicher fällt das Ergebnis einer im Oktober in Deutschland durchgeführten Umfrage zur US-Präsidentschaftswahl aus. Dabei gaben 90 Prozent der Befragten an, dass sie lieber Hillary Clinton als US-Präsidentin hätten. Nur vier Prozent würden Trump wählen, sechs Prozent konnten sich nicht entscheiden.

Dennoch sind einige von Trumps Meinungen mittlerweile in Österreich sogar mehrheitsfähig. Mehr als die Hälfte (52 %) stimmt ihm etwa zu, wenn er die Globalisierung pauschal als ungerecht bezeichnet. 22 Prozent halten ein Einwanderungsverbot für Muslime für sinnvoll. 21 Prozent teilen seine fundamentale Impfskepsis: Mehrfachimpfungen können demnach Kindern schaden - bis hin zum Autismus. Und 28 Prozent finden seine Amerika-zentrierten Ansagen attraktiv: Zuerst einmal sollten Politiker die Interessen des eigenen Landes an erste Stelle stellen. "Great Again" ist seit Trump ein Erfolgsslogan der globalen Populisten, die mit Blick auf die Vergangenheit in die Zukunft führen wollen.

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