UN-Klimagipfel: Österreichs Maßnahmen reichen nicht aus

Gletscher schmelzen, Flüsse treten bei Hochwasser über die Ufer, extreme Wetterlagen häufen sich: Beim UN-Klimagipfel in New York wird über einen neuen Weltklimavertrag verhandelt, der 2015 in Paris verabschiedet werden soll. Bundespräsident Heinz Fischer und Bundesminister Andrä Rupprechter fordern, dass Österreich noch mehr gegen den Klimawandel tun muss. Die NGO Global 2000 fordert eine Abschaffung der Subventionen für fossile Energieträger.

UN-Klimagipfel: Österreichs Maßnahmen reichen nicht aus

Wien. Gegen den Klimawandel muss noch mehr getan werden - auch in Österreich. Dieser Meinung ist Bundespräsident Heinz Fischer, der zusammen mit Bundesminister Andrä Rupprechter am UN-Klimagipfel in New York teilnimmt. Vor Spitzenvertretern der UNO-Staaten berichtete der Bundespräsident, wie stark Österreich von der Erderwärmung betroffen sei. In Österreich mit seinem "fragilen alpinen Ökosystem" sei der Temperaturanstieg seit dem Jahr 1880 "mehr als doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt" gewesen. Die Gletscher würden immer schneller schmelzen, Wetterextreme kämen immer häufiger vor.

Zwar habe Österreich "bedeutende Schritte" gegen den Klimawandel unternommen und es wolle den Anteil von erneuerbaren Quellen am Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 34 Prozent (von derzeit 30 Prozent) erhöhen sowie die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 16 Prozent reduzieren. "Aber das ist nicht genug." Es müsse "noch viel mehr getan werden - in Österreich, Europa und weltweit", sagte Fischer unter Verweis auf das Ziel einer Halbierung der Treibhausgasemissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts. Dafür brauche es "einen neuen, rechtsverbindlichen Klimavertrag".

Ziel der Versammlung, bei der rund 100 Staats- und Regierungschefs erwartet werden, ist ein neuer Weltklimavertrag. Fischer schlug in diesem Zusammenhang auch vor, dass der Klimawandel in die UNO-Entwicklungsziele aufgenommen werde. Schließlich sei der Kampf gegen den Klimawandel auch eine "Gelegenheit" für Entwicklung und die Bekämpfung von Armut.

NGO: Keine Subventionen mehr für fossile Energieträger

Die Umwelt-NGO Global 2000 fordert von Österreich hingegen nicht nur Worte, sondern Taten: „Wir brauchen endlich ein Maßnahmenpaket für Klimaschutz im Inland. Warten auf das Klimaschutzabkommen reicht nicht“, so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von Global 2000. Wahlmüller bezieht sich auf Informationen des Umweltbundesamtes. Demnach sind die Emissionen in Österreich 2013 erstmals wieder gestiegen: Um 0,3 Millionen Tonnen. Dennoch können laut Umweltbundesamt die 2020-EU-Klimaziele erreicht werden.

Wahlmüller fordert eine öko-soziale Steuerreform, mit der in Österreich nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch der CO2-Ausstoß gesenkt werden könnte. Außerdem sollte fossile Energie nicht mehr subventioniert werden.

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