Türkische Lira und Börse nach Einmarsch in Syrien unter Druck

Türkische Lira und Börse nach Einmarsch in Syrien unter Druck

Die Türkei hat mit ihren Truppen den Einmarsch in Syrien begonnen. Die Währung kommt wieder unter Druck. Die Börse stürzt ab ins Minus.

Istanbul/Frankfurt . Es war abzusehen, und dennoch hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seiner Truppe für die Invasion in Syrien grünes Licht geben. ein klares Zeichen für die Anleger, zum Auftakt des türkischen Einmarsches in Syrien Aktien aus dem südeuropäischen Land aus ihren Depots werfen. Der Leitindex der Istanbuler Börse fiel am Mittwoch um 1,5 Prozent. Die Finanzwerte verloren im Schnitt sogar 2,4 Prozent. Und dDie türkische Währung geriet ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug verteuerten sich Dollar und Euro um jeweils rund ein halbes Prozent auf 5,8556 und 6,4295 Lira.

Der Verkauf türkischer Dollar-Anleihen trieb die Renditen der bis 2043 und 2045 laufenden Papiere auf 6,726 und 7,231 Prozent.

Die türkischen Sicherheitskräfte gehen nach eigenen Angaben mit Luftangriffen und Artillerie gegen Stellungen und Munitionslager der syrischen Kurdenmiliz YPG vor. Diese wird von der Regierung in Ankara als Terror-Organisation betrachtet.

Die Türkei fürchtet ein Erstarken der Kurden jenseits ihrer Südgrenze und damit auch der nach Autonomie strebenden Kurden auf ihrem eigenen Territorium. Sie will in dem Gebiet eine "Sicherheitszone" errichten und dort bis zu zwei Millionen syrische Flüchtlinge ansiedeln.

Im Stich gelassen

Gespannt wartet man bereits auf die Reaktion aus den USA. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag zwar angekündigt seine Truppen an der türkisch-syrischen Grenze abzuziehen. Damit lässt er die kurdische YPG-Miliz im Stich, der er bisher stets Rückendeckung gegeben hat. YPG hatte sich erfolgreich beim Kampf gegen den IS in der Region bewährt.

Trump war nach der Ankündigung des Rückzugs der US-Truppen jedoch zurück gerudert. Selbst seine Parteifreunde bei den Republikanern hatten ihm vorgeworfen, die Kurdenmiliz im Stich zu lassen. Auf Twitter setzte Trump danach eine Drohung an die Adresse der Trükei ab: "Wenn die Türkei irgendetwas unternimmt, was ich in meiner großartigen und unvergleichlichen Weisheit für tabu halte, werde ich die türkische Wirtschaft vollständig zerstören und auslöschen".

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