Trumps Erfolg bereitet Wahlspendern Bauchschmerzen

Trumps Erfolg bereitet Wahlspendern Bauchschmerzen

Donald Trump hat einen schweren Stand bei seinen Parteifreunden, die ihn finanziell unterstützen sollen.

Die Parteifreunde von Donald Trump sind im Zwiespalt. Viele Republikaner hatten bis zuletzt den US-Milliardär nicht auf der Liste. Und haben Trump auch nicht finanziell unterstützt. Einige republikanische Wahlspender konzentrieren sich bereits auf den Kongress.

Washington/New York. Der Erfolg von Donald Trump bei den Vorwahlen der Republikaner stürzt die Großspender der Partei in eine Krise. Zwar hat der US-Milliardär erklärt, er werde seinen Wahlkampf aus eigener Tasche finanzieren. Sollte er aber tatsächlich die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten gewinnen, sehen Experten für ihn kaum eine Alternative, auch auf Spendengelder zuzugreifen.

Vor vier Jahren gaben Mitt Romney und Barack Obama jeweils eine Milliarde Dollar im Wahlkampf aus. Wäre Trump schon während der Vorwahlen auf Spendengelder angewiesen, stünde für viele Republikaner eine besonders schwere Entscheidung bevor. "Das ist die kommende Spender-Apokalypse", sagt der Stratege Rick Wilson.

In Gesprächen mit der Nachrichtenagentur Reuters berichteten mehr als 20 republikanische Geldgeber von ihrem Zwiespalt bei der Frage, ob sie ihre Börsen für den umstrittenen Milliardär öffnen sollen. Vertreter von Trump nahmen dazu nicht Stellung.

"Wir werden Trump kein Geld spenden", erklärt der Energiemagnat Dan Eberhart klar. "Wenn er die Kandidatur gewinnen sollte, werden wir ihn im Geiste unterstützen, aber nicht mit Barem." Zwar sei es erfrischend, einen Bewerber zu sehen, der nicht nur einem Drehbuch folge. Allerdings fehle Trump "die Seriosität, um mit ausländischen Staatschefs auf der Weltbühne zu stehen". Der Technologie-Manager Chris Wright aus Denver wird deutlicher. "Wir sind entsetzt", beschreibt er die Haltung zu Trump in seinem Umfeld. "Er steht im Widerspruch zu der freien und bürgerlichen Gesellschaft, an die wir glauben."

Einige Gegner von Trump gehen davon aus, dass die Spendengelder an Republikaner fließen dürften, die um andere Ämter als das des Präsidenten kämpfen. "Sollte Trump Kandidat werden, werden sich viele Leute eingestehen, dass wir das Weiße Haus verloren haben", sagt David McIntosh, Präsident der konservativen Organisation Club for Growth, die während der Vorwahlen bereits Millionen von Dollar in Anti-Trump-Wahlwerbung gesteckt hat. McIntosh vermutet, dass sich viele Spender dann auf die parallel stattfindenden Kongresswahlen konzentrieren, aus der Überlegung heraus: "'Lasst uns die Mehrheit im Senat und die Mehrheit im Repräsentantenhaus schützen.'"

Dagegen würde Bob Grand, vor vier Jahren für das Eintreiben von Spenden für Romney im US-Staat Indiana zuständig, Trump einen Scheck ausstellen. "Wir haben keine Alternative, wir haben keine Wahl", sagt er und weist auf die demokratische Favoritin hin: "Er wird besser sein als Hillary Clinton, so viel ist sicher." Auch von der Basis kommt Hilfe. Die unabhängige Gruppe Great America PAC sammelte in den ersten zwei Monaten des Jahres fast 74.000 Dollar (65.608,65 Euro) ein. Ihrem Ko-Vorsitzenden Eric Beach zufolge nahm sie seitdem genug ein, um eine Million Dollar in Wahlspots für Trump zu stecken. "Er braucht jede Hilfe, die er kriegen kann", sagte am Sonntag die 83-jährige Diana Abair, die Great America 50 Dollar überwies.

Einige republikanische Großspender wie Gaylord Hughey aus Texas und Ronald Firman aus Florida zeigen sich weiter unentschlossen. Sie äußerten die Hoffnung, dass Trump seinen Ton mäßigen und seine Anhänger aufrufen wird, von Gewalt abzusehen.

Allerdings gehören genau Trumps kontroverse Aussagen zu den Gründen, warum er bisher auch ohne umfangreiche Ausgaben für TV-Werbung häufig im US-amerikanischen Fernsehen zu sehen ist. Dazu kommt seine Stellung als Reality-Show-Prominenter. Sein Wahlkampfteam ist für US-Verhältnisse klein, ohne Strategen oder Meinungsforscher. Wie vergleichsweise billig er seine Kampagne führt, zeigt die Statistik: Pro Stimme hat er bisher 3,20 Dollar ausgegeben, verglichen mit 30,40 Dollar bei Marco Rubio und sogar 551,70 Dollar bei Jeb Bush - beides Bewerber, die bereits ausgeschieden sind.

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