Über nationale, internationale und banale Sozialisten: Ein Word-Rap mit Ewald Stadler

Ewald Stadler kämpft, wie erwartet, als BZÖ-Kandidat für den Einzug der Partei ins EU-Parlament. Der FORMAT-Word-Rap mit dem künftigen Europa-Politiker.

Über seine Kür zum BZÖ-Spitzenkandidaten für die EU-Wahlen: „Wir haben ein unglaublich breites personelles Angebot, aber das ist eine Aufgabe, bei der der Andrang kein großer ist. Das ist bei anderen Parteien auch so, warum hätte man sonst den Politpensionär Ernst Strasser zurückgeholt? Ich würde antreten, um Österreich in Brüssel zu vertreten und nicht Brüssel in ­Österreich.“

Über die EU: „Sie ist weder für Wähler noch für Funktionäre attraktiv. Offenbar sind nur Leute wie Hans-Peter Martin oder Andreas Mölzer, die gerne einen Versorgungsjob haben, wild darauf. Ich möchte diesen Job mit Leben füllen und mehr als diese Langweiler und Fadisierer machen, die derzeit im EU-Parlament sitzen. Die EU kon­zentriert sich nur auf Bereiche, die Nationalstaaten besser machen könnten. Stattdessen sollte sie die Konjunktur­pakete der Länder koordinieren oder beispielsweise mit einem Konzept zur ­Gasbevorratung der Abhängigkeit von Russland entgegenwirken.“

Über seinen früheren „lieben Freund“ und ­heutigen FPÖ-Kontrahenten Andreas Mölzer: „Er hat außer seinem eigenen Job keinen einzigen gerettet. Das ist für mich eine Enttäuschung. Er ist ein dünkelhafter, relativ arbeitsscheuer Politiker. Ein Retro-Typ, der ein bisschen herumideologisiert. Seine Bemühungen, den Zweiten Weltkrieg noch gewinnen zu wollen, ist keine Aufgabe für einen EU-Abgeordneten im Jahre 2009.“

Über Stefan Petzner: „Ein Workaholic. Ich bin froh darüber, dass er den EU-Wahlkampf leitet.“

Über ideologische Grenzen: „Ich bin christlich und sozial, aber sicher nicht im ÖVP-Sinne christlich-sozial. Trotzdem gewinnen wir ÖVP-Wähler, während die SPÖ an FPÖ und Grüne verliert. Strache hat offenbar das Ziel, aus der FPÖ eine nationale sozialistische Partei zu machen, die Grünen wollen eine internationale sozialistische Partei sein und Werner Faymanns Ziel ist eine ganz ­banale sozialistische Partei.“

Von Martina Madner

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