US-Investorenlegende Buffett fordert Trump heraus

Warren Buffett bei einer Wahlveranstaltung für Hillary Clinton

Warren Buffett nimmt sich Präsidentschaftskandidat Donald Trump vor.

Die Investorenlegende Waaren Buffett macht Wahlkampf für Hillary Clinton. Er fordert von Präsidentschaftskandidat Donald Trump die Veröffentlichung seiner Steuerunterlagen. Die Attacke auf die Familie des im Irak-Krieg gefallenen muslimischen US-Soldaten "hat Fass zum Überlaufen gebracht".

Omaha/USA. US-Investorenlegende Warren Buffett hat wie kaum ein anderer den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner Donald Trump attackiert. Buffett stellt dabei die unternehmerischen Fähigkeiten des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump infrage. Selbst ein Affe hätte an der Börse besser abschneiden können als der Milliardär, als er 1995 seine Hotels und Kasinos an die Wall Street gebracht habe, sagte Buffett auf einer Wahlkampfveranstaltung mit der Demokratin Hillary Clinton am Montag.

Es sei damals das einzige Mal gewesen, dass Trump die amerikanische Öffentlichkeit gebeten habe, in sein Unternehmen zu investieren. Doch nach dem Börsengang habe die Firma ein Jahrzehnt lang Verluste eingefahren. Wer auf Trumps Hotelprojekt in Atlantic City gesetzt hat, habe bis zu 95 Prozent seines eingesetzten Vermögens verloren.

Einem Affen hingegen bescheinigt Buffett mehr Sinn fürs Investmentgeschäft als Trump. Wenn ein Affe 1995 "einen Pfeil auf die Aktien-Scheibe geworfen hätte, dann hätte der Affe im Schnitt 150 Prozent erzielt". Trump argumentiert, sein Erfolg als Geschäftsmann qualifiziere ihn, US-Präsident zu werden.

Buffett hat dieses Beispiel in Anlehnung an die Experimente des Wirtschaftswissenschaftlers Burton Malkiel ausgeführt, der Anfang der 1970er-Jahre Affen mit verbundenen Augen Dartpfeile auf eine Tafel mit Kurszetteln werfen ließ. Wer auf diesselben Aktien wie die Affen gesetzt hätte, wäre laut Buffett somit besser gefahren als in das von Trump beworbene Investment sein Geld anzulegen.

Die Steuererklärung

Buffett forderte auf der Veranstaltung in seinem Heimatstaat Nebraska Trump auch dazu auf, wie im Wahlkampf üblich seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Trump lehnt dies mit dem Verweis ab, dass die Bundessteuerbehörde IRS ihre Überprüfung der Unterlagen noch nicht abgeschlossen habe. Buffett sagte dagegen, Trump habe nicht vor dem Finanzamt Angst, sondern vor den Wählern. Buffett. "Du fürchtest dich nur, wenn du etwas zu befürchten hast."

Auch seine Steuererklärung werde noch überprüft, sagte der Chef des Investment- und Firmenkonglomerats Berkshire Hathaway. Trotzdem würde er sich jederzeit mit Trump treffen, damit beide ihre Unterlagen vorlegen und "die Leute uns zu all den Punkten, die darauf sind, Fragen stellen können". Eine Sprecherin Trumps äußerte sich dazu zunächst nicht. Sie verwies lediglich darauf, dass die Überprüfung von Trumps Steuerunterlagen Routine sei.

Der Anstand

Buffett gesellte sich zudem in den Kreis von Kritikern, die Trump wegen dessen Äußerungen über die Familie des im Irak-Krieg getöteten muslimischen US-Offiziers Humayun Khan angreifen. "Haben Sie keinen Anstand?", sagt Buffett an die Adresse von Trump. Damit habe Trump das Fass zum Überlaufen gebracht. Der Vater des Soldaten hatte auf dem Parteitag der Demokraten in der vergangenen Woche Trump wegen dessen Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime scharf kritisiert.

Trump sagte, er sei auf gehässig attackiert worden und habe sehr wohl auch Opfer gebracht, indem er hart gearbeitet und Jobs geschaffen habe. Buffett hielt entgegen, weder aus seiner noch aus Trumps Familie sei je ein Mitglied im Irak- oder Afghanistan-Krieg gewesen. "Uns ist es beiden in dieser Phase extrem gut ergangen, und unsere Familien haben nichts geopfert."

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