Trump gewann in Mississippi, Michigan und Hawaii - Cruz in Idaho

Trump gewann in Mississippi, Michigan und Hawaii - Cruz in Idaho

Donald Trump ist die Nummer 1 - bei den Republikanern. Trotz Hetze gegen Migranten gewinnt er weiterhin bei den Vorwahlen der Republikanern.

US-Milliardär Donald Trump eilt wieder von einem Sieg zum nächsten, nachdem er am Wochenende drei Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl verloren hatte. Er bringt es bereits nun auf 14 Siege in 23 Vorwahlen der Republikaner. Nur in Idaho hat er heute Nacht ein von vier Wahlen gegen Ted Cruz verloren. Top-Kandidatin Hillary Clinton muss in den Vorwahlen der Demokraten gegen Bernie Sanders in Michigan eine Niederlage einstecken. Clinton führt gegen Sanders knapp.

Washington. Der Immobilien-Milliardär Donald Trump hat nach einer kurzen Durststrecke im US-Vorwahlkampf wieder Fahrt aufgenommen. Am Dienstag gewann er mit Mississippi, Michigan und in Hawaii drei weitere Staaten und baute seine Führung bei den Delegierten der Republikaner für den Parteitag im Juli weiter aus.

In Idaho unterlag Trump allerdings seinem Konkurrenten Ted Cruz. Der erzkonservative Senator aus Texas gewann in dem US-Staat im Nordwesten mit deutlichem Vorsprung vor dem umstrittenen Milliardär.

Bei den Demokraten siegte Favoritin Hillary Clinton mit großem Abstand in Mississippi, wo viele Afro-Amerikaner leben. Im wichtigen Staat Michigan musste sie aber eine empfindliche Niederlage gegen ihren hartnäckigen parteiinternen Widersacher Bernie Sanders einstecken. Der 74-Jährige führte nach Auszählung von über 95 Prozent der Stimmen uneinholbar mit etwa zwei Prozentpunkten Vorsprung. Sie führt mit 13 gewonnenen Vorwahlen vor Sanders, der bisher in neun Staaten die Nummer eins der Demokraten war.

"Die politische Revolution, über die wir hier sprechen, ist stark", sagte der 74-Jährige Sanders. Er wolle weitere Staaten gewinnen. "Die stärksten Teile kommen erst noch", sagte er. Clinton wandte sich nach ihrem Sieg in Mississippi an ihre Anhänger. "Wir sind besser als das, was uns die Republikaner anbieten", rief die frühere Außenministerin.

Donald greift Hillary an

Neben Mississippi und Michigan war bei den Republikanern auf Hawaii die letzte Vorwahl am Dienstag (Ortszeit), die er ebenso gewinnen konnte. Trump hatte am vergangenen Wochenende mit Kansas, Maine und Puerto Rico drei Wahlen klar verloren. Vorausgegangen war eine beispiellose Kampagne der eigenen Parteiführung gegen den Unternehmer aus New York. Sein Widersacher Cruz konnte bei der Vergabe der Delegierten leicht aufholen.

"Ich hoffe, dass die Republikaner es annehmen werden", sagte der 69-Jährige am Dienstagabend (Ortszeit) in Florida nach seinen Siegen in Michigan und Mississippi. "Umfragen zeigen, dass ich Hillary schlagen kann. Wir werden viele, viele Menschen von den Demokraten zu uns holen", fügte er hinzu. Tatsächlich sehen die meisten Umfragen Clinton im Vergleich mit Trump deutlich vorn.

Für Marco Rubio, den Favoriten des republikanischen Partei-Establishments, bahnte sich wie schon am vergangenen Samstag ein rabenschwarzer Tag an. Sowohl in Michigan als auch in Mississippi kam er nur auf einstellige Prozentsätze. Rubio muss am kommenden Dienstag in seinem Heimatstaat Florida unbedingt gewinnen, will er im Rennen bleiben. In Idaho lag er in den ersten Stimmbezirken auf Rand drei.

Trump hat bei den Republikanern inzwischen 15 von 23 Vorwahlen gewonnen. Im Ringen um die meisten Delegiertenstimmen konnte er sich aber noch immer nicht entscheidend absetzen. Eine starke Strömung innerhalb der Republikaner versucht mit aller Macht, ihn als Präsidentschaftskandidaten zu verhindern. Viele Analysten gehen inzwischen von einer Kampfabstimmung beim Parteitag im Juli in Cleveland aus.

Der Game Changer

Clinton ist die Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten. Aber sie kämpft immer noch mit einigen Problemen. Und sie bereitet sich auf einen sehr unfairen Gegner vor.

Flint, das war eigentlich Hillarys Thema. Als der Schauplatz des US-Wahlkampfes eigentlich noch in New Hampshire lag, flog die Demokratin nach Michigan und machte das verseuchte Trinkwasser zu ihrem Anliegen. Flint, das war mal eine blühende Autostadt. Heute fließt dort Wasser aus den Hähnen, das mit Blei vergiftet ist.

Clintons Kampagne setzte sogar durch, dass eine der TV-Debatten der Demokraten in dieser Stadt stattfand. Umfragen bescheinigten ihr einen Sieg bei der Vorwahl in Michigan. Aber sie verlor gegen Sanders. Sein Wahlkampfmanager spricht von einem Game Changer, also von einer bahnbrechenden Entwicklung.

Aber Michigan ist nur ein US-Staat. In Mississippi, wo die Demokraten ebenfalls am Dienstag wählten, gewann Clinton haushoch. Sie konnte ihren Vorsprung bei den Delegierten leicht ausbauen. Und sie hat die Superdelegierten auf ihrer Seite, stimmberechtigte Parteigrößen, die von keiner Vorwahl abhängig sind.

Clinton ist die deutliche Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Doch man fragt sich, wieso es nicht noch viel besser läuft für die Ex-First-Lady ehemalige Außenministerin. Sie schleppt Probleme mit sich herum, die sie einfach nicht loswird.

Auf ihren Wahlkampfveranstaltungen wirken die Menschen manchmal so, als seien sie nicht aufrichtig begeistert, sondern eher, als wollten sie es nur gerne sein. Manche halten ihr vor, dass sie immer noch zu unnahbar sei, zu künstlich, zu sehr Politprofi. Sie ist Teil einer Maschinerie. Das macht sich immer dann bemerkbar, wenn von "den Clintons" die Rede ist. Hillary Clinton das ist immer auch Bill Clinton. Es vergeht kaum eine Woche, in dem der frühere Präsident nicht irgendwo auf einer Bühne Wahlkampf für seine Frau macht.

Aber das, wofür er steht, ist nicht mehr gefragt. "Was die Wähler ablehnen, ist nicht Hillary; es ist die Partei, deren Führung sie repräsentiert, sowie die Richtung, in der sich die Demokraten seit Jahrzehnten bewegen", schreibt der Autor Thomas Frank in einem Gastbeitrag für den "Guardian".

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