US-Präsidentenwahl: Duell Trump gegen Clinton praktisch fix

US-Präsidentenwahl: Duell Trump gegen Clinton praktisch fix

Donald Trump will US-Präsident werden. Einmal mehr hat er in den Vorwahlen haushoch gewonnen. Und freilich griff er Hillary Clinton an, die für die Demokraten kandidieren will.

US-Milliardär Donald Trump ist nach dem jüngsten Sieg als US-Präsidentschaftskandidat so gut wie fix. Widersacher Cruz gab nach Niederlage bei Vorwahl in Indiana auf. Der letzte parteiinterner Konkurrent Kasich ist weit abgeschlagen. Die demokratische Favoritin Hillary Clinton hat in Indiana gegen Bernie Sanders verloren. Sie bleibt aber die Favoriten, weil ihr nur noch wenige Stimmen der Delegierten fehlen.

Indianapolis (Indiana)/Washington). Dem Milliardär Donald Trump ist die Kandidatur der Republikaner bei der US-Präsidentenwahl kaum noch zu nehmen. Der 69-jährige Unternehmer besiegte am Dienstag bei den Vorwahlen in Indiana seinen stärksten Widersacher Ted Cruz haushoch. Der erzkonservative Senator aus Texas gab daraufhin auf.

Bei der Präsidentschaftswahl am 8. November läuft damit alles auf einen Zweikampf zwischen Trump und der früheren Außenministerin Hillary Clinton von den Demokraten hinaus. Als einziger Konkurrent Trumps bei den Republikanern bleibt Ohio-Gouverneur John Kasich im Rennen, der weit abgeschlagen hinter ihm liegt.

Trump, der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hat, kann sich nun auf den Schlagabtausch mit Clinton konzentrieren, auf die trotz einer Niederlage in Indiana die Kandidatur der Demokraten zuläuft. Zudem muss er die Partei hinter sich bringen. Das Establishment der Republikaner und auch diverse Parteigremien stehen vielen Umfragen zufolge nicht hinter Trump. Sie fühlen sich abgestoßen von Trumps herrischer Art, seinen Ansichten über Frauen und seinen Vorschlägen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen und elf Millionen illegale Einwanderer abzuschieben. Sie konnten sich bisher aber auf keinen wirksamen Plan einigen, ihn aufzuhalten.

Parteichef Reince Priebus bezeichnete Trump als den voraussichtlichen Kandidaten. Es sei nun an der Zeit, die Reihen zu schließen. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu besiegen", twitterte der Vorsitzende der Republikaner. "Er ist derjenige, der uns vereinen muss", erklärte der Republikaner Henry Barbour aus Mississippi. "Das ist jetzt seine Gelegenheit."

Die Gegner Trumps im republikanischen Lager hatten zuletzt darauf gehofft, auf dem Parteitag im Juli eine Kampfabstimmung erzwingen zu können. Doch angesichts seines überwältigenden Sieges in Indiana dürfte der Milliardär die nötigen 1.237 Delegiertenstimmen erreichen, um auf dem Konvent vom 18. bis 21. Juli automatisch zum Präsidentschaftskandidaten ernannt zu werden. Diese Schwelle wird Trump wohl spätestens bei der Vorwahl in Kalifornien am 7. Juni überschreiten. Derzeit kann Trump auf 1.047 Delegierte zählen, Kasich auf 153.

Widersacher von Trump brachten die Möglichkeit eines dritten Kandidaten jenseits von Trump und Clinton ins Spiel. Das Indiana-Ergebnis unterstreiche die Dringlichkeit von Diskussionen über eine Alternative, erklärte per Twitter Lanhee Chen, der den aus dem Vorwahlkampf bereits ausgestiegenen Republikaner Marco Rubio beraten hatte.

Trump sprach bei einer Feier in New York von einem "gewaltigen Sieg" und griff Clinton an: "Sie wird keine großartige Präsidentin sein. Sie wird keine gute Präsidentin sein. Sie hat keine Ahnung vom Handel." Trumps Widersacher Cruz - mit 37 Prozent fast 17 Punkte hinter Trump - erklärte, er sehe keinen Weg mehr, die Kandidatur zu gewinnen. "Wir haben alles gegeben, aber die Wähler haben einen anderen Weg gewählt ." Schweren Herzens beende er seinen Wahlkampf, sagte der 45-Jährige Cruz nach seiner Niederlage.

. Kasich, der in Indiana mit weniger als zehn Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz landete, ließ erklären, er werde kämpfen, so lange noch eine Chance bestehe. Man setze darauf, die Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner im Juli doch noch per Kampfabstimmung zu gewinnen, erklärte Kasichs Chefstratege.

Sanders gewinnt gegen Clinton

Bei den Demokraten siegte in Indiana Bernie Sanders. Entgegen aller Umfragen siegte er mit etwa fünf Prozentpunkten Abstand auf die Ex-First-Lady und Ex-Senatorin Clinton. Er sicherte sich 42 Delegiertenstimmen, Clinton bekam 36. Experten gingen schon vor der Wahl in dem Staat mit etwa 6,6 Millionen Einwohnern davon aus, dass Clinton die Kandidatur ihrer Partei kaum noch zu nehmen ist. Die 68-Jährige kommt mittlerweile auf 2.202 der erforderlichen 2.383 Delegierten. Sanders, ihr einziger Konkurrent, auf 1.400.

Clintons Abschneiden macht aber einmal mehr deutlich, dass auch viele Anhänger der Demokraten sie nicht als überzeugende Kandidatin sehen. Clinton gilt vielen als zu etablierte Politikerin mit zu wenigen neuen Ideen. Anders Sanders: Auch in Indiana schnitt ihr Rivale, der sich selber als demokratischen Sozialisten bezeichnet, besonders gut bei jungen Wählern ab. "Das zeigt, dass unsere Ideen für die Zukunft Amerikas und für die Zukunft der demokratischen Partei stehen", sagte er. Der Senator von Vermont will möglicherweise auf dem Parteitag in Philadelphia eine Kampfabstimmung suchen.

Vor der Vorwahl in Indiana hatten Trump und Clinton ihren Blick bereits über den Staat hinaus gerichtet. Beide stellen sich auf einen erbitterten Zweikampf um das Weiße Haus ein. Und beide bereiten sich bereits mit internen Strategen und externen Beratern auf ein Duell vor. Trump sagte an die Adresse von Clinton: "Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen." Clintons Wahlkampfmanager erklärte: "Trump hat gezeigt, dass er zu spaltend ist und nicht das Temperament besitzt, unsere Nation und die freie Welt zu führen. Mit so viel auf dem Spiel, ist er ein zu großes Risiko."

Vorwahlen finden unter anderem noch in New Jersey, West Virginia und in Kalifornien, dem größten Vorwahlstaat überhaupt, statt.

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